Der FC Bayern und die Torschusspanik

Entscheidet das Torverhältnis die Meisterschaft? Bayern-Manager Uli Hoeneß bangt um Millionen, während Wolfsburgs Magath Klinsmann verhöhnt.
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Traf gegen Leverkusen - allerdings nur ein einziges Mal, bei besten Chancen: Luca Toni
dpa Traf gegen Leverkusen - allerdings nur ein einziges Mal, bei besten Chancen: Luca Toni

Entscheidet das Torverhältnis die Meisterschaft? Bayern-Manager Uli Hoeneß bangt um Millionen, während Wolfsburgs Magath Klinsmann verhöhnt.

MÜNCHEN Was die Finanzen betrifft, könnte man meinen: Erster oder Zweiter in der Bundesliga – was soll’s denn? Die Meisterschaft ist ein Titel, für den Briefkopf und fürs Ego, einfach etwas zum Feiern. Und für die Champions League sind ohnehin die beiden Ersten als Fixstarter qualifiziert, nur der Dritte muss eine Playoff-Runde ausspielen.

Ganz so ist es aber doch nicht. Denn: Ab sofort kann jeder versemmelte Torschuss bis zu zehn Millionen Euro wert sein – und da müssten die Bayern-Profis nach dem viel zu bescheidenen 3:0 gegen Leverkusen arge Gewissensbisse haben. „Wir hatten Torchancen in Hülle und Fülle. Wenn es 6:0 oder 8:0 ausgegangen wäre, hätte sich keiner beschweren können“, ärgerte sich Manager Uli Hoeneß. Er weiß genau, warum.

Der Unterschied, ob man als Erster oder Zweiter die Champions-League erreicht, macht „fünf bis zehn Millionen Euro aus“, so der Manager. Dabei geht es um Gelder aus dem europäischen TV-Pool, die gemäß der Liga-Platzierung verteilt werden. Zwei Tore – dabei blieb es nach dem parallelen 3:0-Sieg der Wolfsburger gegen Dortmund – beträgt der Rückstand. Doch zuletzt hätten die Bayern weit mehr Treffer aufholen können im Titelkampf. „Das ist nun schon zum zweiten Mal nach Cottbus passiert“, sagte Hoeneß, „es wäre fatal, wenn wir diese Meisterschaft nicht gewinnen würden wegen des Torverhältnisses.“ Dabei ist er sich sicher, dass am Ende die Punkte ausschlaggebend sein werden – das Nervenspiel hat längst begonnen. Hoeneß: „Irgendeiner wird jetzt patzen, weil die Nervenbelastung enorm hoch ist.“ Allerorten. Jeder überspielt es nur anders und stichelt Richtung Gegner.

„Die Bayern müssen am Samstag nach Hoffenheim – da würde ich nicht so gerne spielen“, meinte etwa Wolfsburgs Trainer Felix Magath. Auch den Bayern-Bossen und dem gescheiterten Ex-Coach Jürgen Klinsmann gab Magath noch einen mit: „Ich frage mich schon lange, wie jemand, der keine Erfolge vorzuweisen hat, so einen gewaltigen Einfluss auf die gesamte Szene haben konnte", sagte er dem „stern“ und erklärte, dass er sich über die Tendenz wundere, „dass die Bundesliga nach immer jüngeren Trainern ruft. Erfahrung ist in unserem Beruf viel wert.“ doch wer hat mehr im Titelendspurt? Der jüngste Coach des Spitzentrios ist Herthas Lucien Favre mit 51 Jahren.

Bei den Berlinern, nur ein Punkt hinter dem Spitzenduo nach dem 2:1 in Köln, redet man sich stark: „Wenn wir die letzten beiden Spiele gewinnen, haben wir eine gute Möglichkeit, Meister zu werden“, sagte Kapitän Arne Friedrich.

Erster, immer Erster werden will Uli Hoeneß – ein paar Millionen hin oder her: „An dem Tag, an dem ich das aufgebe, kann ich auch meinen Job aufgeben.“

Patrick Strasser

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