Der Boss der FT Gern spricht über die Anfänge von Bayern-Star Philipp Lahm

Beim FT Gern stand Weltmeister Philipp Lahm als kleiner Junge erstmals auf dem Fußballplatz. Die AZ hat mit dem Klubvorsitzenden Michael Franke gesprochen.
| Alexander Maier
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In Gern verwurzelt: Mutter Daniela und Philipp Lahm in ihrem Büro.
sampics/Augenklick In Gern verwurzelt: Mutter Daniela und Philipp Lahm in ihrem Büro.

AZ: Herr Franke, Sie sind Vorsitzender des FT Gern, dem Verein, bei dem Philipp Lahm im Alter von vier Jahren das Fußballspielen begann.
MICHAEL FRANKE: Er war sogar schon viel früher beim FT Gern! Sein Opa hat hier gespielt, genauso wie sein Vater. Also war er schon seit dem ersten Lebensjahr bei uns auf dem Fußballplatz dabei. Geblieben ist er bis zur D-Jugend, das klingt lang für ein solches Ausnahmetalent. Philipp war zwölf, als er zum FC Bayern gewechselt ist. Das Talent war natürlich schon früher erkennbar, spätestens ab der E-Jugend. Aber er war einfach sehr gut eingebunden in unseren Verein. Er ist ein sehr sozialer Mensch, Freunde waren ihm am Anfang wichtiger.

Zunächst wollte er damals zu TSV 1860, warum hat er sich das nochmal anders überlegt?
Das war zu einer Zeit, als die Löwen in einer richtig miese Phase waren. Da war das Trainingsgelände ziemlich marode, das hat ihm einfach nicht gefallen. So ist er erst einmal wieder zu uns zurückgekommen und ist dann paar Monate später zu den Bayern. Sympathie hatte also keinen Einfluss auf seine Entscheidung.

Philipp Lahm und seine Familie sind bis heute mit dem Verein verwurzelt.
Seine Mutter ist Jugendleiterin geworden, als er bei uns war und das über seine Zeit hinaus auch geblieben. Der Vater ist ein Urgestein, seine kleine Nichte ist heute auch da, seine Schwester ist mit dem Wirt liiert. Sie sehen: ein echter Familienbetrieb.

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Wie oft besucht Lahm den FT Gern heute noch?
In der Anfangsphase seiner Profikarriere war er öfter da. Er ist mal zu einem Jugendturnier von uns gekommen. Das war fast tumultartig, die hätten ihn beinahe erdrückt. Heute kommt er ab und zu mal vorbei, wenn er weiß, dass nicht viele Leute da sind. Ich denke, das wird sich in den nächsten Jahren wieder ändern, wenn sich der Trubel mal wieder etwas legt.

Hat er eventuell den Sportdirektor-Posten beim FC Bayern abgelehnt, um zu seinem Heimatverein zurückzukehren?
Da hätten wir natürlich kein Problem damit. Ich habe ihm vor vier oder fünf Jahren abgerungen, dass er bei uns nach seiner Karriere spielen muss, und er hat ja gesagt. Da kann man ruhig mal an sein Wort appellieren. Vielleicht hat er ja in Zukunft doch viel Zeit, die man nicht immer nur zuhause mit der Familie verbringen kann. Aber mal im Ernst: Es wäre super, wenn er irgendwann etwas im Jugendbereich machen könnte.

Hat die Verbindung mit Philipp Lahm finanzielle Vorteile für Ihren Verein?
Philipp hat uns nie Geld zukommen lassen. Natürlich hilft uns die Geschichte zum Beispiel bei der Sponsorensuche. Oder 2007, da haben wir unbedingt neue Kabinen gebraucht. Wir hatten eine Finanzierungslücke von 50.000 Euro. Also habe ich an der Säbener Straße so lange herumgeweint, bis sie uns ein Benefizspiel zugesagt haben. Diese Zusage hatte sicherlich mit Philipp zu tun, der damals schon bei Bayern gespielt hat.

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Die fünf größten Rekorde von Philipp Lahm sehen Sie hier im Video:

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