"Dass überhaupt noch etwas übrig ist": Der Pep-Rekord ist geknackt! FC Bayern gewinnt beim 1. FC Köln
Kein Spiel verloren, 15 von 17 in dieser Hinrunde gewonnen, lediglich zwei Remis. Unglaubliche, nie dagewesene 66:13 Tore. Eine erste Halbserie in Glanz und Gloria, den Deckel machten die unwiderstehlichen Bayern mit dem 3:1-Erfolg beim 1. FC Köln drauf. Ergibt: Die beste Hinserie der Bundesliga-Geschichte. Damit übertrumpfte Chefcoach Vincent Kompany sogar die Saison 2013/14 unter Pep Guardiola, seinem Trainer bei Manchester City. Damals lautete die Bilanz nach 17 Spieltagen: 47 Punkte und +35 Toren, nun 47 Punkte und +53 Tore. "Der Rekord spricht für sich", sagte der stolze Sportvorstand Max Eberl.
Karl saß gegen Köln zunächst auf der Bank
Die Tore am Mittwochabend zum Abschluss der Hinrunde (wie in den letzten Jahren aufgrund von zu vielen internationalen Termin Mitte Januar) bei den Kölnern, die nun seit acht Spielen in Folge sieglos sind, erzielten Serge Gnabry, Min-jae Kim und der eingewechselte Lennart Karl. "Es war ein ganz wichtiger Sieg bei einem schweren Gegner", betonte Gnabry bei "Sky".
Die Fans hatten auf das direkte Duell von Karl (17) vom FC Bayern gegen Said El Mala (19) vom 1. FC Köln gehofft. Die beiden Teenager sind die Bundesliga-Entdeckungen der Saison, gelten als die großen Talente und Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. Doch während FC-Trainer Lukas Kwasniok Talent El Mala tatsächlich mal wieder von Beginn an aufstellte auf seiner Sahne-Position als Linksaußen, ließ Kompany seinen Himmelsstürmer Karl erstmal draußen.
Es war ein ganz wichtiger Sieg bei einem schweren Gegner.
Spiel muss wegen Nebel unterbrochen werden
Der Bayern-Coach brachte Serge Gnabry auf der Zehner-Position, der offenbar die Trainer-Vorgabe ("Er muss aufhören zu husten, dann wird er wieder spielen") erfüllen konnte. "Serge war ein bisschen erkältet am Wochenende, aber jetzt ist er ganz frisch." Gnabry solle "einfach weitermachen, wie er in die Saison gestartet ist. Dann kann er ganz wichtig für uns sein." Da hatte einer ein Näschen.
Die Kölner setzten das erste Ausrufezeichen, hatten gleich in der zweiten Minute eine Riesenchance: Nach Vorlage von Maina prüfte El Mala aus spitzem Winkel Bayern-Torhüter Manuel Neuer. Von dem Schreck konnten sich die Gäste dann knapp zehn Minuten erholen: Das Spiel musste unterbrochen werden wegen akutem Nebel – was nicht am Januarwetter lag, sondern am massiven Einsatz von Pyrotechnik seitens der Heimfans.

Gnabry markiert sehenswert den zwischenzeitlichen Ausgleich
In der Folge hatten die Münchner weitestgehend die Spielkontrolle, ließen Ball und Gegner laufen. Doch die Tormaschinerie der Bayern stockte. Ito vergab nach Steckpass von Luis Díaz aus spitzem Winkel mit links (22.). Sonst? Eine Menge Leerlauf, Pass auf Pass auf Pass, nix Zwingendes. Die Kölner lauerten auf Konter und bekamen ihren Moment als Linton Maina nach einem Ballverlust von Gnabry durchmarschierte und aus 16 Metern frontal abzog – drin das Ding, 1:0 (41.).
Neuer bekam seine Hände dran, den Schuss aber nicht abgewehrt. Da hatte der 39-Jährige seine Aktien drin. Gnabry machte seinen Patzer dann mit einem überragenden Tor nach Pass von Michael Olise wieder gut. Er traf per Aufsetzer (wirklich Absicht?) zum Ausgleich aus einem Winkel, der so spitz war wie Nachbars Lumpi – das famose 1:1 in der fünften der elfminütigen (!) Nachspielzeit.
Wir können Fußballspielen, einen an die Wand spielen, aber wir können auch tief verteidigen und kontern.
Eberl mit Lobeshymne über den FC Bayern
Auch in der zweiten Pokal-Runde Ende Oktober gerieten die Bayern im RheinEnergie Stadion in Rückstand, drehten die Partien, gewannen am Ende souverän mit 4:1. An diesem recht milden Abend in Müngersdorf kam dann in der 67. Minute für Gnabry. Das 2:1 entstand nach einer perfekt herausgespielten Ecke via Pavlovic (Kurzpass), Olise (flach zurückgelegt), Díaz (per langem Ball), Ito (Kopfballvorlage) und Kim, der nur noch einnicken musste. Ein Teamwork-Tor, das der Südkoreaner vollendete.
"Wir können Fußballspielen, einen an die Wand spielen, aber wir können auch tief verteidigen und kontern.", fasste es Eberl zusammen. Die große Frage: Was können die Bayern dieser Wochen nicht? Zum 3:1 schob dann Karl nach Vorlage von Díaz lässig ins lange Eck ein (84.). Nach dem 8:1-Kantersieg am Sonntag gegen Wolfsburg legen die Bayern einen perfekten Start in 2026 hin – was wohl da noch alles kommen wird?

"Es ist jetzt schwer, noch irgendwelche Rekorde einzufahren", meinte Neuer in den Katakomben des Kölner Stadions: "Wir haben in den letzten Jahren viel Rekorde eingefahren, dass da überhaupt noch etwas übrig ist, ist etwas Besonderes. Das nehmen wir mit." Die bayerische Brust könnte nicht breiter sein. Die Marschroute für die kommenden Monate ist klar. "Jetzt müssen wir alle gesund bleiben, damit wir im März um die großen Titel spielen können", sagt Eberl. Denn was würden am Saisonende Rekorde bringen, wenn dabei keine Pokale herausspringen?
