"Das soll Paris zu spüren bekommen": Sieben Gründe für den Finaleinzug des FC Bayern

Vincent Kompany coacht wieder, der Heimvorteil mit den Fans im Rücken, die Bilanz in der Allianz Arena und die fitteren Spieler, wenn es in die Verlängerung geht – all das spricht für den FC Bayern gegen Paris Saint-Germain!
von  Patrick Strasser
Wird in wichtigen Champions-League-Partien des FC Bayern zur Festung: Die Allianz Arena (hier die Choreografie beim Rückspiel gegen Real Madrid).
Wird in wichtigen Champions-League-Partien des FC Bayern zur Festung: Die Allianz Arena (hier die Choreografie beim Rückspiel gegen Real Madrid). © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S. (www.imago-images.de)

Da machst was mit! Wer an die Superlativ-Bayern dieser Saison denkt, fragt sich dieser Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch gegen Paris Saint-Germain (21 Uhr, DAZN): Kann es überhaupt noch eine Steigerung geben?

Folgt gegen PSG der neue Saisonhöhepunkt der Bayern?

Da war zum einen der Spannungsbogen des Viertelfinal-Rückspiels gegen Real Madrid. Drei Mal waren die Bayern im Rückstand, erzielten jeweils den Ausgleich und sorgten mit dem 4:3 durch Michael Olise für den emotionalen Höhepunkt dieser Saison. Auch für den atmosphärischen. Die Allianz Arena wurde ein Ozean aus Endorphinen, das Dach flog kurz weg. Ist aber wieder montiert.

Im Halbfinal-Hinspiel lieferten sich Titelverteidiger PSG und der FC Bayern vor einer Woche ein episches Spektakel, ein Jahrhundertspiel in der Europacup-Historie. 5:4 für Paris, der Eiffelturm funkelte vor Entzücken. Ein Spiel der Kategorie: Geht's noch? Und nun, am Mittwoch, wenn der Endspielteilnehmer von Budapest (30. Mai) ermittelt wird? Geht's noch besser?

Ehrenpräsident Hoeneß sieht "Momentum beim FC Bayern"

Rien ne va plus – nichts geht mehr – soll es am Ende für die Franzosen heißen. Beim Halbfinal-Roulette setzen die Bayern: Alles auf Rot. Geht es nach Vereinspatron Uli Hoeneß, liegt "das Momentum beim FC Bayern, nicht bei Paris". Es knistert in der Stadt, Vorfreude-Fieber hat beinahe jeden befallen. "Das ist schon etwas ganz Besonderes. Wo immer du hinkommst, wirst du auf dieses Spiel angesprochen", sagte Hoeneß bei DAZN und berichtete von einem Essen mit seiner Ehefrau Susi, bei dem er auf den Kracher angesprochen worden sei.

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Mit den Fans im Rücken: Sieben Gründe für einen Finaleinzug des FC Bayern

Was abgesehen vom Bauchgefühl des Ehrenpräsidenten noch für den zwölften Finaleinzug (fünf Mal im Europapokal der Landesmeister, sechs Mal in der Champions League) spricht:

Fans im Rücken: "Alle in Rot" - so lautet der Aufruf der organisierten Fans und des FC Bayern für den Mittwochabend. Schon ab dem Warmmachen der Mannschaften sollen die knapp 4000 mitreisenden PSG-Anhänger die Wucht der Allianz Arena, der 71.000 Roten, spüren. Passend dazu tragen die Profis erstmals das neue, knallrote Heimtrikot der kommenden Saison. Trainer Vincent Kompany appellierte: "Wir brauchen unsere Fans, wir brauchen Unterstützung. Es war so ein Feuer gegen Madrid. Wir brauchen sogar noch mehr." Feuer frei!

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"Festung" Allianz Arena und Comeback-Historie

Festung Fröttmaning: Die Allianz Arena sei laut Vorstandschef Jan-Christian Dreesen "schwer zu stürmen – genau das soll Paris vom Anpfiff an zu spüren bekommen." Nur eines der letzten 29 Heimspiele in der Königsklasse verlor Bayern. Und gewann die bislang sechs Arena-Partien der aktuellen Champions League-Saison.

Die Umbieger: 16 Mal verlor der FC Bayern in der Geschichte der Champions League (seit 1992/93) ein Hinspiel der K.o.-Phase. Immerhin vier Mal gelang danach noch das Weiterkommen – zuletzt 2023/24 im Achtelfinale gegen Lazio Rom (Hinspiel 0:1, Rückspiel 3:0 in München).

Kompany an der Seitenlinie und bessere Bayern-Fitness

Kompany coacht: Anders als im Hinspiel, als Bayerns Erfolgsbaumeister Vincent Kompany gesperrt war und den Innenraum samt Kabine nicht betreten durfte, steht der Belgier wieder an der Seitenlinie und kann direkt eingreifen. Was für ein Boost für seine Jungs.

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Fitte Münchner: Nicht nur Uli Hoeneß hatte es beobachtet. Gegen Ende des Hinspiels wirkten einige PSG-Akteure platt. "Wenn das Spiel zehn Minuten länger gegangen wäre – bei den Krämpfen und Verletzungen der Pariser – dann wäre vielleicht noch mehr drin gewesen", sagte der 74-Jährige bei DAZN, "das macht mich auch zuversichtlich für Mittwoch."

Joker-Qualitäten und Torhüter-Vorteil

Joker Karl: Sollte einer des Magischen Dreiecks mit Torjäger Harry Kane (13 Treffer in dieser Königsklassen-Saison), Luis Díaz (gut für den Linksaußen: PSG-Rechtsverteidiger Achraf Hakimi fehlt verletzt) und Rechtsaußen-Zauberfuß Michael Olise müde werden, könnte Teenie Lennart Karl (18) bei seinem Comeback vielleicht den Unterschied ausmachen – gar in der Verlängerung?

Neuer als Elfer-Held? Der 40-Jährige bestreitet sein 161. Champions-League-Spiel, ist der deutlich bessere Torhüter im Vergleich zu PSG-Keeper Matvey Safonov (27), der Donnarumma-Nachfolger Lucas Chevalier (nun verletzt) verdrängte. Vielleicht kommt's ja zum ultimativen Showdown-Drama vom Punkt.

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