"Dann geht das Spiel anders aus": Bayern-Bosse hadern mit Schiedsrichter-Leistung

Der FC Bayern scheidet nach einem 1:1 im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain aus der Champions League aus. Einen Schuldigen für das abermalige Scheitern im Halbfinale haben die Münchner bereits gefunden: Schiedsrichter João Pinheiro.
Patrick Strasser |
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Max Eberl (li.) und Jan-Christian Dreesen sind nicht einverstanden mit der Schiedsrichter-Leistung.
Max Eberl (li.) und Jan-Christian Dreesen sind nicht einverstanden mit der Schiedsrichter-Leistung. © IMAGO/Jerry Andre

Nach Spielende, als es vorbei war, als der FC Bayern ausgeschieden war aus der Champions League, musste die Enttäuschung raus. In der ersten Emotion, mit Tränen in den Augen, konzentrierte sich die Wut der Münchner nach dem 1:1 gegen Paris Saint-Germain auf eine Person: Auf Schiedsrichter João Pinheiro.

Direkt nach Abpfiff stapfte Vize-Kapitän Joshua Kimmich voller Adrenalin auf den Portugiesen zu, zeterte und schimpfte wegen der aus seiner Sicht zu kurzen Nachspielzeit - dafür sah er die Gelbe Karte. Auch Trainer Vincent Kompany suchte das Gespräch mit Pinheiro, wollte eine Erklärung. Nicht für die beiden großen Aufreger des Spiels, die zwei Szenen, als jeweils eine Hand eines PSG-Spielers die Hauptrolle spielte. Hätte es eine Gelb-Rote Karte für Außenverteidiger Nuno Mendes und einen Handelfmeter gegeben, würde man bei den Münchner nun vielleicht um die Vergabe der Eintrittskarten für das Champions-League-Endspiel am 30. Mai in Budapest diskutieren. Der Traum vom Finale platzte ebenso wie der vom möglichen Triple. Aus und vorbei.

Laimer kann Schiedsrichter-Pfiff nicht nachvollziehen: "Das kam mir komisch vor im Spiel"

Angenehm ruhig und analytisch gratulierte Kompany PSG fair zum Finaleinzug gegen den FC Arsenal – und das nach dem "wahrscheinlich wichtigsten Spiel meiner Trainerkarriere". Doch die Szenen des Halbfinal-Rückspiels, die die Bayern in der Hitze des Gefechts an der Seitenlinie zur Weißglut brachten, die wird Kompany selbst irgendwann im Juni, wenn er dann Urlaub hat, nicht aus dem Kopf bekommen.

Aufreger-Szene Nummer eins geschah in der 29. Minute: Der bereits mit einer Gelben Karte vorbelastete Nuno Mendes bekommt den Ball an den ausgestreckten Arm, verhindert damit, dass Gegenspieler Konrad Laimer weiter Richtung Strafraum laufen kann. Die Bayern-Bank wie das Publikum sind entsetzt, dass es anstatt Gelb-Rot für Mendes Freistoß für PSG gibt. Auf Anraten des Vierten Offiziellen. Nach Ansicht der Bilder eine Fehlentscheidung. Denn Laimer spielt den Ball nur mit Bauch und Oberschenkel, sagte: "Ich will den Ball vorbeilegen und er spielt ihn klar mit der Hand weg - wahrscheinlich eine klare Gelbe Karte. Der Schiedsrichter pfeift fünf Sekunden später mein Handspiel, das kam mir komisch vor im Spiel."

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Ballack wundert sich, warum der Vierte Offizielle eingreift

Nach 30 Minuten PSG nur noch zu zehnt – wohl spielentscheidend. Bayerns Sportvorstand Max Eberl sah es als einen Fakt an: "Dann geht das Spiel anders aus." Ex-Bayern-Profi Michael Ballack meinte zu dieser Szene bei DAZN: "Das ist eine spielentscheidende Situation. Es ist das erste Mal, dass der Vierte Offizielle in so eine Szene eingreift. Ich hatte das Gefühl, sie wollten die Gelb-Rote-Karte nicht geben. Das sage ich ganz offen. Man sucht ja manchmal nach Situationen, um ein Spiel nicht in eine Bahn zu lenken. Ich will ihm nichts unterstellen, aber die Situation hat es nicht hergegeben, diese Entscheidung so zu fällen."

Aufreger-Szene Nummer zwei passierte zwei Minuten darauf. Als PSG-Mittelfeldspieler Vitinha den Ball aus dem eigenen Strafraum schlägt, schießt er seinen Mitspieler Joao Neves an, der mit abgespreiztem Arm den Ball blockt. Wieder gehen die Münchner emotional aus dem Sattel, fordern nun Elfmeter. Doch Schiedsrichter Pinheiro lässt weiterspielen, der VAR greift nicht ein. Korrekt, wenn man in die Regelauslegung des IFAB, dem internationalen, unabhängigen Gremium für Fußballregeln schaut. Dort heißt es: Wenn der Ball vom eigenen Spieler kommt und nicht auf das Tor kommt, handele es sich nicht um einen Elfmeter.

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Im Hinspiel bekam PSG nach Davies-Handspiel einen Elfmeter zugesprochen

Die Szene schmerzt die Bayern-Seele dennoch doppelt, da man beim 4:5 im Hinspiel in Paris einen Elfmeterpfiff schlucken musste als Bayerns Außenverteidiger Alphonso Davies den Ball an den Oberschenkel bekam und dieser von dort an den Arm sprang. Daraus fiel das 3:2 für PSG.

War der 38-jährige Pinheiro, der Schiedsrichter des Rückspiels, zu unerfahren? Die Partie in München war erst sein 15. Einsatz in der Königsklasse, ein Highlight wie dieses der Kategorie Halbfinale war ihm noch nicht vergönnt. Darauf spielte auch Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen an als er kurz vor Mitternacht sagte: "Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Champions-League-Einsätzen so ein Spiel leiten darf. Und das erklärt dann vielleicht auch so manchen Pfiff."

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  • Flansi Hick vor 5 Minuten / Bewertung:

    Den alleinigen Schuldigen beim Schiri zu suchen ist falsch. Die Mannschaft war nach dem viel zu frühen Gegentor verunsichert. Sie kamen nie richtig ins Spiel. PSG hat das clever verteidigt und es mit ihrem aussergewöhnlich schnellen Umschaltspiel trotzdem offensiv an nichts fehlen lassen....trotzdem bleibt ein gewisses Fragezeichen hinter dem Schiri und seiner dargebotenen Leistung. Denn die war in entscheidenden Situationen schon (offensichtlich) ,pro PSG'. Aber selbst auf Grund dessen kannst Du das Spiel selber biegen, auch ohne Elfer und gelb rot.

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  • Sani Bonani vor 17 Minuten / Bewertung:

    Fussball ist wie Politik, nicht die Wähler entscheiden sondern die Zähler der Stimmen.

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  • Knoedel vor 30 Minuten / Bewertung:

    Ich habe das Gefühl, dass bei einer Niederlage in letzter Zeit immer der Schiedsrichter schuld ist. Egal ob bei uns, oder Real Madrid oder wie üblich bei 60.
    Wenn man 90 Minuten kein Tor schießt, dann ist das für mich das Problem.

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