Bosse des FC Bayern verteidigen Joshua Kimmich: "Nicht an den Pranger stellen!"

Bayern-Präsident Herbert Hainer und auch Oliver Kahn verteidigen Joshua Kimmich, der sich als Ungeimpfter mit Corona infiziert hat. "Er gibt alles für den Klub."
| Maximilian Koch
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Verteidigungsrede für Joshua Kimmich: Bayern-Präsident Herbert Hainer.
Verteidigungsrede für Joshua Kimmich: Bayern-Präsident Herbert Hainer. © Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto

München – Wegen seiner Corona-Erkrankung konnte Joshua Kimmich am Donnerstagabend nicht selbst auf der Jahreshauptversammlung im Audi Dome dabei sein – und doch war er eine der Hauptfiguren.

Bayern-Präsident Herbert Hainer begann seine Rede mit einem Impf-Appell, da kam die Sprache freilich schnell auf den ungeimpften Kimmich. "Es ist eine persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, aber wir als FC Bayern München sehen in der Impfung den besten Weg, dass wir alle wieder das Leben führen, das wir vor Corona hatten", sagte Hainer deutlich. Ebenso machte das Kluboberhaupt klar, dass er die Kritik an Kimmich aufs Schärfste verurteilt.

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Rückendeckung auch von Kahn

"Wir reden in dieser Frage ständig mit unseren Spielern", ergänzte Hainer: "Es ist aber nicht in Ordnung, unsere Spieler und vor allem unseren Joshua Kimmich an den Pranger zu stellen. Wir sind fest an der Seite unserer Spieler, wir schützen sie. Das steht außer Frage." In der Halle gab es nach Hainers Verteidigungsrede viel Applaus.

Auch Vorstandschef Oliver Kahn gab Kimmich später Rückendeckung. "Joshua ist ein verantwortungsvoller Spieler, ein absoluter Weltklassespieler, der alles für den Klub und die Mannschaft gibt", sagte Kahn: "Corona führt bei vielen Menschen zu Unsicherheit. Ich sehe keinen Grund, warum das im Fußball anders sein sollte."

Auch für Bundestrainer Hansi Flick und die Nationalelf könnte der Fall Kimmich noch zu einem echten Problem werden.
Auch für Bundestrainer Hansi Flick und die Nationalelf könnte der Fall Kimmich noch zu einem echten Problem werden. © Swen Pförtner/dpa

Kahn plädiert für das Impfen

Gleichzeitig unterstrich Kahn, dass er ebenfalls voll auf die Impfung setzt. "Es ist das beste Mittel, sich impfen zu lassen. Mit dieser Haltung leisten wir jeden Tag Überzeugungsarbeit, bei unseren Mitarbeitern und unseren Spielern. Es gibt aber keine Impfpflicht in Deutschland, und das Recht des Einzelnen, sich frei zu entscheiden, respektieren wir." Er sei zudem sehr froh, dass Kimmich (bis 2025) und Leon Goretzka (bis 2026) ihre Verträge verlängert hätten, ergänzte Kahn.

Umso schmerzhafter ist es nun, dass Kimmich den Münchnern mindestens zwei weitere Wochen fehlen wird, er befindet sich in Quarantäne. Damit verpasst er auch den Bundesliga-Kracher bei Borussia Dortmund am 4. Dezember.
Ein herber Rückschlag für das Team von Trainer Julian Nagelsmann, speziell in diesen Topspielen zeigt Kimmich oft seine besten Leistungen. Immerhin: Dem Mittelfeldstar geht es laut Kahn "gut". Anders sieht es beim ebenfalls infizierten Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting, der Symptome aufweist.

Kimmich besitzt Genesenen-Status frühestens kurz vor Weihnachten

Bayern wird das Corona-Thema einfach nicht los. Nach Ansicht von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeige "der Fall Kimmich", der aktuell wohl Deutschlands bekanntester Ungeimpfter ist, wie "schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden. Das Risiko ist unbeherrschbar", mahnte er. Und die sich häufenden Fälle im Bayern-Kader bestätigen Lauterbach. Fünf Spieler traf zuletzt als Kontaktpersonen infizierter Personen ja außerdem der Quarantäne-Bann.
Der Klub reagierte darauf sogar mit Gehaltskürzungen, weil sie ihrer Arbeit nicht nachkommen können.

Wie es nun mit Kimmich weitergeht? Nun, nach dem Ende der Quarantäne gilt er nicht unmittelbar als genesen. Sein positiver PCR-Test muss mindestens 28 Tage zurückliegen und es dürfen keine Symptome mehr vorliegen. Kimmich besitzt den Genesenen-Status demnach frühestens kurz vor Weihnachten – wenn die Bundesliga Winterpause macht. Ende Mai könnte sich Kimmich dann endlich impfen lassen – und die Klub-Bosse ein bisschen glücklicher machen.

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