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Bittere Leihspieler-Bilanz: Kaum einer konnte sich für den FC Bayern empfehlen

Der FC Bayern setzte in der abgelaufenen Saison bei seiner Talententwicklung verstärkt auf Leihgeschäfte. Insgesamt acht Talente spielten zeitweise bei anderen Klubs – mit unterschiedlichem Erfolg. Die Leihspieler im AZ-Check.
| Bernhard Lackner Christina Stelzl
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Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic. © sampics/Augenklick

München - Der FC Bayern hat die Leihe für sich entdeckt. "Es gibt Beispiele wie Lahm und Alaba, die prägende Figuren bei den Bayern nach ihren Leihen wurden", erinnerte Trainer Hansi Flick im Laufe der Saison. Schon im vergangenen Sommer hatte der Rekordmeister sechs Talente verliehen, im Winter folgten Chris Richards (TSG Hoffenheim), Joshua Zirkzee (Parma Calcio) und Leon Dajaku (Union Berlin).

Die Leihspieler, die in München kaum Aussicht auf regelmäßige Spielzeit bei den Profis gehabt hätten, sollten bei anderen Klubs regelmäßige Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln und sich für den deutschen Rekordmeister empfehlen - so zumindest der Plan. Gelungen ist das allerdings nicht jedem. Die AZ gibt einen Überblick:

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Oliver Batista Meier (SC Heerenveen)

Oliver Batista Meier soll in dieser Saison in der Eredivisie Erfahrungen sammeln.
Oliver Batista Meier soll in dieser Saison in der Eredivisie Erfahrungen sammeln. © imago images / Pro Shots

Oliver Batista Meier lief in der abgelaufenen Saison für den SC Herrenveen auf. In der niederländischen Eredivisie, deren Niveau zwischen erster und zweiter Bundesliga einzuschätzen ist, sollte sich der 20-Jährige weiter beweisen. Nachdem der Offensivspieler anfangs noch regelmäßig zu seinen Einsätzen kam, entwickelte sich die Rückrunde zum Super-GAU für das Talent. Zuletzt stand er häufig ohne Einsatz im Kader. Er wird wohl ohne Spielpraxis nach München zurückkehren. 

Einem Bericht der "Bild" zufolge soll der Youngster jedoch auch in München keine Zukunft besitzen. Im offensiven Mittelfeld der Profis sei die Konkurrenz zu groß, die Reserve in der vierten Liga würde nicht den Ansprüchen des 20-Jährigen entsprechen. Beim FC Bayern besitzt der gebürtige Pfälzer einen Vertrag bis 2023. 

Chris Richards (TSG Hoffenheim)

Ist an die TSG Hoffenheim ausgeliehen: Chris Richards.
Ist an die TSG Hoffenheim ausgeliehen: Chris Richards. © Sven Simon/ imago images

Bei der TSG Hoffenheim entwickelte sich der 21-Jährige unter Sebastian Hoeneß zum absoluten Stammspieler und ließ sein Talent einige Male aufblitzen. Wenn er fit war, stand Richards regelmäßig in der Startelf der Kraichgauer.

Ob er zum FC Bayern nach der Saison zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Durch den Trainerwechsel an der Isar dürften sich die Karten in der Bayern-Defensive neu mischen und auch der US-Amerikaner wird auf seine Chance unter Julian Nagelsmann hoffen.

Doch auch Hoffenheim hat noch nicht aufgegeben, den Youngster womöglich über die Saison hinaus zu halten. Wie die "Sport Bild" berichtet, legt sich der Bundesliga-Klub mächtig ins Zeug, Richards auch für die kommende Saison auszuleihen. Ob ein weiterer Transfer zustande kommt, hängt wohl auch davon ab, wie man bei den Bayern mit ihm plant.

"Ich hoffe, dass sich in den nächsten Wochen alles klären wird. Es müssen noch einige Details ausgearbeitet werden", erklärte er gegenüber "France Football". Die Leihe scheint sich für ihn derweil voll ausgezahlt zu haben: "In Hoffenheim habe ich hingegen alles andere gemacht, als im Wartestand zu sitzen. Es war eine sehr gute Entscheidung", erklärte er. 

Leon Dajaku (Union Berlin)

An Union Berlin ausgeliehen: Offensivspieler Leon Dajaku.
An Union Berlin ausgeliehen: Offensivspieler Leon Dajaku. © Rauchensteiner/Augenklick

Per Last-Minute-Leihe parkten die Münchner Leon Dajaku im Winter bei Union Berlin, wo der 20-Jährige Spielpraxis sammeln sollte. Aufgrund von kleineren Verletzungen sowie einer Corona-Infektion kam der Stürmer in der Rückrunde zu lediglich zwei Kurzeinsätzen. 

Deshalb will sich Dajaku auch in der kommenden Saison bei den "Eisernen" beweisen und plant zunächst keine Rückkehr nach München, wie die "Sport Bild" berichtet. 

Joshua Zirkzee (Parma Calcio)

Joshua Zirkzee läuft in der Rückrunde auf Leihbasis für Parma Calcio auf.
Joshua Zirkzee läuft in der Rückrunde auf Leihbasis für Parma Calcio auf. © imago images/Lackovic

Sportlich konnte der 19-Jährige während seiner glücklosen Zeit in Norditalien kaum etwas beitragen. Schon kurz nach seiner Ankunft in Parma setzte ihn ein Hexenschuss für mehrere Wochen außer Gefecht, seit Anfang April zwingt ihn eine Innenbandverletzung im Knie zum Zuschauen. Seine mehr als dürftige Leih-Bilanz: Vier Spiele, keine Torbeteiligung.

Wenig überraschend wird der Absteiger laut "kicker" davon absehen, die im Leihvertrag verankerte Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro zu ziehen. Nach aktuellem Stand wird er also im Sommer zum FC Bayern zurückkehren. Beim deutschen Rekordmeister besitzt Zirkzee noch einen Vertrag bis 2023. Eine Zukunft in München scheint aber ebenfalls unwahrscheinlich, da die Bayern kürzlich mit Lewandowski-Backup Eric Maxim Choupo-Moting ebenfalls bis 2023 verlängert haben. 

Christian Früchtl (1. FC Nürnberg)

Christian Früchtl stand seit seiner Leihe nach Nürnberg lediglich in Testspielen auf dem Platz.
Christian Früchtl stand seit seiner Leihe nach Nürnberg lediglich in Testspielen auf dem Platz. © imago images / Passion2Press

Torhüter Christian Früchtl war einer der Leistungsträger der U23 auf dem Weg zur Meisterschaft im vergangenen Jahr. Eine wirkliche Perspektive für die erste Mannschaft bot sich dem 21-Jährigen allerdings nicht. An Kapitän Manuel Neuer gab es kein Vorbeikommen, mit Alexander Nübel wurde darüber hinaus der designierte Nachfolger des Welttorhüters 2020 verpflichtet.

Um sich auf höherem Niveau als der 3. Liga beweisen zu können, wurde Früchtl in die 2. Bundesliga an den 1. FC Nürnberg verliehen. Beim Club war der Keeper allerdings auch nur die Nummer zwei hinter Christian Mathenia und kam kein einziges Mal zum Einsatz. Stand jetzt wird er im Sommer nach München zurückkehren - doch wie geht es für ihn weiter?

Zuletzt berichtete "Sky", dass es den 21-Jährigen nach Österreich ziehen könnte. Gleich mehrere Vereine aus der österreichischen Bundesliga sollen Interesse am FCB-Keeper haben. In München besitzt er einen Vertrag bis 2022. 

Michael Cuisance (Olympique Marseille)

Derzeit an Olympique Marseille ausgeliehen: Michael Cuisance.
Derzeit an Olympique Marseille ausgeliehen: Michael Cuisance. © imago images / MIS

Die Beziehung zwischen Michael Cuisance und dem FC Bayern wird wohl keine glückliche mehr werden. Nach seiner Verpflichtung von Borussia Mönchengladbach im Sommer 2019 kam der hochveranlagte Mittelfeldspieler in der ersten Mannschaft kaum zum Zug. Wie bereits während seiner Zeit in Gladbach zweifelt man dem Vernehmen nach auch in München an dessen Mentalität und seiner Bereitschaft, an sich zu arbeiten.

Nachdem sich der Wechsel zu Leeds United kurzfristig zerschlug, wurde der 21-Jährige in die Heimat zu Olympique Marseille ausgeliehen, mit anschließender Kaufoption. Beim französischen Traditionsklub kam Cuisance relativ häufig zum Einsatz. Dennoch soll Marseille laut "RMC"  mittlerweile beschlossen haben, den Mittelfeldspieler nicht dauerhaft unter Vertrag zu nehmen. 

Allerdings scheint auch eine Rückkehr nach München aktuell unwahrscheinlich, aufgrund der Corona-Pandemie gilt er als Verkaufskandidat im Sommer. Sein Vertrag ist beim deutschen Rekordmeister noch bis 2024 datiert.

Lars Lukas Mai (SV Darmstadt 98)

Lars Lukas Mai darf sich in dieser Saison in der 2. Bundesliga beweisen.
Lars Lukas Mai darf sich in dieser Saison in der 2. Bundesliga beweisen. © imago images / Schreyer

Wie Früchtl wechselte auch Lars Lukas Mai vergangenen Sommer in die 2. Bundesliga. Der Innenverteidiger zählte in der Meistersaison zu den Leistungsträgern in der U23 und trainierte regelmäßig mit den Profis, zu einem Einsatz in der ersten Mannschaft hat es allerdings nicht gereicht.

Er sollte beim SV Darmstadt 98 regelmäßig Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln. Unter Trainer Markus Anfang zählt der 21-Jährige über die gesamte Saison hinweg zum absoluten Stammpersonal. Einen Verbleib bei bei den Lilien schloss der Innenverteidiger nicht aus: "Ich halte mir alle Optionen offen", wurde Mai zuletzt im "kicker" zitiert. 

Mehreren Medienberichten zufolge könnte Mai seinem ehemaligen B-Jugend-Trainer beim FC Bayern Tim Walter zum HSV folgen. Neben den Hamburgern sollen auch Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf am 21-Jährigen interessiert sein. Bei den Bayern hat er noch einen Vertrag bis 2023. 

Adrian Fein (PSV Eindhoven)

Adrian Fein läuft seit Sommer für die PSV Eindhoven auf.
Adrian Fein läuft seit Sommer für die PSV Eindhoven auf. © firo/Augenklick

Nach zwei Leihen in die 2. Bundesliga zu Jahn Regensburg und dem Hamburger SV kehrte der gebürtige Münchner im vergangenen Sommer wieder zum FC Bayern zurück. Doch schon in der Vorbereitung zeichnete sich ab, dass es für Einsätze beim deutschen Rekordmeister noch nicht reichen würde. Vor seiner Leihe zur PSV Eindhoven stand er nicht einmal im Kader der ersten Mannschaft, einzig beim 2:2 der U23 gegen Türkgücü München kam er zum Einsatz.

An der Seite von Weltmeister und Ex-Bayer Mario Götze sollte Fein für Kreativität im Mittelfeld der PSV Eindhoven sorgen – eine Erfolgsgeschichte wurde das Leihgeschäft aber nicht. Für PSV absolvierte der gebürtige Münchner nur 18 (Teil-)Einsätze und war dabei an drei Toren beteiligt.

Ob er im Sommer nach München zurückkehrt, ist noch offen. Auch hier wird entscheidend sein, wie Neu-Coach Julian Nagelsmann mit ihm plant. 

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