Bier, Schürze, Schnaps: Klopps geheimer Red-Bull-Abschied in Schwabing
Für seine Schwabing-Party war der Bundestrainer natürlich bestens vorbereitet: Als Jürgen Klopp am frühen Samstagabend im lässigen Outfit mit weißem Shirt, beiger kurzer Hose, Sneakers und dunkler Baseball-Kappe das 30-Liter-Bierfass anstach, hatte er eine graue Schürze umgehängt, um mögliche Spritzer abzufangen. Profi halt. Klopp lachte und servierte seinen Freunden ein Helles.
Red-Bull-Abschied im Münchner Kaisergarten
Es war ein rundum gelungener und harmonischer Abend im Kaisergarten, Klopp sagte seinen ehemaligen Red-Bull-Mitarbeitern bei dem Treffen Servus.
Bereits am Freitag hatte Klopp sein München-Wochenende begonnen, der 59-Jährige schaute beim Bundesliga-Auftakt zwischen Bayern und dem VfB Stuttgart vorbei. Am Sonntag traf Klopp dann noch die Bayern-Verantwortlichen um Trainer Vincent Kompany an der Säbener Straße, er schaute beim Training genau hin.
Volksnaher Auftritt in Schwabing
Dazwischen lag Klopps sympathischer Red-Bull-Abschied in Schwabing. Der neue Bundestrainer gab sich volksnah, nach den kurzen Reden von Mario Gomez und Klopp selbst wurde gelacht und angestoßen, die Stimmung war bestens. Andere Gäste an den Nebentischen prosteten Klopp zu.

Zu den etwa 35 Gästen zählten neben Klopp und Gomez auch Marc Kosicke, Berater des Bundestrainers, sowie Klopps Co-Trainer Peter Krawietz und Zsolt Löw und Ernährungsberaterin Mona Nemmer.
Gomez, der frühere Bayern-Stürmer und heutige Technische Direktor von RB, hielt eine wertschätzende Ansprache auf Klopp und wünschte ihm viel Erfolg für die Aufgabe beim DFB. Klopp bedankte sich bei Red Bull und saß danach ganz entspannt mit seinen früheren Kolleginnen und Kollegen am Tisch. Auch ein paar Schnäpse wurden an die Gäste ausgeschenkt, der Rauch von E-Zigaretten zog durch die Efeu-Gewächse an den Bundestrainer-Tischen. Ein Abend unter Freunden.
Klopps Mutmacher für Jamal Musiala
Zuvor hatte Klopp Bayern-Star Jamal Musiala (neurologische Dysfunktion) viel Mut für ein Comeback gemacht. Der Bundestrainer versicherte Musiala in einer Sprachnachricht volle Unterstützung. "Die eine Sorge, dass das irgendwie Auswirkungen auf die Nationalmannschaft hat, die kann ich ihm nehmen. Denn die hat es natürlich nicht."

Geduld sei gefragt, ergänzte Klopp: "Junge, werd’ gesund – und dann ist die Tür offen." Insgesamt zeigte sich Klopp "voll positiver Gefühle und Vorfreude". Eine Klopp’sche Kernbotschaft lautet, "dass wir vieles intensiver gestalten wollen", wie er als Beobachter des Bundesliga-Eröffnungsspiels zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart sagte.
"Kaffee, Kuchen, vielleicht eine Leberkäsesemmel" – das werde es beim Klopp-Besuch geben, scherzte Münchens Sportvorstand Max Eberl am Freitagabend in der Allianz Arena, um danach ernsthaft fortzufahren: "Ich finde den Austausch mit dem Bundestrainer schön. Wir haben viele Nationalspieler, das Gespräch ist sehr wichtig."

Am Montag reist Klopp weiter nach Stuttgart, wo er sich nicht nur mit VfB-Coach Sebastian Hoeneß austauschen will, sondern neben arrivierten DFB-Spielern wie Deniz Undav auch einen programmierten Debütanten wie Dzenan Pejcinovic näher kennenlernen möchte. "Ich habe ihm gesagt, dass wir uns treffen", sagte Klopp in München über den Stürmer aus der U21-Nationalelf.
Dem München-Aufenthalt folgt Dienstreise nach Stuttgart
Der jahrelange Vereinstrainer arbeitet sich gerade mit Volldampf in den neuen Job ein. "Ich versuche einfach, alle mitzunehmen auf dem Weg, den wir gehen wollen", sagt er. Er braucht die Vereinstrainer, ob Bayerns Kompany, ob Niko Kovac in Dortmund oder Hoeneß in Stuttgart. Klopp sagt: "Wir wollen, dass die Nationalmannschaft für die Vereine auch einen Mehrwert darstellt."
Es fühle sich für ihn "richtig" an, jetzt Nationaltrainer zu sein. "Wir haben ganz viel vor beim DFB. Aber wir wissen, wir können uns nur Zeit kaufen über Ergebnisse, Fortschritte", meinte Klopp. Er muss von Beginn an liefern.

