Bayerns Sieben-Kampf

Ein halbes Dutzend Neueinkäufe und Rückkehrer Görlitz erhöhen den Druck im Kader. Die AZ erklärt, wer es mit welchem Rivalen zu tun bekommt – und wie die Chancen jeweils stehen.
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Auch er konnte nicht überzeugen: Mario Gomez.
Fotomontage: Rauchensteiner/Augenklick Auch er konnte nicht überzeugen: Mario Gomez.

Ein halbes Dutzend Neueinkäufe und Rückkehrer Görlitz erhöhen den Druck im Kader. Die AZ erklärt, wer es mit welchem Rivalen zu tun bekommt – und wie die Chancen jeweils stehen.

MÜNCHEN Sieben Neue – und nur einer kennt sich aus an der Säbener Straße: Andreas Görlitz, der ab 2004 drei Jahre im Bayern-Kader stand und zuletzt für zwei Jahre an den Karlsruher SC ausgeliehen war. Für ihn und das Sixpack der Neueinkäufe steht ein harter Konkurrenzkampf um einen Stammplatz bevor. Die AZ checkt die Kandidaten.

1. Timoschtschuk (30), Mittelfeld

Position: Der Ukrainer ist als der zentrale Mann vor der Abwehr verpflichtet worden (Vertrag bis 2012). Er soll das Spiel im Mittelfeld lenken, Bälle erobern, Angriffe inszenieren. Der Mann, der wie bei seinem Ex-Verein Zenit St. Petersburg die Rückennummer „44“ erhält gilt als lauf- und zweikampfstark, er kommt meist mit wenigen Fouls aus.

Konkurrenten: Mark van Bommel und Andreas Ottl, der allerdings bei einem vernünftigen Angebot gehen darf. Van Bommel, unter Klinsmann und Heynckes Kapitän, hat bereits bei Bekanntwerden der Verpflichtung des neuen Sechsers Timoschtschuks einen harten Konkurrenzkampf angekündigt: „Er soll ruhig kommen. Gerne. Aber dann sitzt er eben auf der Bank.“

Prognose: Es dürfte ein hartes, spannendes Duell um diese Position geben, die – anders als unter Jürgen Klinsmann – in van Gaals 4-4-2-System mit der Raute im Mittelfeld nur einmal vorgesehen ist. Timoschtschuk hat als Neuzugang einen Bonus. Ausgang offen.

2. Ivica Olic (29), Sturm

Position: Der Kroate kam als Ersatz für Lukas Podolski (zurück zum 1. FC Köln) und erhielt einen Vertrag bis 2012. Als Linksfuß ist er sowohl im Sturmzentrum als auch auf der linken Außenbahn als Stellvertreter für Franck Ribéry einzusetzen. Olic ist ständig unterwegs, wuselig, bissig, wendig. Und torgefährlich: 29 Tore in 80 Ligaspielen.

Konkurrenten: Ribéry wird er nur ersetzen, wenn der Franzose verletzt ist oder eine Pause braucht. Im Sturmzentrum wird er wohl zunächst nur der Joker für Klose/Gomez und Luca Toni sein.

Prognose: Olic, die neue „11“, könnte aufgrund seiner Top-Einstellung ähnlich wie vor zwei Jahren Hamit Altintop die Überraschung aller Einkäufe sein. Ein vorbildlicher Profi, der sich auch für die Bank nicht zu schade ist.

3. Mario Gomez (23), Sturm

Position: Für Manager Uli Hoeneß ist Gomez der „Schlüsseltransfer“, nun haben die Bayern auf Jahre einen – wenn nicht den besten deutschen Stürmer im Kader. Rund 30 Millionen Euro Ablöse sind Rekord, Gomez erhielt einen Vierjahresvertrag. Letztes Jahr traf er für den VfB 24 Mal, in 121 Liga-Spielen erzielte er 63 Treffer. Er ist beidfüßig, kopfballstark, verfügt über eine hohe Spielintelligenz.

Konkurrenten: Klose eher nicht, er dürfte an seiner Seite gesetzt sein. Schon eher Luca Toni. Der Italiener aber kündigte in seinem Urlaub nach dem Confed-Cup via „Bild“ an: „ Ich denke, der FC Bayern weiß, was er an mir hat.“

Prognose: Gomez (die Nummer 33) ist zu gut, er setzt sich durch und wird Stammstürmer – auf lange Sicht.

4. Edson Braafheid (26), Abwehr

Position: Braafheid ist der Typ Spieler, der van Gaal gefällt: Flexibel, spielstark, sehr mannschaftsdienlich. Der Holländer kann als echter Linksfuß in der Abwehr auf der linken Seite (dann rückt Lahm auf rechts) und im Zentrum eingesetzt werden.

Konkurrenten: Auf links kommt er an Lahm zunächst sicher nicht vorbei, im Abwehrzentrum stehen Lucio, Martin Demichelis und Daniel van Buyten vor ihm. Noch?

Prognose: Braafheid (erhält die Rückennummer 4) ist eine Investition in die Zukunft.

5. Danijel Pranjic (27), Mittelfeld

Position: Der Kroate ist noch so ein Allrounder nach dem Geschmack van Gaals. Als Linksfuß (mit Zé Roberto verließ der einzige Linke im Mittelfeld den Verein) kann Pranjic fast auf der ganzen Außenbahn eingesetzt werden, ein guter Vorbereiter, zudem torgefährlich.

Konkurrenten: Auf links Lahm und Ribéry – also alles aussichtslos? Na ja, Pranjic (erhält die Nummer 23) war van Gaals Wunschtransfer.

Prognose: Eine Alternative mit reichlich Überraschungspotenzial.

6. Andreas Görlitz (27), Abwehr

Position: Görlitz ist ein Mann für die rechte Seite, ob in der Viererkette oder im rechten Mittelfeld. Die Bayern geben dem Hobbygitarristen mit der ungewöhnlichen Rückennummer „77“ eine neue Chance, sich für einen weiteren Vertrag (seiner läuft im Juni 2010 aus) zu empfehlen.

Konkurrenten: Nach Willy Sagnols Karriere-Ende und dem Abschied von Milan-Leihgabe Massimo Oddo ist der härteste Rivale auf den ersten Blick lediglich Christian Lell, der die Freigabe erhalten hat, aber noch im Kader ist. Rückt Lahm allerdings auf rechts, ist die Tür für Görlitz zu. Dann ist er Bankdrücker.

Prognose: Es wird schwer für Görlitz, auf sich aufmerksam zu machen.

7. Alexander Baumjhann (22), Mittelfeld

Position: Der Ex-Gladbacher war einer der ersten Transfers, die Bayern getätigt hat. Es war Jürgen Klinsmann, der sich für ihn ausgesprochen hatte. Baumjohann ist ein klassischer Spielmacher, dazu stark im Dribbling.

Konkurrenten: Im Grunde nicht machbar für den Mann mit der „19“. Vor ihm stehen Ribéry und die – noch nicht verkauften – Tim Borowski und Jose Ernesto Sosa als Alternativen.

Prognose: Könnte ein hartes Lehrjahr für Baumjohann werden, zuletzt war es Einjahres-Fliege Schlaudraff, der bei Bayern die „19“ trug. Nach nur einer schwachen Saison ging er zu Hannover. Und Baumjohann?

Patrick Strasser

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