Bayerns "Pippo": Der nächste Youngster hofft auf den Durchbruch
Sein Spitzname dürfte bei einigen Bayern-Fans nicht gerade für positive Gefühle sorgen: "Pippo" wird Youngster Felipe Chávez genannt – genauso wie der frühere italienische Topstürmer Filippo Inzaghi, der dem FC Bayern im Dress der AC Mailand Anfang der 2000er-Jahre regelmäßig Tore einschenkte. Doch Chávez, das peruanische Juwel mit Wurzeln in Schwaben, könnte dafür sorgen, dass der Name "Pippo" in Zukunft nur noch mit Freude verbunden wird. Den Anfang hat der 18-Jährige beim 5:0 in Salzburg gemacht.
Tor und Vorlage gegen Salzburg
Ein Tor und eine Vorlage gelangen Chávez nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit, neben Lennart Karl gehörte er zu den auffälligsten Spielern aufseiten der Münchner. Speziell der Pass vor Karls 2:0 war eine Augenweide. "In solchen Momenten denke ich gar nicht nach", sagte Chávez nach seiner ersten Torbeteiligung überhaupt für die Profis: "Ich agiere intuitiv und mache das, was mir als Erstes in den Kopf kommt."

Das funktioniert ausgesprochen gut. Chávez, der sonst für die Amateure in der Regionalliga spielt, aber schon seit einigen Monaten bei Vincent Kompanys Team mittrainiert, kommt seinem Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft immer näher. Und wer weiß: Vielleicht klappt es schon am Sonntag (17.30 Uhr) zum Bundesliga-Start gegen den VfL Wolfsburg.
Denn während Stammtorhüter Manuel Neuer am Donnerstag mit dem Team trainierte und wohl rechtzeitig fit wird, fehlte Mittelfeldchef Joshua Kimmich (Probleme am Sprunggelenk) erneut. Auch für Jamal Musiala (Aufbautraining nach Wadenbeinbruch) kommt die Partie zu früh. Daher könnte Chávez in den Kader rücken - und vielleicht sogar als Joker in die Partie kommen.
Pizarro lobt Chávez
"Es macht unfassbar viel Spaß, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Jeder bewegt sich auf einem Top-Level", sagte der Offensivakteur nach dem Salzburg-Spiel. Besonders erfreulich: Mit Wisdom Mike, Cassiano Kiala, David Santos Daiber, Deniz Ofli, Guido Della Rovere, Maycon Cardozo und Javier Fernández erhielten weitere Nachwuchskräfte Einsatzzeit. Nach dem Durchbruch von Karl klopfen die nächsten Talente oben an - und speziell Chávez (ein Länderspiel für Peru) werden gute Chancen eingeräumt.

"Er ist ein Augsburger Junge, allerdings merkt man auch den peruanischen Einschlag", sagte Campus-Chef Jochen Sauer über Chávez, der eine deutsche Mutter hat und theoretisch auch für die deutsche Nationalmannschaft spielen könnte: "Er ist ein Künstler und hat einen wahnsinnigen linken Fuß, ist kreativ und weiß genau, was passiert."
Und selbst Peru-Legende Claudio Pizarro schwärmte von Bayerns Youngster. "Er ist ein Junge, der sich als Fußballer stetig weiterentwickelt, und ich denke, dass man ihm hier deshalb auch einen neuen Vertrag gegeben hat", sagte Pizarro. "Er ist eine Hoffnung für den Verein. Hoffen wir, dass er sich weiterentwickelt, und dass er sich dauerhaft in der ersten Mannschaft etablieren kann."
Chávez, Bayerns "Pippo", sollte man spätestens jetzt auf dem Zettel haben.

