Bayern-Star erhält neuen Vertrag: Gnabry kämpft gegen zweifelhaften Ruf

Bei Teilen der Fans eilt Serge Gnabry der Ruf voraus, nach der Unterschrift unter einen neuen Vertrag in ein Formtief zu fallen. Was dieses Mal dagegenspricht.
von  Bernhard Lackner
Serge Gnabry hat seinen Vertrag beim FC Bayern zuletzt bis 2028 verlängert.
Serge Gnabry hat seinen Vertrag beim FC Bayern zuletzt bis 2028 verlängert. © IMAGO/Eibner

Joshua Kimmich konnte seine Freude nicht verbergen und man kann es ihm auch nicht verdenken. "Weiter geht die wilde Fahrt!", feixte der Mittelfeldspieler über die Vertragsverlängerung von Serge Gnabry.

Kein Wunder: Beide kennen sich seit Kindheitstagen aus der Jugend des VfB Stuttgart, spielen seit jeher Seite an Seite in der Nationalmannschaft und stehen mittlerweile seit neun Jahren gemeinsam beim FC Bayern unter Vertrag. Eine außergewöhnliche Geschichte.

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Für allzu große Schlagzeilen hat die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung ansonsten nicht gesorgt – sie hatte sich ja schon seit längerem abgezeichnet. Sowohl Verein als auch Spieler haben in den vergangenen Wochen keinen Hehl daraus gemacht, die gemeinsame Zusammenarbeit über den Sommer hinaus fortsetzen zu wollen. Am Donnerstagnachmittag dann die Vollzugsmeldung: Gnabry hat seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier bis 2028 gesetzt.

Formtief nach Vertragsunterschrift? Gnabry hatte bei einigen Bayern-Fans einen zweifelhaften Ruf

Dabei ist es noch gar nicht allzu lange her, da hatte Gnabry beim FC Bayern und den Fans einen schwierigen Stand. Über die Jahre hinweg hatte sich der 57-malige Nationalspieler gewissermaßen zu einer Reizfigur entwickelt. Im Kader des Rekordmeisters zählte er zu den Top-Verdienern, ließ allerdings die nötige Konstanz auf Top-Niveau vermissen. Starke Phasen wechselten sich ab mit schwer erklärbaren Leistungstiefs, auch Verletzungen bremsten den 30-Jährigen immer wieder auf.

Zudem hatte Gnabry bei Teilen der Anhängerschaft mit einem zweifelhaften Ruf zu kämpfen. Geht es auf sein Vertragsende zu, drehe er auf, nur um nach der Unterschrift unter einen neuen Kontrakt wieder mehrere Gänge zurückzuschalten, wurde ihm nachgesagt. Ob es dieses Mal genauso läuft?

Es gibt zumindest gute Gründe, die dem entgegenstehen. In der aktuellen Saison wirkt Gnabry fit und spritzig wie seit Jahren nicht, auch die immer wiederkehrenden Verletzungen blieben bislang aus. Obwohl er unter Trainer Vincent Kompany nicht zum unumstrittenen Stammpersonal zählt, nimmt er seine Rolle an und überzeugt mit guten Leistungen.

Gnabry hat mit der WM im Sommer in großes Ziel vor Augen

Und dann wäre dann ja auch noch die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer als ganz großes Ziel am Horizont. Für Gnabry, der seinen Platz im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Normalfall sicher haben dürfte, wird es aller Voraussicht nach die letzte WM sein – bei der nächsten wäre er schließlich fast 35 Jahre alt.

Die Bayern können also guten Mutes sein, dass Gnabry alles dafür tun wird, um beim Turnier in Nordamerika in bester Verfassung zu sein. "Meine Ziele sind, dass es so weitergeht: Wir sind eine echte Einheit und können Großes erreichen", sagte der Angreifer über seine Ziele mit dem Rekordmeister. Die wilde Fahrt, sie geht also weiter.

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