Bayern-Offensive: Peps Wahl der Qual

Der FC Bayern hat einen Stotterstart in die Rückrunde hingelegt. Vor allem in der Offensive hapert es. Müller? Götze? Lewandoski? Enttäuschend! Nur Arjen Robben überzeugt. Hoffen auf Ribéry.
| Matthias Eicher
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Auf wen soll Bayern-Trainer Guardiola setzen? Robert Lewandowski ist noch immer auf Formsuche.
Rauchensteiner/Augenklick Auf wen soll Bayern-Trainer Guardiola setzen? Robert Lewandowski ist noch immer auf Formsuche.

München – Alle Positionen doppelt gut besetzt, Top-top-top-Spieler, Leistungsträger, Weltmeister – Bayern-Trainer Guardiola ist es gewohnt, die Qual der Wahl zu haben. Er ist es auch gewohnt, dass sich manche Spieler besonders ins Rampenlicht spielen. Wie derzeit Arjen Robben. Der Niederländer ist glänzend in Form, steht mit zwölf Treffern auf Platz zwei der Torjägerliste, traf gegen Schalke und Stuttgart. Es läuft bei Robben.

Was der Bayern-Trainer aber kaum kennt: Vor dem anstehenden Duell mit dem HSV am Samstag (15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) ist nur Robben top. Zumindest in der Offensive: Die Abteilung Angriff hat nach der grandiosen Hinrunden einen verlängerten Winterschlaf eingeschlafen und den Neustart im Jahr 2015 mal so richtig verpennt. In drei Spielen gab’s – bekanntlich in dieser Reihenfolge – eine Niederlage (Wolfsburg), ein Remis (Schalke) und nur einen Sieg (Stuttgart).

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Alarmierende Ergebnisse nach Bayern-Standard. Noch alarmierender die fortgesetzte Ladehemmung der Stürmer. Nur zwei Treffer aus der Abteilung Attacke in den drei Spielen. Und die auch noch von ein und demselben Spieler: Robben. Der Doppel-Torschütze ist verantwortlich dafür, dass die Bayern den Start nur halb vermasselt haben. Denn: Sämtliche anderen Bayern-Akteure, deren Auftrag lautet, Tore auf zu produzieren, quälen sich mit diversen Problemen.

Die AZ erklärt, warum sich auch der Bayern-Trainer bei der Benennung seiner ersten Elf etwas mehr quälen muss als sonst.

Peps Wahl der Qual

Robert Lewandowski – drei Spiele, null Tore: Der Ex-Dortmunder konnte von Anfang an nicht an seine glanzvollen Tage beim BVB anknüpfen und kommt auch nach wie vor nicht mit seiner veränderten Rolle bei den Bayern nicht ganz zurecht. Der Pole macht so gut wie immer viel Betrieb und quält sich auf dem Platz, der Ertrag ist so gut wie immer gering. Seit vier Spielen nicht mehr getroffen, gegen Schalke zunächst mit einer Denkpause. Was bleibt sind schwache Auftritte (Wolfsburg) und vergebene Chancen (Stuttgart). Muss seine Torflaute schnellstens beenden.

Mario Götze – drei Spiele, null Tore: Neben Lewandowski klarer Pep-Verlierer nach der Winterpause. Nach durchwachsener Vorbereitung (Adduktorenprobleme, Magen-Darm-Infekt) gegen Wolfsburg erst spät eingewechselt, als Götze fest mit einem Startelf-Einsatz gerechnet hatte und angefressen war, wie er gegenüber „Sport Bild“ zugab: „Ganz klar: Ja. Ich war überrascht.“ Nach Boatengs Platzverweis gegen Schalke Opfer des taktischen Wechsels. Dabei sagt Götze: „Ich will spielen, immer, ich möchte auch mehr Verantwortung übernehmen.“ Leidet insofern unter Ribérys Ausfall, weil er in der Hinrunde am besten auf der Zehn agierte. Das weltmeisterliche Duell dort mit Thomas Müller wurde erstmal vertagt. Demnächst steht es an.

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Thomas Müller – drei Spiele, null Tore: Im Formtief. Zweimal ausgewechselt und gegen Stuttgart kam er nur von der Bank. Derzeit nicht so unberechenbar wie sonst, das Spiel läuft an ihm vorbei. Daher müllert es auch nicht mehr.

Claudio Pizarro – ein Spiel, null Tore: Der Peruaner ist kaum mehr eine echte Startelf-Alternative. Mit seinen jetzt schon 36 Jahren nur noch für die Jokerrolle gut. Viel mehr kann – und sollte – Guardiola vom Routinier nicht mehr erwarten.

Franck Ribéry – null Spiele, null Tore: Was bei Ribéry zuletzt fehlte: Er selbst! Und zwar spürbar. Der französische Wirbelwind musste wegen seines Muskelfaserrisses zwei Wochen passen und verpasste dadurch die ersten drei Spiele. Zurück im Teamtraining und wohl gegen den HSV dabei, aber auch schon wieder topfit? Sein eigenes Blitz-Comeback („Ich hoffe, dass ich gegen Hamburg wieder dabei bin“) hat er bereits ausgerufen.

Monsieur Lichtblick. Arjen Robben – 3 Spiele, 2 Tore: Alleinikow. Aber nicht wie früher, als ihn seine Kollegen wegen seiner Ego-Spielweise so nannten. Sondern weil auf ihn als alleinige Offensiv-Kraft derzeit Verlass ist. Traf für ihn unorthodox per Kopf wie gegen Schalke, gegen den VfB per Traumtor dank überragender Schusstechnik. Darf sich erst zurücklehnen, wenn sich seine Kollegen eine Scheibe von ihm abgeschnitten haben.

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