Bayern mit Sturmsorgen: Toni gesperrt, Klose fraglich
Dem FC Bayern droht im Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg der Ausfall der ersten Sturmreihe. Lukas Podolski, auf dem plötzlich die Hoffnungen des Münchener Anhangs ruhen, nimmt es locker.
Rekordmeister Bayern München plagen vor dem Uefa-Pokal-Halbfinalspiel gegen Zenit St. Petersburg Sorgen um die Besetzung der Angriffsreihe. Nachdem der Ausfall des Doppelpackers und Torgaranten Luca Toni wegen einer Gelb-Sperre bereits seit dem legendären Viertelfinalspiel gegen den FC Getafe feststand, bangen die Bayern nun auch um den Einsatz von Miroslav Klose. Der 29-jährige Klose, der eigentlich mit seinem Nationalmannschafts-Nebenmann Lukas Podolski im Hinspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Premiere) in der ausverkauften Münchner Arena für Tore sorgen sollte, laboriert an einer Fuß-Verletzung.
Im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (2:1 n.V.) hatte Klose am vergangenen Samstag einen Schlag auf den Fuß erhalten, eine schmerzhafte Entzündung behindert den Angreifer. Am Dienstag konnte er nicht trainieren, sondern musste stattdessen intensiv behandelt werden. «Hinter seinem Einsatz steht ein Fragezeichen», teilte Bayern-Sprecher Markus Hörwick mit.
Forscher Podolski
Der Ausfall von Klose würde die Bayern hart treffen, zumal schon der nach der fünften Gelben Karte gesperrte Toni zuschauen muss, der in den letzten vier Pflichtspielen jeweils doppelt getroffen hatte. «Es ist schade, dass Luca nicht dabei ist. Er hatte gerade einen schönen Lauf. Aber bislang haben wir noch jeden Ausfall auffangen können», kommentierte Mittelfeldspieler Mark van Bommel. Die Antwort, wer anstelle von Toni, der mit zehn Treffern die Nummer 1 in der Uefa-Cup-Torschützenliste ist, die Tore schießt, gab Jung-Vater Podolski: «Die anderen Zwei, die vorne spielen», sagte der Nationalspieler forsch. Für Klose und ihn stehen jeweils fünf Treffer im laufenden Wettbewerb zu Buche.
Van Bommel will beißen
Geschont wurde am Dienstag beim Training des frisch gebackenen Pokalsiegers Franck Ribéry. Der Einsatz des Franzosen ist aber nicht gefährdet, der lauffreudige Mittelfeldspieler sollte lediglich neue Kraft schöpfen nach den 120 anstrengenden Final-Minuten von Berlin. Keine Schonung erlegt sich dagegen van Bommel auf: Der Niederländer stand auch an seinem 31. Geburtstag mit gebrochener Nase auf dem Trainingsplatz. Nach der verschobenen Operation, zu der ihm die Ärzte geraten hatten, will er im Spiel zudem auf einen Gesichtsschutz verzichten. «Man muss ein bisschen auf die Zähne beißen. Man muss nicht übertreiben, so schlimm ist eine gebrochene Nase nicht», sagte der Mittelfeldspieler.
Respekt vor Acvocaat
Viele Details über den Gegner konnten die Bayern-Profis zwei Tage vor dem Spiel noch nicht berichten. Gewarnt sind sie trotzdem durch den Viertelfinal-K.o. von Bayer 04 Leverkusen gegen den russischen Meister, der bereits am Dienstag nach München anreiste. «Die darf man nicht unterschätzen», erklärte Podolski. Bekannt in Deutschland ist allein Trainer Dick Advocaat (60), der von November 2004 bis April 2005 ein kurzes, erfolgloses Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach gegeben hatte. Van Bommel schätzt seinen Landsmann und ehemaligen niederländischen Bondscoach als gewieften Taktiker: «Er ist zwar ganz klein - aber ein großer Trainer.» (nz/dpa)