Bayern-Legende Müller stürzt sich in neues berufliches Kapitel: "Bin neugierig und ein bisschen nervös"
Da sollten sich einige Herren mit dem DFB-Adler auf der Brust warm anziehen diesen Sommer. Denn diese Viererkette hat es in sich, die Magenta TV am Montagnachmittag in Ismaning für die Berichterstattung während der WM in Nordamerika (11. Juni bis 19. Juli) präsentierte.
Das Line-up der Experten, die in einer einstündigen, live gestreamten Präsentation vorgestellt wurden, sucht seinesgleichen. Als da wären: Bayern-Legende Thomas Müller, Ex-BVB- und Bayern-Profi Mats Hummels, der frühere BVB- und Liverpool-Cheftrainer Jürgen Klopp und Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme (34), bekannt von ihren Analysen bei "Prime" und "Sky".
So geht Magenta TV bei der WM mit der Zeitverschiebung um
Drei der Viererbande haben Erfahrung als Experten, zum Teil vor 20 Jahren wie Klopp bei der Sommermärchen-WM in Deutschland, damals (ZDF) wie heute (Magenta) an der Seite von Moderator Johannes B. Kerner, der durch die Präsentation führte. Die Mammut-WM, erstmals in 16 Stadien der drei Nationen (USA, Kanada, Mexiko) und mit 48 Teams ausgetragen, läuft im Zeichen des "T" so ab:
Laut Rechte-Vertrag hat Magenta TV von den insgesamt 104 Partien 44 exklusiv, (darunter neben 32 Gruppenspielen sechs Sechzehntelfinals, drei Achtelfinals, zwei Viertelfinals und das Spiel um Platz drei) – und das in UHD. Da in Deutschland bei 15 verschiedenen Anstoßzeiten zahlreiche Spiele in der Nacht stattfinden, sind die Partien tags darauf auch im Re-Live abrufbar.
Müller kam erst am Vormittag aus Kanada eingeflogen. Inklusive eines kleinen Veilchens, zugezogen im letzten MLS-Spiel der Vancouver Whitecaps am Wochenende (0:1 gegen die San José Earthquakes). Dieses wurde vor dem Live-Event überschminkt. Seine Meinung? Wie immer ungeschminkt und ungefiltert, einfach Müller. Nach 503 Pflichtspielen für den FC Bayern und 131 Länderspielen für den DFB agiert nun in einer neuen Rolle. Als Beobachter. Als Analyst.
"Ich bin neugierig und ein bisschen nervös. Es wird spannend", sagte der 36-Jährige aus Pähl am Ammersee, der noch bis 31. Dezember 2026 bei seinen Whitecaps unter Vertrag steht. Was die Perspektive besonders macht. Ein aktiver Spieler, zugleich einer DER Ex-Nationalspieler des DFB und gemeinsam mit Hummels (37/nach Saisonende 2024/25 zurückgetreten) 2014 in Brasilien Weltmeister geworden.
TV-Experte Müller verspricht "klare Kante und offenes Visier"
"Wie schon zu Spielerzeiten waren meine Stilmittel die klare Kante und das offene Visier. Da waren auch immer mal ein paar würzige Worte dabei, aber trotzdem immer mit Menschlichkeit. Vielleicht kommt mal ein süffisanter Spruch, der ein bisschen zwickt und dem ein oder anderen nicht so gut gefällt. Ich selbst habe auch schon viel einstecken dürfen in meiner Karriere. Es geht ja nicht immer nur um Harmonie, ein bisschen Reibung schadet auch nicht. Die werden das dann schon zu nehmen wissen." Und müssen.
Müller und Klopp lernten sich trotz etlicher Schlachten gegeneinander erstmals hinter den Kulissen in Ismaning kennen. "Der erste Eindruck ist positiv", scherzte Müller während Klopp, dessen Sneaker so strahlend weiß wie das Lächeln waren, erwiderte: "Wir beschnuppern uns."
Zwischendrin ging es im launigen Pingpong-Sprüchefeuerwerk um die Schiedsrichterleistungen in einigen der Finals zwischen den Bayern und Borussia Dortmund, etwa beim Champions-League-Finale in Wembley 2013 oder in epischen Schlachten um den DFB-Pokal in Berlin wie 2014.
"Mit Harmonie können wir Weltmeister werden", meinte Müller. Auch mit Julian Nagelsmann als Bundestrainer? Müller fragte seinen Nebenmann, den zweimaligen Welttrainer, dem das Bundestraineramt wieder und wieder nahegelegt und angedichtet wurde, schelmisch: "Würdest Du das als Bundestrainer auch so machen?"
Müller tippt im WM-Finale auf Spanien gegen Deutschland
Klopp (58), seit Januar 2025 als Global Head of Soccer für die Red Bull GmbH tätig, erwiderte: "Jetzt beruhigt euch! Wir haben einen selbstbewussten Bundestrainer, das finde ich cool."
Müller gab die Stoßrichtung der Viererkette vor, die im Sommer viele Nachtschichten einlegen muss, und betonte: "Für mich ist meine Meinung meistens okay." Etwa diese? Der 37-Jährige prognostizierte "ein Finale mit Deutschland – gegen Spanien".
Klopps Sicht dazu: "Wir sind nicht besser als all die anderen Nationen, die man zu den Favoriten zählt. Aber an einem guten Tag kann man sie alle schlagen."
