Bayern hofft auf Leverkusener Schützenhilfe

Der letzte Spieltag ist der entscheidende – für  den FC Bayern, der auf eine Pleite Leverkusens in Freiburg setzt, um doch noch Zweiter zu werden. Die Hoffnungen ruhen dabei auch auf Ballack
| Thomas Becker
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München -  Statistiken sind was Wunderbares. Freiburg gewann gegen Leverkusen nur eins der letzten acht Heimspiele, unterlag in den letzten beiden insgesamt 1:8. Freiburg verlor drei der letzten vier Spiele. Jupp Heynckes verlor dort zwei von drei Spielen. Bester Bayer-Schütze gegen Freiburg: Michael Ballack, vier Treffer. Dem selben Ballack widerfuhr im Bayer-Trikot aber auch ein bitteres Eigentor, am 20. Mai 2000 beim 0:2 in Unterhaching. In seinen 49.693 Minuten als Profi ist ihm das nur noch ein weiteres Mal passiert. Am letzten Spieltag rufen ihm die Bayern-Fans aber zu: „Mach’s nochmal, Micha!”

Für Robin Dutt und Jupp Heynckes gibt es in Freiburg nichts zu gewinnen, wohl aber für den FC Bayern. Ein Heimsieg gegen Stuttgart (15.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de) vorausgesetzt, würde man bei einer Bayer-Niederlage auf Platz 2 rücken: direkt in die Champions League. „Beide Trainer befinden sich in einer sehr besonderen Situation”, befand Bayern-Coach Andries Jonker, „aber sie haben eine Verpflichtung ihrem Arbeitgeber gegenüber. Jeder weiß, dass es nicht einfach ist, in Freiburg zu gewinnen. Ich möchte nicht tauschen. Es ist immer eine schwierigere Aufgabe, nicht verlieren zu dürfen.”

Dass Leverkusen das Zeug dazu hat, den Vorsprung noch zu vergeigen, davon ist Thomas Müller überzeugt: „Die Vergangenheit hat gezeigt, welche Klubs eher mit Druck umgehen können”, frotzelte er. Am 34. Spieltag gelang Bayer in den vergangenen fünf Jahren nur ein Sieg. Müller spielte auf die vermasselte Meisterschaft 2000 an: „Wir hoffen, dass Leverkusen seinem Ruf gerecht wird. Ich erinnere mich immer gerne zurück an Unterhaching.”

Zwei Jahre nach Haching bekam die bis dahin spröde als „Werks-Elf” titulierte Truppe unter der Ägide eines gewissen Christoph Daum einen adäquaten Spitznamen: Vizekusen. Im Frühjahr 2002 wurde Bayer Liga-Zweiter, erreichte die Finals in der Champions League und im DFB-Pokal – und verlor beide. In den vergangenen zwölf Jahren ist Bayer sechs Mal Vize in drei Wettbewerben geworden. Logisch, dass sich der Klub vor einem Jahr den Spitznamen „Vizekusen” patentieren ließ (Az 3030100115726), offiziell, damit kein „Schindluder damit betrieben wird”.

Zurück zum Sport, zu Michael Ballack. Bayerns Chancen stehen gut: Heynckes hat ihn für die Start-Elf nominiert, im Gegensatz zum Bundestrainer, der offenbar keine Verwendung mehr hat für den 34-Jährigen, dessen Marktwert in fünf Jahren von 35 auf sechs Millionen Euro gesunken ist. Dabei stimmt das Image vom ewigen Zweiten gar nicht. Ballack hat auch Titel gewonnen: 5 x Meister mit Kaiserslautern, Bayern und Chelsea, 6 x Pokalsieger (je drei mit Bayern und Chelsea). Er ist aber auch: Vize-Weltmeister, Vize-Europameister, 3 x Vize-Meister, 2 x Vize-Champions-League-Sieger, 1 x Vize-DFB-Pokalsieger und 2 x Vize-Meister in England. Da kann er doch auf einen weiteren Vize-Titel verzichten und mal ganz entspannt Dritter werden.

Am FC Bayern wird es kaum liegen. Tormaschine Mario Gomez wird sich gegen seinen Ex-Klub noch ein bisschen mehr ins Zeug legen. Hängt also alles an Leverkusen. Beim Patentieren marschiert Bayer jedenfalls vornweg. Schon lange hat man sich einen weiteren Begriff schützen lassen: „Meisterkusen”. Ha! 

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