Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß als "Legende" geehrt
French-Open-Sieger Alexander Zverev ist als "Star des Jahres" vom Magazin "Sport Bild" ausgezeichnet worden. Der 29 Jahre alte Tennis-Profi meldete sich per Video-Botschaft. Wegen der US Open in New York, des letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, konnte der Hamburger bei der Gala in der Fischauktionshalle seiner Heimatstadt nicht dabei sein.
Den Preis als "Fußballstar des Jahres" erhielt Bayern Münchens Torjäger Harry Kane (33). Auch der Kapitän der englischen Nationalmannschaft wurde zugeschaltet, da er sich mit dem deutschen Rekordmeister auf das Erstrundenspiel im DFB-Pokal am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ARD) beim Zweitligisten VfL Osnabrück vorbereitet. Schon zuvor hatte "Sport Bild" mitgeteilt, dass Uli Hoeneß der "Legenden-Award" überreicht wird.
Nachdem er seinen "Award" entgegen genommen hatte, sprach Uli Hoeneß über eines seiner nach eigener Aussage eindrücklichsten Erlebnisse in seinem Leben. 2014 hatte der heutige Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung abzusitzen. Nach dem WM-Sieg in Brasilien hatte sich Bastian Schweinsteiger in einem TV-Interview an Hoeneß gewandt und ihm gedankt. "Ohne ihn wären wir alle nicht hier", hatte Schweinsteiger gesagt.
"Das war einer meiner emotionalsten Momente, die ich erlebt habe", erzählte der 74-Jährige bei der Ehrung in der Hamburger Fischauktionshalle. Der Antrag, dass die Gefangenen das Spiel gegen Argentinien gemeinsam anschauen können, sei von der Gefängnisleitung abgelehnt worden. Daher habe er allein in seiner Zelle gelegen: "Dann sagt er so etwas. Ich habe geheult wie ein Schlosshund – und das könnte ich heute noch."
Deutsche Fußball-Krise: "Müssen wieder lernen, hart zu arbeiten"
Schon vor der Verleihung hatte der Weltmeister von 1974 den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp als "die beste Lösung, die wir in Deutschland haben können" bezeichnet. Nach der Ehrung wies er auf einen seiner Ansicht nach Schwachpunkt im deutschen Fußball hin. "Wir leben in einem Land, wo es den meisten sehr gut geht", sagte er. "Darin sehe ich die größte Gefahr auch für unseren Fußball."
Wer aus Brasilien, Portugal oder Argentinien komme, der wolle sozial aufsteigen. "Wir müssen wieder lernen, hart zu arbeiten, wenn wir Erfolg haben wollen", meinte Hoeneß weiter und zog eine Linie über den Fußball hinaus: "Das gilt nicht nur für die Fußballer, sondern für das ganze Land."
Hoeneß ist gespannt auf seinen ersten Austausch mit Klopp. "Es werden sicher gute Gespräche werden", sagte er am Rande der Veranstaltung in Hamburg. "Er ist die beste Lösung, die wir in Deutschland haben können. Ich hoffe, dass er die Vorschlusslorbeeren am Ende auch erfüllt."
Betroffen zeigte sich Hoeneß vom Fall Jamal Musiala. Der Nationalspieler des FC Bayern erlebte wegen einer neurologischen Erkrankung innerhalb kurzer Zeit zwei Zusammenbrüche auf dem Rasen und arbeitet an seinem Comeback. "Ich bin kein Prophet, aber er weiß und muss wissen, dass wir alles tun, um ihm zu helfen", betonte der 74-Jährige. "Das ist Wahnsinn, was wir und er da gerade erleben. Ich hoffe sehr, dass es am Ende gut ausgeht."
Auch Bundesliga-Rückkehrer Schalke 04 wird geehrt
Die weiteren Preisträger bei der 24. Auflage des "Sport Bild Awards": Bundesliga-Rückkehrer Schalke 04 wurde als "Aufsteiger des Jahres" geehrt, der Zehnkampf-Welt- und Europameister Leo Neugebauer bekam den "Sonderpreis der Chefredaktion", die Rodel-Doppel-Olympiasiegerin Julia Taubitz den "Olympia-Award" und Darts-Weltmeister Luke Littler den "Weltmeister-Award".
Die Redaktion von MagentaSport mit den Moderatoren Johannes B. Kerner und Laura Wontorra an der Spitze nahmen den "TV-Award" entgegen. Kerner erhielt noch eine Extra-Auszeichnung. Für die Gründung des All Inclusion Sports e.V. aus dem Raum Köln/Bonn wurde Tobias Gmein mit dem "Kids Charity-Award" geehrt.

Seit 2003 ehrt die "Sport Bild" Persönlichkeiten und Teams aus dem Sport. Zu der diesjährigen Preisverleihung waren unter anderem Bayern-Präsident Herbert Hainer, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Handball-Bundestrainer Alfred Gislason, Gymnastik-Olympiasiegerin Darja Varfolomeev und Sprint-Europameister Owen Ansah gekommen.
