Ballon d'Or 2026: FC-Bayern-Star Harry Kane ist verdienter Weltfußballer – doch der Modus muss geändert werden
Prinz Harry ist jetzt endgültig King Kane! Mit dem Gewinn des Ballon d’Or verewigt sich der Stürmer in den Geschichtsbüchern – als erster Engländer seit Michael Owen 2001 und erster Bayern-Profi seit Karl-Heinz Rummenigge 1981, der sich die prestigeträchtigste individuelle Auszeichung im Weltfußball holt. Und das völlig verdient.
Wer in einer Saison 73 Tore für seinen Klub und die Nationalmannschaft schießt, steht zu Recht auf Platz eins. Da kommen die Rivalen Kylian Mbappé und Lamine Yamal nicht heran. In den drei entscheidenden Kriterien - individuelle Leistung, Titel sowie Verhalten auf und neben dem Platz – war Kane eindeutig der Beste. Im Saal des Palladium Theatre in London gab es stehende Ovationen und laute "Harry, Harry"-Rufe.
Kanes Titel bringt enorme Wichtigkeit für die Bayern mit sich
Überhaupt: Dass es ein Spieler des FC Bayern schafft, sich gegen die weltweit populäreren Spieler aus der spanischen und englischen Liga durchzusetzen, ist ein gutes Zeichen – vor allem für die Münchner selbst, aber auch für die gesamte Bundesliga. Kanes Triumph bedeutet einen großen Imagegewinn für den deutschen Fußball. Denn: Spieler wie Kanes Teamkollege Michael Olise, diesmal auf Platz neun, dürften erkennen, dass man auch bei Bayern den Goldenen Ball gewinnen kann. Und ein Wechsel zu Real Madrid, Paris Saint-Germain oder dem FC Barcelona vielleicht gar nicht notwendig ist.
Trotzdem sollten das Magazin "France Football" und die Uefa als Ausrichter der Veranstaltung dringend über den Modus nachdenken. Es leuchtet nicht ein, dass die 100 wahlberechtigten Journalisten aus den Top-100-Ländern der Fifa-Weltrangliste bis zum 28. September über den Sieger abstimmen durften. Es geht um die Leistung in der vergangenen Saison inklusive WM – und nicht um die aktuelle Spielzeit. Daher hätte man die Abstimmung spätestens eine Woche nach dem WM-Finale am 19. Julischließen sollen. Der Gefahr, dass die Journalisten auch die Auftritte in dieser Saison in ihre Entscheidung einfließen lassen, hätte man so aus dem Weg gehen können.
So sollte die Abstimmung künftig laufen
Generell stellt sich die Frage, wer den besten Spieler der Welt wählen sollte. Ich plädiere dafür, die wahren Experten abstimmen zu lassen: die Spieler selbst. Warum nicht eine Jury aus ehemaligen Ballon-d’Or-Siegern und dazu die Kapitäne der Nationalmannschaften? Frühere und heutige Weltklasseakteure können die herausragenden Leistungen von Kane, Mbappé und Yamal am besten einschätzen.
Klar ist aber auch: Diesmal lagen die 100 Journalisten genau richtig. Kane bringt den Ballon d‘Or 45 Jahre nach Karl-Heinz Rummenigge wieder nach München.