Davies bleibt beim FC Bayern - und nimmt Kampf mit Brown an

Beim nahenden Trainingsstart des FC Bayern am kommenden Montag werden sich die künftigen Konkurrenten auf der Linksverteidiger-Position zum ersten Mal als Mitspieler begegnen: Alphonso Davies und Nathaniel Brown.
Wer aktuell Vorteile hat? Hier dürfte der Neuzugang in der besseren Position sein. Brown, der für 55 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Bayern gewechselt ist, war einer der Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany. Nicht zuletzt deshalb, weil er flexibel einsetzbar ist. Und im Gegensatz zu Davies: meistens fit.
Browns Wechsel und Kompanys Plan
"Bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen hatte ich schnell ein super Gefühl. Vor allem Vincent Kompany hat mir gezeigt, wie er mich und meine Entwicklung sieht und mich absolut überzeugt", sagte Brown nach seiner Unterschrift bis 2031. Und Sportvorstand Max Eberl meinte: "Er hat bei der WM Akzente gesetzt und gezeigt, warum wir uns schon länger mit ihm befasst haben. Er wird unsere Möglichkeiten in der Defensive und im Mittelfeld erweitern."

Brown war einer der wenigen Gewinner in einer enttäuschenden deutschen Mannschaft – und sicherte sich damit den Wechsel zu Bayern. Als Neuzugang wird er zum Start automatisch einen kleinen Bonus haben. Zumal Davies eine enttäuschende Saison und WM hinter sich hat. Der 25-jährige Kapitän der Kanadier kam lediglich 15 Minuten im Sechzehntelfinale gegen Südafrika zum Einsatz. Beim Aus im Achtelfinale gegen Marokko (0:3) saß Davies über die gesamte Spielzeit auf der Bank. Er hatte wieder Beschwerden am Oberschenkel, wollte kein Risiko eingehen. Wie so oft streikte sein Körper.
Davies im Form- und Fitnessloch
"Für mich persönlich war dieses Turnier eine der härtesten Herausforderungen meines Lebens", schrieb Davies bei Instagram: "Nach meiner Verletzung war ich nicht in der Lage, auf dem Level zu performen, wie ich es eigentlich von mir gewohnt bin. Es schmerzt, zu wissen, dass ich nicht alles geben konnte, als mein Team und mein Land es am dringendsten gebraucht hätten." Aufgeben will der Außenverteidiger deshalb aber nicht. "Diese Enttäuschung wird mich dazu motivieren, mich zu erholen, härter zu arbeiten und stärker als zuvor zurückzukommen", ergänzte er.

Und das beim FC Bayern: Nach AZ-Informationen ist ein Abschied kein Thema für Davies, trotz der Verpflichtung von Brown will er Bayern nicht verlassen, sondern um seinen Stammplatz kämpfen. Vor einigen Wochen hatte es mal Gerüchte über einen Wechsel nach Saudi-Arabien gegeben, diese haben sich bislang nicht erhärtet. Doch auch Davies weiß: Er muss verletzungsfrei bleiben, um sein altes Topniveau aus dem Triple-Jahr 2020 wieder zu erreichen. Sonst wird Kompanys Wunschspieler Brown den Stammplatz hinten links bekommen.
Zukunftsentscheidung beim FC Bayern
Davies hatte sich im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain einen Muskelbündelriss im linken, hinteren Oberschenkel zugezogen. Es war der nächste Rückschlag. Seit seinem Kreuzbandriss im März 2025 verpasste er für Bayern und Kanada mehr als 60 Spiele. Kurz zuvor hatte Davies, der im Januar 2019 von den Vancouver Whitecaps zum FC Bayern kam, seinen Vertrag bis 2030 verlängert. Er soll rund 15 Millionen Euro plus Boni jährlich kassieren, als Handgeld für den neuen Vertrag strich er Anfang 2025 dem Vernehmen nach mehr als 20 Millionen Euro ein.
Viel, viel Geld. Falls ein Top-Angebot für Davies eingehen sollte, wäre Bayern wohl offen für einen Verkauf. Bislang aber ist es ruhig. Und Davies hat für sich ohnehin eine Entscheidung getroffen: Er will den Kampf um den Stammplatz annehmen. Vielleicht stehen er und Brown sogar zusammen auf dem Platz, falls der flexible Neuzugang im Mittelfeld gebraucht wird.