AZ-Check: Wer von Guardiola profitiert - und wer nicht

Guardiola bastelt am neuen FC Bayern. „Er wird noch ein, zwei Wunschspieler bekommen“, sagt Hitzfeld. Ein Kandidat ist Liverpools Luiz Suárez. AZ-Check: Wer könnte profitieren, wer Probleme bekommen?
| Patrick Strasser
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Aufpeppen! Krempelt Guardiola den FC Bayern um? Welche Bayern profitieren und wer Probleme bekommen könnte, lesen Sie in der Bilderstrecke.
dpa/Getty 10 Aufpeppen! Krempelt Guardiola den FC Bayern um? Welche Bayern profitieren und wer Probleme bekommen könnte, lesen Sie in der Bilderstrecke.
Dass der neue Coach auch auf Kapitän Philipp Lahm steht, ist schon lange kein Geheimnis mehr: der Außenverteidiger wäre 2008 beinahe in Barcelona gelandet, entschied sich damals aber doch, in München zu bleiben – nun arbeiten Lahm und Guardiola eben bei Bayern zusammen.
dapd 10 Dass der neue Coach auch auf Kapitän Philipp Lahm steht, ist schon lange kein Geheimnis mehr: der Außenverteidiger wäre 2008 beinahe in Barcelona gelandet, entschied sich damals aber doch, in München zu bleiben – nun arbeiten Lahm und Guardiola eben bei Bayern zusammen.
Manuel Neuer hingegen steigt immer mehr in den Kreis der Führungsspieler auf, er artikuliert sich mehr und mehr – auch, weil Matthias Sammer das von ihm fordert. In Guardiolas System passt der Keeper bestens, weil er mitdenkt und meist erster Verteidiger ist.
Alex Grimm/Bongarts/Getty Images 10 Manuel Neuer hingegen steigt immer mehr in den Kreis der Führungsspieler auf, er artikuliert sich mehr und mehr – auch, weil Matthias Sammer das von ihm fordert. In Guardiolas System passt der Keeper bestens, weil er mitdenkt und meist erster Verteidiger ist.
Robben und Co.: Die Artisten Arjen Robben gab am Montag im „Kicker“ ein Bewerbungsschreiben für sich selbst ab. „Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass ich die Mannschaft besser machen kann, wenn ich total fit bin“, betonte der Niederländer. Dünner wurde es auf die Nachfrage, womit er eigentlich die Bayern besser mache. „Eigentlich mit allem, wie ich spiele. Nichts Neues, nichts Besonderes, einfach was ich in den vergangenen drei Jahren gezeigt habe.“
dpa 10 Robben und Co.: Die Artisten Arjen Robben gab am Montag im „Kicker“ ein Bewerbungsschreiben für sich selbst ab. „Ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass ich die Mannschaft besser machen kann, wenn ich total fit bin“, betonte der Niederländer. Dünner wurde es auf die Nachfrage, womit er eigentlich die Bayern besser mache. „Eigentlich mit allem, wie ich spiele. Nichts Neues, nichts Besonderes, einfach was ich in den vergangenen drei Jahren gezeigt habe.“
Dass Guardiola kein großer Freund von Egozentrikern ist, beweisen die Fälle Ronaldinho und Zlatan Ibrahimovic, mit denen der 42-Jährige bei Barça nie zurecht kam. Was Robben jedoch hilft, ist dessen unbändiger Ehrgeiz und die Bereitschaft, sich auch mal auf die Bank zu setzen. „Er wird vielleicht beim Pep beißen müssen“, meinte Franz Beckenbauer am Sonntag in „Sky90“, „aber Robben ist ein absoluter Weltklassespieler. Wenn er die Leistung bringt, hat er nichts zu befürchten.“
dapd 10 Dass Guardiola kein großer Freund von Egozentrikern ist, beweisen die Fälle Ronaldinho und Zlatan Ibrahimovic, mit denen der 42-Jährige bei Barça nie zurecht kam. Was Robben jedoch hilft, ist dessen unbändiger Ehrgeiz und die Bereitschaft, sich auch mal auf die Bank zu setzen. „Er wird vielleicht beim Pep beißen müssen“, meinte Franz Beckenbauer am Sonntag in „Sky90“, „aber Robben ist ein absoluter Weltklassespieler. Wenn er die Leistung bringt, hat er nichts zu befürchten.“
Die anderen Flügelspieler, Franck Ribéry und Xherdan Shaqiri, müssen nicht zittern. Guardiola war schon zu Barça-Zeiten von Ribéry angetan, nun hat ihm Heynckes auch das Verteidigen beigebracht. Und dem 20-jährigen Shaqiri gehört die Zukunft.
Firo 10 Die anderen Flügelspieler, Franck Ribéry und Xherdan Shaqiri, müssen nicht zittern. Guardiola war schon zu Barça-Zeiten von Ribéry angetan, nun hat ihm Heynckes auch das Verteidigen beigebracht. Und dem 20-jährigen Shaqiri gehört die Zukunft.
Kroos und Co.: Weltstars in spe  Für Toni Kroos wollte Hoeneß einst die Nummer zehn bei Bayern freihalten. In seiner fünften Profi-Saison hat der 23-Jährige nun den Durchbruch geschafft. Endlich, könnte man hinzufügen. Hält seine Entwicklung an, kann Kroos viel von Pep lernen. „In erster Linie werden die jungen Spieler die Profiteure sein“, schrieb Günter Netzer in seiner „BamS“-Kolumne. „Das trifft besonders auf Toni Kroos zu. Wenn er im neuen System seinen Platz gefunden hat, kann er unter Guardiola zu einem Welt-Star avancieren.“
dapd 10 Kroos und Co.: Weltstars in spe Für Toni Kroos wollte Hoeneß einst die Nummer zehn bei Bayern freihalten. In seiner fünften Profi-Saison hat der 23-Jährige nun den Durchbruch geschafft. Endlich, könnte man hinzufügen. Hält seine Entwicklung an, kann Kroos viel von Pep lernen. „In erster Linie werden die jungen Spieler die Profiteure sein“, schrieb Günter Netzer in seiner „BamS“-Kolumne. „Das trifft besonders auf Toni Kroos zu. Wenn er im neuen System seinen Platz gefunden hat, kann er unter Guardiola zu einem Welt-Star avancieren.“
Gomez und Co.: Abteilung Attacke Als die Guardiola-Verpflichtung bekannt gegeben wurde, hörte man schnell Stimmen, die sagten: Für Mario Gomez wird’s nun noch enger. Bei Jupp Heynckes hat sich der Stürmer in der Rückrundenvorbereitung schon nicht an Mario Mandzukic vorbei schieben können – und nun kommt mit Guardiola auch noch ein Trainer, der in erster Linie auf technisch starke, mitspielende Mittelstürmer steht. Dabei kämpft Gomez stetig gegen das Schubladen-Denken an, er sei kein Zeitgeist-Stürmer. Seit 2009 hat er Technik und Kombinationsspiel kontinuierlich verbessert. Mario Mandzukic wurde letzten Sommer geholt, um Gomez anzutreiben und diesen Typ laufstarken, für den Gegner ekligen Typus im Angriffs-Portfolio zu haben. Einer, der nervt und trifft.
10 Gomez und Co.: Abteilung Attacke Als die Guardiola-Verpflichtung bekannt gegeben wurde, hörte man schnell Stimmen, die sagten: Für Mario Gomez wird’s nun noch enger. Bei Jupp Heynckes hat sich der Stürmer in der Rückrundenvorbereitung schon nicht an Mario Mandzukic vorbei schieben können – und nun kommt mit Guardiola auch noch ein Trainer, der in erster Linie auf technisch starke, mitspielende Mittelstürmer steht. Dabei kämpft Gomez stetig gegen das Schubladen-Denken an, er sei kein Zeitgeist-Stürmer. Seit 2009 hat er Technik und Kombinationsspiel kontinuierlich verbessert. Mario Mandzukic wurde letzten Sommer geholt, um Gomez anzutreiben und diesen Typ laufstarken, für den Gegner ekligen Typus im Angriffs-Portfolio zu haben. Einer, der nervt und trifft.
Höjbjerg und Co.: Die Jungspunde In nur vier Jahren bei Barcelona verhalf Guardiola 22 ehemaligen Barça-Jugendspielern zum Profi-Debüt – eine irre Zahl, wenn man bedenkt, dass mit Valdés, Piqué, Puyol, Xavi, Iniesta, Fabregas und Messi der Kern seines Teams ohnehin schon aus „La Masia“-Absolventen bestand. Als ehemaliger Trainer der zweiten Barça-Mannschaft weiß Guardiola wie kein Zweiter mit jungen Spielern umzugehen. „Pep gibt nicht einfach nur Anweisungen, er erklärt, was dahintersteckt“, sagte Abwehrspieler Gerard Pique. „Das macht jeden zu einem besseren Spieler.“ 
Bei Bayern machen sich die Youngster Pierre-Emile Höjbjerg, Emre Can, Patrick Weihrauch, Daniel Wein und Mitchell Weiser (bis Juli an Kaiserslautern ausgeliehen) nach dem „Schnupperpraktikum“ beim Trainingslager in Doha nun natürlich Hoffnungen auf ähnliche Perspektiven.
firo Sportphoto/El-Saqqa 10 Höjbjerg und Co.: Die Jungspunde In nur vier Jahren bei Barcelona verhalf Guardiola 22 ehemaligen Barça-Jugendspielern zum Profi-Debüt – eine irre Zahl, wenn man bedenkt, dass mit Valdés, Piqué, Puyol, Xavi, Iniesta, Fabregas und Messi der Kern seines Teams ohnehin schon aus „La Masia“-Absolventen bestand. Als ehemaliger Trainer der zweiten Barça-Mannschaft weiß Guardiola wie kein Zweiter mit jungen Spielern umzugehen. „Pep gibt nicht einfach nur Anweisungen, er erklärt, was dahintersteckt“, sagte Abwehrspieler Gerard Pique. „Das macht jeden zu einem besseren Spieler.“ Bei Bayern machen sich die Youngster Pierre-Emile Höjbjerg, Emre Can, Patrick Weihrauch, Daniel Wein und Mitchell Weiser (bis Juli an Kaiserslautern ausgeliehen) nach dem „Schnupperpraktikum“ beim Trainingslager in Doha nun natürlich Hoffnungen auf ähnliche Perspektiven.
Can verzichtete zuletzt auf ein Ausleihgeschäft nach Leverkusen, weil ihm Heynckes das ausgeredet hatte. „Ich will mich hier beim FC Bayern durchsetzen“, betonte er. Wie sehr Guardiola jungen Spielern vertraut, zeigte er im Dezember 2011 beim Champions-League-Spiel gegen Borissow, bei dem er elf Spieler aus dem zweiten Team einsetzte. Endstand: 4:0 für die „Barça-Babes“.
firo 10 Can verzichtete zuletzt auf ein Ausleihgeschäft nach Leverkusen, weil ihm Heynckes das ausgeredet hatte. „Ich will mich hier beim FC Bayern durchsetzen“, betonte er. Wie sehr Guardiola jungen Spielern vertraut, zeigte er im Dezember 2011 beim Champions-League-Spiel gegen Borissow, bei dem er elf Spieler aus dem zweiten Team einsetzte. Endstand: 4:0 für die „Barça-Babes“.

Guardiola bastelt am neuen FC Bayern. „Er wird noch ein, zwei Wunschspieler bekommen“, sagt Hitzfeld. Ein Kandidat ist Liverpools Luiz Suárez. AZ-Check: Wer könnte profitieren, wer Probleme bekommen?

München - Vergangene Woche war die Welt zu Gast in München, am Wochenende war es Fürth. Zwischen Zukunft und Alltag – mit diesem Spagat muss der FC Bayern bis Saisonende leben: Vorfreude auf Bald-Trainer Pep Guardiola auf der einen, Pflichtbewusstsein gegenüber Noch-Coach Jupp Heynckes auf der anderen Seite. Heynckes’ Abschiedstournee soll Titel bringen, im Hintergrund laufen längst die Planungen für kommende Saison – mit einem strategischen Vorteil.

„Man hat nun ein halbes Jahr, um Transfers vorzubereiten“, sagte Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in „Sport Bild Plus“: „Ich denke, Guardiola wird noch ein, zwei Wunschspieler bekommen.“ Ein Kandidat ist der Uruguayer Luis Suárez vom FC Liverpool, an dem Pep laut „Daily Mirror“ interessiert ist. Der 25-jährige Stürmer dümpelt derzeit mit den Reds jenseits der Champions-League-Plätze herum. Interessant: Pere Guardiola, Peps Bruder, ist auch als Berater von Suárez tätig. Damit nicht genug: „Im Abwehrbereich, in der Innenverteidigung, muss sich Bayern sicher noch verstärken“, findet Hitzfeld.

Guardiola wird sich seinen Transfer-Wunschzettel sehr genau überlegen. Ebenso wie die Frage, welche Bayern-Spieler er mit in die nächste Spielzeit nehmen will. Laut Präsident Uli Hoeneß ist der neue Trainer durchaus angetan: „Er will mit unseren Spielern arbeiten, sie gefallen ihm.“ Als Guardiola 2008 den FC Barcelona übernahm, mottete er jedoch erst mal aus: die Megastars Ronaldinho und Deco sowie die Weltmeister Zambrotta und Edmílson mussten gehen. Wer blieb, bekam einen Crashkurs in Sachen Professionalität verpasst.

„Er setzte gleich neue Standards und legte viel mehr Augenmerk auf Fitness. Ich erinnere mich, wie ich zu Andrés sagte: ’Wir springen besser auf diesen Zug auf, oder er fährt an uns vorbei’“, verriet Barça-Spielmacher Xavi über ein Gespräch mit Mitspieler Iniesta.

Für die Bayern-Profis startete am Samstag bereits das große Casting: Big Pep is watching you! „Ich weiß, dass er schon seit August alle Bundesliga-Spiele in voller Länge angeschaut und analysiert hat“, sagt Hoeneß. „Als ich ihn getroffen habe, hat er mir zu allen Spielern große Einzelheiten erklären können.“ Ein Perfektionist eben.

Besonders unter Beobachtung stehen die Profis, deren Verträge im Sommer auslaufen: Daniel Van Buyten, Anatoliy Tymoshchuk und Claudio Pizarro. Hier kann Guardiola mitentscheiden, ob sie gehalten werden sollen, ebenso bei Leihspieler Nils Petersen (an Bremen ausgeliehen). Gespräche stehen ab März an.

Alle anderen Bayern-Spieler hat die AZ in Gruppen unterteilt und erklärt hier, wie sie von Guardiola ab Sommer aufgepeppt werden. Da sind die Führungsspieler um die Kapitäne Lahm und Schweinsteiger plus Torwart Neuer, die Flügelspieler Robben und Ribéry, Stars wie Kroos, Müller und Alaba, die Guardiola zu Weltstars formen könnte. Bei Arbeitern wie Martínez steht der nächste Entwicklungsschritt an, bei den Stürmern und den Jungen geht es schlicht um die Perspektive.

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