Auf dem Sprung: Bayerns Amateure suchen schon den Hoeneß-Nachfolger

Sebastian Hoeneß, der Bayerns Amateure zum Titel in der 3. Liga geführt hat, soll der neue Trainer bei der TSG Hoffenheim werden. Nun beginnt die Suche nach einem Nachfolger.
von  Maximilian Koch
Sebastian Hoeneß jubelt nach dem Derby-Sieg gegen den TSV 1860 mit seinen Spielern.
Sebastian Hoeneß jubelt nach dem Derby-Sieg gegen den TSV 1860 mit seinen Spielern. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Hoeneß und Hoffenheim – es wird heiß! Sebastian, der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß, ist Wunschkandidat der TSG Hoffenheim als Cheftrainer für die kommende Saison. Und steht nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor der Unterschrift. Hoeneß ist also offenbar erstligareif.

Wie die AZ erfuhr, beschäftigt sich der FC Bayern bereits mit möglichen Nachfolgern. Ein Wechsel wird als realistische Option angesehen, auch wenn die Münchner Erfolgstrainer Hoeneß natürlich gern halten würden. Sein Vertrag läuft noch bis 2022.

Hoeneß: Viele seiner Spieler gaben bereits Bundesliga-Debüts

In der vergangenen Saison hatte der 38-Jährige die Bayern-Amateure sensationell zur Meisterschaft in der 3. Liga geführt – und das im ersten Jahr nach dem Aufstieg. Zuvor trainierte er zwei Jahre lang die U19 der Münchner, auch bei Hertha Zehlendorf und RB Leipzig war Hoeneß schon als Nachwuchscoach aktiv.

Sebastian Hoeneß jubelt nach dem Derby-Sieg gegen den TSV 1860 mit seinen Spielern.
Sebastian Hoeneß jubelt nach dem Derby-Sieg gegen den TSV 1860 mit seinen Spielern. © Rauchensteiner/Augenklick

Doch besonders in der Spielzeit 2019/20 hat er andere Klubs auf sich aufmerksam gemacht. Die Bayern-Amateure überzeugten mit kreativem Offensivfußball, schossen in der 3. Liga 76 Tore und damit die meisten. Nebenbei schafften es Chris Richards, Leon Dajaku, Sarpreet Singh, Oliver Batista Meier und Jamal Musiala, also Spieler aus Hoeneß’ Team, ihre Bundesliga-Debüts in der Ersten Mannschaft zu geben.

"Diese Meisterschaft ist ein Signal für alle Jungs, die bei uns im NLZ (Nachwuchsleistungszentrum, Anm.d.Red.) spielen, und auch eine Verpflichtung", sagte Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic nach dem Titelgewinn der Amateure.

FC Bayern: Es sieht nach externen Lösung auf der Trainerbank aus

Nun müssen sich Salihamidzic und Jochen Sauer, Leiter des FC Bayern Campus, aber offenbar erstmal nach einem neuen Trainer umsehen. Da Miroslav Klose als Co-Trainer zur Mannschaft von Hansi Flick gewechselt ist, Martin Demichelis die U19 trainiert und Danny Schwarz die U17, sieht es aktuell nach einer externen Lösung für die Amateure aus.

Und ebenso für Hoffenheim – mit Hoeneß. Wobei: Ein bisschen Stallgeruch würde der Coach ja mitbringen. In der Saison 2006/07 absolvierte er als Spieler drei Partien für die TSG in der Regionalliga Süd.

Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß. © imago images/Sven Simon

Hoffenheim ist nach der Entlassung von Alfred Schreuder als einziges Bundesliga-Team noch auf Trainersuche. Hoeneß würde mit seiner offensiven Spielphilosophie und seinem Gespür für Talente passen, zudem wäre sein großer Name an anderen Standorten eher ein Thema als im beschaulichen Hoffenheim. Den Hamburger SV, Nürnberg oder Stuttgart hätte sich Hoeneß in dieser Phase seiner Trainerkarriere nicht zugemutet, sagt man im Bayern-Umfeld.

Dabei macht sich Sebastian Hoeneß selbst wenig Gedanken um den Druck, den ihm Dieter und Uli aufgrund ihrer großen Karrieren unfreiwillig auferlegen. "Ich kenne das nicht anders. Das war schon immer so", sagte er mal, "ich versuche das aber möglichst auszublenden und mich auf meine Arbeit zu fokussieren." Bislang klappt es exzellent, Hoeneß ist auf dem Sprung in die Bundesliga.

Onkel Uli erklärte übrigens im BR, dass er sich bei dieser Personalie nicht einmischen wolle. Er habe Sportvorstand Salihamidzic mitgeteilt, "dass ich mich als befangen betrachte". Er könne aber "so oder so" mit allen Entscheidungen leben. Die Tendenz geht zu einem Hoffenheim-Wechsel.

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