Arjen Robben: Topleistung im Spiel FC Bayern gegen PSV Eindhoven

Gegen seinen Ex-Klub Eindhoven dreht Robben auf, erzielt sein erstes Kopfballtor in der Champions League. "Man ist nie zu alt!".
| Patrick Strasser
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"Ich habe schnell geköpft und den Kopf dann schnell wieder eingezogen, weil der Torwart angeflogen kam", sagt Arjen Robben über sein Tor zum 4:1.
imago "Ich habe schnell geköpft und den Kopf dann schnell wieder eingezogen, weil der Torwart angeflogen kam", sagt Arjen Robben über sein Tor zum 4:1.

München - Oktober 2002: Der größte deutsche Castor-Transport rollt über Deutschlands Schienen, das Sturmtief Jeanett zieht mit Spitzengeschwindigkeiten von über 180 km/h übers Land hinweg. Im selben Monat feiert ein gewisser Arjen Robben sein Champions-League-Debüt für die PSV Eindhoven. Beim 1:3 gegen Borussia Dortmund am 2. Oktober 2002, nur neun (!) Monate nach Einführung des Euro als Zahlungsmittel.

Am 30. Oktober dann trifft dieser 18-Jährige aus der Gemeinde Bedum in der Provinz Groningen beim 3:0 von PSV Eindhoven gegen Auxerre. Es muss ungefähr in dieser Zeit gewesen sein, als Robben, immer schon Linksfuß, damals noch Lockenkopf (jaha!) die Robben-Finte erfand. Von Rechtsaußen mit Power zur Mitte ziehen, dann die Kugel mit links ins lange Eck schlenzen. Funktioniert auch heute noch.

14 Jahre später trifft Robben, nun 32, sogar per Kopf. Das 4:1 am Mittwochabend gegen Eindhoven erzielte er aus Mittelstürmer-Position. Ganz was Neues. Per nicht mehr ganz so neuer Glatze. „Das passiert nicht oft. Man ist wahrscheinlich nie zu alt, um noch ein Kopfballtor zu machen“, sagte er und strahlte wie ein 18-Jähriger. „Ich habe schnell geköpft und den Kopf dann schnell wieder eingezogen, weil der Torwart angeflogen kam“, berichtete er vom seltenen Experiment als Schädelhinhalter.

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Zum ersten Mal per Kopf

Erstmals ein Kopfballtor auf Europas Bühne, die anderen 26 Treffer in der Königsklasse für Eindhoven, Chelsea, Madrid und Bayern machte Robben mit links – hin und wieder mit rechts. 27 Tore, 27 Verletzungen – so ungefähr. Das achte Jahr in München als Spiegelbild der Karriere-Achterbahnfahrt: Tore, Triumphe, Verletzungen, Enttäuschungen. Dann wieder Reha. Das Comeback. Und Tore, Triumphe. Robbens Kosmos.

Und nun, im Herbst 2016, erleben die Fans den x-ten Frühling des ewigen Arjen. Erstmals seit dem 7:1 der Bayern beim AS Rom vor fast genau zwei Jahren war der Holländer wieder an drei Toren in der Champions League beteiligt. Gegen Eindhoven verzeichnete der beste Mann auf dem Platz fünf Torschüsse und sechs Torschussvorlagen. Der Ertrag: ein Tor und zwei Assists. Plus: Viel Lob, noch mehr Liebe. Selbst von den holländischen Anhängern. „Das hat gut getan, diese Wertschätzung“, sagt er.

Als Robben in der 87. Minute ausgewechselt wird, ist dies der emotionalste Moment des Abends, die PSV-Fans applaudieren und feiern ihn mit Sprechchören. Von 2002 bis 2004 hatte Robben für Eindhoven gespielt, an der Seite von Mark van Bommel, unter Trainer Guus Hiddink.

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Robben brauch Freiräume

Nun arbeitet er wieder mit einem Weltmann an der Bank zusammen. Carlo Ancelotti weiß, dass man diesem Robben Freiräume geben muss. Rechts, links, Mittelstürmer-Position. Die Abteilung Esprit braucht keine vorgeschriebenen Laufwege. Nur Brüder im Geiste. Wie bei der schnellen Ecke auf Thomas Müller, die zum 1:0 führte. Robben: „Es ist meine siebte Saison zusammen mit Thomas, er ist ganz schlau.“ Oder wie bei der Chip-Flanke von Thiago vor dem 4:1. Robben: „Ein Traumpass, alle Credits für Thiago.“

Und dieser Robben soll im Mai 2017 seine Abschiedsvorstellung im Bayern-Trikot geben? Weil der Vertrag nicht verlängert wird? Wirklich? Nein, eigentlich kaum zu glauben. „Arjen ist erst 32 Jahre alt“, sagt Mark van Bommel, ehemals Kapitän von Eindhoven und des FC Bayern. Er vergleicht: „Das waren meine besten Jahre. Natürlich ist Arjen Robben ziemlich oft verletzt, aber er ist hier bei der medizinischen Abteilung von Bayern in den besten Händen. Besser kann man es nicht treffen. Ich gehe davon aus, dass er verlängert und in München bleibt.“

So wird es kommen. Für ein oder zwei Jahre. Noch neun Einsätze, dann macht er sein 100. Spiel in der Königsklasse. Läuft es perfekt, wäre es das Halbfinal-Rückspiel.

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