Anstieg um 400 Prozent: Díaz lässt die Kasse des FC Bayern klingeln

Luis Díaz hob die Hand. Der Kolumbianer zeigte an: Das war ein echter Geniestreich! Das 1:0 im Bernabéu, dem Fußballtempel von Madrid. Die Bayern-Führung gegen die Königlichen in diesem so wichtigen Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale. Eiskalt netzte Díaz nach dem Steckpass von Serge Gnabry ein und erzürnte damit das Theaterpublikum der Spanier.
Díaz: "Die Szene ist genauso eingetreten"
Ein Real-Fan zeigte ihm gar den Mittelfinger. Dem Flügelflitzer war das egal, der feierte mit den Teamkollegen. Und verriet hinterher bei "ESPN": "Wir hatten Madrid analysiert und die Szene ist genauso eingetreten, wie wir sie vorbereitet hatten." Die langen Einheiten des Analyseteams von der Säbener Straße hatten sich einmal mehr gelohnt.
Die Szene zeigte aber auch: Díaz und der FC Bayern, das passt. Das 70-Millionen-Investment, so viel zahlten die Münchner vor der Saison an den FC Liverpool, lohnt sich. Zusammen mit Harry Kane und Michael Olise bildet Díaz einen gefürchteten Sturmdreizack. Wettbewerbsübergreifend kommt der Edeltechniker auf 41 (!) Torbeteiligungen in 40 Bayern-Spielen.
FC Bayern: Sané kam in keiner Saison auf die Werte von Díaz
Zum Vergleich: Vorgänger Leroy Sané kam in seiner besten Spielzeit beim Rekordmeister in 45 Spielen nur auf 29 Torbeteiligungen (Saison 2021/22). "Er hat für uns alles, was wir brauchen", hatte Sportvorstand Max Eberl schon bei seiner Vorstellung Anfang August gesagt: "Wir wollten Tempo, Tore, Assists, Qualität im Eins-gegen-eins und eine hohe Verlässlichkeit, also so viele Einsätze wie möglich."
All das hat der FC Bayern im so schwer kalkulierbaren Fußballgeschäft mit Díaz bekommen. Man hat aber mit dem kolumbianischen Dribbelkönig noch weitaus mehr bekommen. Und das hatte Eberl bei der Verpflichtung nicht auf dem Schirm. Dank Díaz erobert der Klub den südamerikanischen Markt mit gigantischen Rekordwerten. Diamant Díaz.

FC Bayern erzielt Rekordwerte in Kolumbien
Wie die AZ erfuhr, verzeichnete der FC Bayern seit der Wechselbekanntgabe bei Trikot-Bestellungen aus Kolumbien einen Anstieg von satten 400 (!) Prozent. Die Besucherzahlen im Online-Shop des Rekordmeisters aus dem fußballbegeisterten Land stiegen um 200 Prozent. Damit gehört der Dribbelkönig in der aktuellen Saison global gesehen zu den Top fünf der Bayern-Spieler in Sachen Trikotverkäufen.
Nur von Identifikationsfiguren wie Manuel Neuer oder Harry Kane werden mehr Jerseys verkauft. Hintergrund: Díaz ist in seiner Heimat ein Volksheld. Ein Junge, der den Traum vieler Kinder aus Kolumbien lebt. Raus aus der Armut, rein in den europäischen Spitzenfußball. Nicht einfach, doch "Lucho" (Spanisch für Kämpfer), so sein Spitzname, hat es geschafft.
Bayern nutzt Díaz auf spanischsprachigen Klubkanälen
Dieses enorme Vermarktungspotenzial wissen die Bayern mittlerweile gezielt zu nutzen. Gerade auf den spanischsprachigen Klubkanälen wird Díaz als Markenbotschafter eingesetzt. Mal posiert der 29-Jährige mit der kolumbianischen Flagge, mal hat er ein Akkordeon, das in seiner Heimat ebenfalls ein beliebtes Instrument ist, in der Hand. Damit hat Díaz dafür gesorgt, dass der Rekordmeister auf den sozialen Medien aktuell mehr als fünf Millionen kolumbianische Follower hat.
Nach AZ-Information ist Kolumbien sogar der am schnellsten wachsende Markt des Vereins. "Der Wechsel zum FC Bayern war die richtige Wahl", fasst er es der bayerische Gipfelstürmer passend zusammen. Und der Weg soll, getreu seiner Jubelgeste gegen Real, weiter nach oben gehen. Neben und auf dem Platz. "Wir haben einen klaren Plan", sagt er: "Ich bin in einer guten Form und bereit, dem Team zu helfen." Womöglich zum Triple.

Díaz könnte gegen St. Pauli geschont werden
Am Samstag bekommt der Dauerbrenner des FC Bayern am Millerntor gegen den FC St. Pauli aber wohl eine Pause. Gegen den Tabellensechzehnten ist es gut möglich, dass ihn Trainer Vincent Kompany zunächst auf die Bank setzt. Immerhin soll er am kommenden Mittwoch zusammen mit seinen Teamkollegen die Königlichen in der Königsklasse erobern und das Halbfinal-Ticket lösen.