Allianz Arena: Ein Traum in Rot

Steigt der TSV 1860 ab, könnte der FC Bayern neue Sitze in die Arena einbauen. Was die Fans sagen, was die Klubs planen: Die Debatte ums Stadion.
| M. Merten, M. Eicher
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Wunschvorstellung vieler Bayern-Fans: Eine Allianz Arena mit roten Sitzen, wie sie sich die Grafik der AZ vorstellt.
sampics/Augenklick Wunschvorstellung vieler Bayern-Fans: Eine Allianz Arena mit roten Sitzen, wie sie sich die Grafik der AZ vorstellt.

München - Bei den Löwen laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf den Worst Case – heißt: Abstieg in die Dritte Liga. Präsident Gerhard Mayrhofer und Geschäftsführer Markus Rejek haben sich kürzlich mit Verantwortlichen des FC Bayern über einen Auszug des TSV aus der Allianz Arena unterhalten. Das hatte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge bestätigt: „Es gibt da gewisse Fragen von 1860, um sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die die Zukunft betreffen. Wir sind ein seriöser Vermieter, der sich mit den Wünschen der Mieter seriös auseinandersetzt.“

Die Sachlage:

Die Kosten: Die Löwen zahlen rund fünf Millionen Euro Miete und Betriebskosten pro Saison. In der Dritten Liga wäre das nicht mehr zu stemmen. Der Mietvertrag läuft allerdings noch bis 2025 – es geht also insgesamt um 50 Millionen.

Rote Sitze? Auch, wenn Rummenigge dem Nachbarn nicht den Abstieg wünscht: Einem Auszug steht er nicht negativ gegenüber. Im Gegenteil: Sollten die Löwen das Stadion räumen, könnten die Bayern baulich Hand anlegen. So erklärte der Bayern-Boss, dass er in diesem Falle gleich mal auf rote Sitze umrüsten würde. „Die gäbe es dann.“

Die Optionen: Reflexartig kommt im Falle eines Auszugs bei den Löwen das Grünwalder Stadion als erste Alternative ins Gespräch. Auch ein Wechsel ins Olympiastadion, das für 80 Millionen Euro saniert wird, wäre denkbar. Der Wunsch einer eigenen Löwen-Heimat würde in der Dritten Liga dagegen in der Tonne landen.

Die Probleme: Das Olympiastadion hat weder Rasen noch Rasenheizung. In der Kürze der Zeit, zumal mit regelmäßig stattfindenden Konzerten, wäre ein Umbau bis zum Beginn der Drittliga-Saison im Juli kaum zu schaffen. Das Grünwalder Stadion wiederum ist an sich Drittliga-reif, wäre da nicht die ständige Diskussion um die Sicherheit (Fantrennung, Anreisewege), Parkplätze und Anwohner-Belastung.

Das Vorgehen: Oberbürgermeister und Bayern-Fan Dieter Reiter (SPD) will 1860 helfen. Einem Ausbau des „Sechzger Stadions“ erteilte er bereits eine Absage. Dennoch will er zusammen mit Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) alle Optionen mit dem Verein durchgehen.

Das sagen 1860-Fans: Der Verein „Freunde des Sechzger Stadions e.V.“ meldete sich am Donnerstag im Namen des Vorsitzenden Markus Drees zu Wort und erklärte zur Problematik rund ums Grünwalder: „Warum kann das Oktoberfest mitten in der Innenstadt jedes Jahr mit Millionen von Gästen in 14 Tagen stattfinden? Wenn man hier den gleichen Maßstab anlegt, müsste das Oktoberfest schon lange in Fröttmaning, am Flughafen oder an der Messe Riem stattfinden.“

Das sagen Bayern-Fans: „Es wär’ natürlich toll, wenn in der Allianz Arena die grauen Sitze herausgerissen und durch neue rote ersetzt werden würden – keine Frage“, sagt Hansi Gehrlein vom Fanklub 13 Höslwanger. Und: „In vielen anderen Stadien entsprechen die Sitzfarben ja auch den Vereinsfarben.“   

 

 

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