Alles hängt an Neuer! Nübel wartet auf das entscheidende Signal

Der an Stuttgart ausgeliehene Torhüter könnte im Sommer zurückkehren und mit Jonas Urbig um den Stammplatz kämpfen. Alles hängt jetzt von Manuel Neuer ab. 
von  Maximilian Koch
Zwei Keeper mit Schalker Vergangenheit: Bayerns Manuel Neuer (l.) und der Stuttgarter Alexander Nübel.
Zwei Keeper mit Schalker Vergangenheit: Bayerns Manuel Neuer (l.) und der Stuttgarter Alexander Nübel. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Einen Torhüter wird der FC Bayern ja ziemlich sicher bei der WM dabei haben, doch er wird eben nicht Manuel Neuer heißen. Alexander Nübel, der bei den Münchnern einen Vertrag bis 2030 besitzt und noch bis Ende Juni an den VfB Stuttgart ausgeliehen ist, dürfte dem Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann als Nummer zwei angehören.

Nummer zwei bei Bundestrainer Julian Nagelsmann (l.): Nübel.
Nummer zwei bei Bundestrainer Julian Nagelsmann (l.): Nübel. © IMAGO

Das jedenfalls war zuletzt die Rangordnung: Hoffenheims Oliver Baumann als Stammtorhüter, Nübel als dessen Stellvertreter sowie Noah Atubolu (SC Freiburg) und Finn Dahmen (FC Augsburg) dahinter. Marc-André ter Stegen (FC Girona), eigentlich Nagelsmanns Wunschlösung, hat nach seiner schweren Muskelverletzung nur noch geringe Chancen auf eine WM-Teilnahme. Und Neuer keine Lust, unter Nagelsmann noch einmal ins DFB-Tor zurückzukehren.

FC Bayern wartet auf Neuer-Entscheidung

Bedeutet: Sofern keine Verletzung dazwischenkommt, reist Nübel, der eine gute Saison spielt, mit der Nationalmannschaft Anfang Juni in die USA. Um anschließend wieder für den FC Bayern im Tor stehen? Dieses Szenario ist nach AZ-Informationen weiter möglich, obwohl Nübel seit seinem Wechsel von Schalke 04 im Jahr 2020 nur vier Spiele für Bayern bestritten hat. Zunächst war er an die AS Monaco verliehen, dann an Stuttgart. Nie kam er an Neuer vorbei.

Und auch diesmal hängt Nübels Bayern-Zukunft von Neuer ab. Sollte der Stammtorhüter, der aktuell wegen eines Muskelfaserrisses mehrere Wochen ausfällt, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern, würde Nübel nicht zurückkehren. Der 29-Jährige könnte stattdessen eine neue Herausforderung suchen – etwa in der englischen Premier League, die ihn besonders interessieren soll. Bei einem Verkauf könnte Bayern für Nübel, dessen Marktwert bei zwölf Millionen Euro liegt, eine ordentliche Ablöse kassieren.

Möglicher Konkurrenzkampf mit Urbig

Option zwei: Neuer hört nach dieser Saison bei Bayern auf. Dann würde es beim FC Bayern wohl auf ein Duell zwischen Nübel und Jonas Urbig um die Nummer eins hinauslaufen. Urbigs Vorteil: Er kommt in dieser Saison regelmäßig zum Einsatz und kann sich bei Cheftrainer Vincent Kompany empfehlen.

Nach Neuers Verletzung wird Urbig seinen bislang acht Pflichtspielen weitere hinzufügen. Auch im Klassiker bei Borussia Dortmund am 28. Februar steht der 22-Jährige im Tor. Eine große Bühne, eine große Chance für Urbig, der sich bisher nur wenige Fehler geleistet hat.

Als Neuer-Vertreter überzeugend: Jonas Urbig (l.).
Als Neuer-Vertreter überzeugend: Jonas Urbig (l.). © IMAGO/RHR-FOTO

Auch nicht in der Öffentlichkeit. "Sehr viel" lerne er von Neuer, Ersatzkeeper Sven Ulreich und Torwarttrainer Michael Rechner, sagte Urbig nach dem 3:0 in Bremen am Wochenende, als er zur Zusammenarbeit der Bayern-Torhüter gefragt wurde: "Aber alle Zukunftsthemen, Entscheidungen, das ist nichts, worüber ich entscheide. Und deswegen werde ich da auch nicht drüber urteilen." Brav.

In wenigen Wochen werden alle Beteiligten schlauer sein. Nach AZ-Informationen rechnet Nübel bis Anfang April mit einer Entscheidung von Neuer. Der Routinier wird am 27. März 40 Jahre alt. Ob er weitermacht? Offen. Klar scheint nur, dass ein Bayern-Torhüter im deutschen WM-Aufgebot stehen wird. Mindestens. Denn neben Nübel wird inzwischen auch Urbig als Kandidat für den Kader gehandelt.

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