Alaba, der Pfeif-mi-nix-Held

Mit einem Tor und zwei Vorlagen bei Österreichs 4:0 gegen Kasachstan gelingt Bayerns David Alaba nach langer Pause ein großartiges Comeback  
| Thomas Becker
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen

Mit einem Tor und zwei Vorlagen bei Österreichs 4:0 gegen Kasachstan gelingt Bayerns David Alaba nach langer Pause ein großartiges Comeback

Wien- Wenn Willibald Ruttensteiner von David Alaba schwärmen soll, dann fängt der technischer Direktor des österreichischen Fußballbundes so an: „Ich erzähl’ Ihnen eine Geschichte. Letzte Woche suchte unser Teammanager am Computer eine Flugverbindung, so dass Dave am Samstag bei der Nationalmannschaft sein könnte. Als er ihn anrief, sagte David: ,Bin eh’ schon unterwegs zum Flieger.’ Daran sieht man, wie gerne er kommt, wie verbunden er seinem Heimatland ist.”

David Alaba hat nach einem Ermüdungsbruch im Mittelfuß sein erstes Pflichtspiel seit fünf Monaten bestritten. Sein Team, die österreichische Nationalmannschaft, gewann 4:0 gegen Kasachstan. Alaba war Matchwinner: schoss ein Tor (sein erstes in der Nationalelf) und bereitete zwei weitere vor. Die Zeitungen feierten ihn („David war unser Bester”), lobten den „Bayern-Hero mit der Pfeif-mi-nix-Attitüde („Krone”). Kollege Christian Fuchs schwärmte („Comeback wie aus dem Märchenbuch”), Doppeltorschütze Marc Janko dankte: „Mann des Spiels war eindeutig Alaba. Wir freuen uns, dass er wieder dabei ist.”

Alaba selbst gab sich gewohnt demütig: „Nach so einer Pause war es ganz in Ordnung. Ich bin Gott dankbar, dass er mir und uns so viel Kraft gegeben hat. Ich war einfach glücklich, auf dem Platz stehen zu dürfen.” Vor ein paar Tagen sah es nicht so aus. Bayern-Coach Jupp Heynckes war mäßig begeistert von der Länderspielidee: „Er braucht noch ein paar Spiele, um zur Top-Form zu finden. Ich gehe davon aus, dass Marcel Koller so klug ist, auf die Spieler zurückzugreifen, die sich anbieten.” Also bittschön nicht Alaba! Doch Österreichs Bundestrainer nominierte den Publikumsliebling nach: „Irgendwann muss er ja Spielpraxis bekommen.” L

aut Ruttensteiner hatte Koller gar keine Wahl: „David hat vom ersten Training an gezeigt, dass er nicht nur da ist, um für den Teamspirit zu sorgen. Koller blieb nichts übrig, als ihn aufzustellen.” Telefonate mit dem FC Bayern habe es auf zwei Ebenen gegeben: zwischen den Trainern und zwischen Matthias Sammer und Ruttensteiner: „Fast täglich habe ich ihn über David informiert.”

Wenn es für Bayern am Samstag in Düsseldorf um Bundesligapunkte geht, dürfte Alaba vom zentralen Mittelfeld wieder auf die linke Verteidigerposition rutschen. Ruttensteiner sagt: „Ich traue ihm zu, dass er sich auch bei Bayern zum Spielgestalter entwickeln kann. Er hat so viel Spielintelligenz.” Und weil er gerade so schön am Schwärmen ist, sagt er: „Es ist einfach eine Freude, einen solchen Spieler in den Reihen zu haben.”

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren