40 Minuten Verspätung: Start ins WM-Abendteuer läuft für DFB nicht nach Plan

Der Start ins WM-Abenteuer verlief für die deutsche Mannschaft am Donnerstagnachmittag nicht ganz nach Plan. Weil Stau am Frankfurter Flughafen herrschte, hob die Lufthansa-Maschine LH 434 mit 40 Minuten Verspätung um 14.15 Uhr Richtung Chicago ab. Doch zumindest das Gewitter, das am Himmel drohte, blieb dem DFB-Tross um Bundestrainer Julian Nagelsmann und Kapitän Joshua Kimmich erspart. Es verzog sich rechtzeitig nach Offenbach.
Und so war die Laune an Bord des Airbus 350 bestens - auch bei den übrigen Passagieren des Neun-Stunden-Flugs. Anders als bei vielen vorherigen Turnieren reiste das DFB-Team nicht mit einer Sondermaschine ins WM-Land, sondern – ganz bodenständig – in einer Linienmaschine. Am Gate wurde den glücklichen Mitfliegenden als Überraschung ein Deutschland-Trikot geschenkt. An Bord saßen so plötzlich zahlreiche Passagiere in Schwarz-Rot-Gold.

Generalprobe in der "Windy City"
In Chicago, wo die DFB-Auswahl am Samstag (20.30 Uhr MESZ/RTL) im Stadion Soldier Field ihre WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA bestreitet, wird die Mannschaft nördlich der Innenstadt im noblen Hotel Waldorf Astoria wohnen – mit Blick auf den Lake Michigan. Chicago, die "Windy City", präsentiert sich aktuell angenehm frühsommerlich bei Temperaturen um die 25 Grad. Zum Wochenende hin soll es heißer werden. Und das gilt auch sportlich, wenn DFB-Coach Nagelsmann letztmals vor dem WM-Start gegen Curacao am 14. Juni die Form seiner Stars testet.
"Das wird ein sehr emotionales Spiel in einer Stadt ohne WM-Spiel, gegen den Gastgeber, der seinen letzten Test bestreitet", sagte Nagelsmann, der mittlerweile "keine großen Baustellen" in seinem Kader mehr ausgemacht hat und den neunten Sieg in Folge anstrebt. Und den fünften Stern für Deutschland, den fünften WM-Titel. Das ist der amerikanische Traum der Mannschaft.

"Das WM-Fieber wird immer größer. Wenn man dann in Amerika ist, dann wird es riesig", sagte Deniz Undav. Für den formstarken Stürmer wäre das Turnier nur dann ein Erfolg, "wenn wir das Ding gewinnen". Etwas vorsichtiger äußerte sich Kimmich, der meinte: "International hast du gefühlt Spanien, Frankreich, Portugal, die es in den letzten Jahren konstant sehr gut gemacht haben und auch Turniere gewonnen haben. Da sind wir hintendran, auch im direkten Vergleich haben wir zuletzt gegen sie verloren."
Druck nach Vorrunden-Aus 2018 und 2022
Stimmt. Zudem schied das DFB-Team 2018 und 2022 in der WM-Vorrunde aus, der Druck ist hoch. Nun könnte bereits im Achtelfinale Topfavorit Frankreich warten. Trotzdem müsse man "das Mindset haben, dass wir jeden schlagen können", ergänzte Kimmich: "Das ist an einem Tag immer möglich, wir spielen keine Meisterschaft mit 34 Spielen aus. Wir sind in einem Turnier und brauchen das Selbstbewusstsein, dass wir jeden schlagen können – denn das können wir definitiv."

Talente, Offensivpower – und Neuer
Vielleicht ist die Außenseiterrolle ganz gut für die deutsche Mannschaft, die sich am Montagabend im Frankfurter Asia-Restaurant "Zenzakan" gemeinsam mit Familienangehörigen bei Sushi und Grill-Spezialitäten auf ein erfolgreiches Turnier einschwor. Junge Spieler wie Lennart Karl könnten die Gegner überraschen, mit Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Kai Havertz ist die Offensive erstklassig besetzt.
Und im Tor steht Manuel Neuer nach überstandenen Wadenproblemen vor seinem Comeback gegen die USA. Sein bis dato letztes Spiel bestritt der 40-Jährige im Sommer 2024 – jetzt soll Neuer einer der deutschen Trümpfe bei der WM werden.
