100 Tage, fünf Nagelsmann-Erfolge: Jubiläum für den Bayern-Trainer

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann feiert Jubiläum. Die AZ erklärt, wie er die Münchner verändert.
| Patrick Strasser
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Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern ist nun 100 Tage im Amt.
Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern ist nun 100 Tage im Amt. © IMAGO / Sven Simon

München - Sein Jubiläum will Julian Nagelsmann in den Bergen verbringen, etwas Höhenluft schnuppern an diesem Freitag, dem Tag Nummer 100 seines Trainerjobs beim FC Bayern.

Seinem wegen der aktuellen Länderspielabstellungen dezimierten Kader hat Nagelsmann von Donnerstag bis Sonntag freigegeben. Der 34-Jährge kann "beim Fahrradfahren abschalten", will mit dem Mountainbike in die Alpen.

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Elf Pflichtspiele hat Nagelsmann seit seinem Vertragsbeginn am 1. Juli mit den Bayern absolviert, vergangenen Sonntag setzte es die erste Niederlage mit dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Ansonsten stehen neun Erfolge, woraus die Tabellenführung in der Bundesliga sowie in der Champions-League-Gruppe resultierten und mit dem 3:1 im Supercup bei Borussia Dortmund ein Titelchen (seine erste Trophäe im Senioren-Bereich).

FC Bayern: Nagelsmann erhielt großen Vertrauensvorschuss

Dass er nach zwei erfolgreichen Jahren bei RB Leipzig ein Angebot seines Lieblingsklubs erhalten hat, bezeichnete der Mann aus Landsberg am Lech als "Kindheitstraum" und meinte im Podcast "Einfach mal luppen" (von Toni & Felix Kroos), solche Anfragen "musst du annehmen, wenn sie da sind. Es gibt den Spruch 'Jede Chance im Leben hat ein Verfallsdatum', das trifft es ganz gut."

Der Fünfjahresvertrag bis 2026 ist ein großer Vertrauensvorschuss der Bayern-Bosse um den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn. Der Nachfolger von Sieben-Titel-Trainer Hansi Flick soll schlicht eine Ära prägen. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezeichnet Nagelsmann intern und extern als "Jahrhundert-Trainer-Talent" für den man die Weltrekordablösesumme für einen Chefcoach in Höhe von 15 Millionen Euro Sockelbetrag plus Prämie bezahlte.

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100 Tage der möglichen Ära sind nun vergangen - die AZ bringt die fünf wichtigsten Erkenntnisse:

Nagelsmann will seine Spieler nicht überfrachten

1. Er ist (noch) ein dezenter Reformator: Die altbewährte Qualität der Triplegewinner sowie der fruchtbare Input des neuen Trainers ergeben den taktischen Mix, den Nagelsmann aktuell durchzieht.

"Wir sind froh, dass Julian seinen Stil in die Mannschaft bringen kann, das läuft in die richtige Richtung", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Mehr und mehr will Nagelsmann jedoch seine Ideen durchziehen, die Spieler aber noch nicht überfrachten.

2. Er hat Sané & Süle stark gemacht: Ein klarer Verdienst des Neuen ist es, mit Leroy Sané und Niklas Süle zwei Profis wieder zu integrieren und zu Leistungsträgern zu formen, die letzte Saison keine Stammspieler waren und - wie im Fall des Flügelstürmers Sané - im August von den Fans Ablehnung in Form von Pfiffen erfuhren. Das Mental-Coaching half.

3. Er setzt auf einen engen Kreis: Offenbar sieht Nagelsmann in seinem Kader ein starkes Leistungsgefälle, es ist eine klare Hierarchie (Stammpersonal, Ergänzungsspieler, Bank- und Tribünenkandidaten) zu erkennen. In den letzten sechs Partien seit der September-Länderspielpause brachte er lediglich 14 verschiedene Akteure in der Startelf (zwei davon nur einmal).

Auch der Kreis der vier bis sechs regelmäßigen Einwechselspieler ist ziemlich überschaubar. Belohnung der Leistung steht bei ihm noch vor Schonung durch Rotation.

Julian Nagelsmann hat mehr Lässigkeit reingebracht

4. Er macht Fußball anschaulicher: Nagelsmann erklärt in Interviews vor und nach den Spielen sowie in den Pressekonferenzen oder einem Taktik-Format wie "Decoded" bei DAZN ausführlich seine Ideen und Ansätze. Viel offener als andere Trainer das machen. Seine Herangehensweise ist es, nicht nur intern Profis und Staff zu überzeugen, um sie auf seinem Weg mitzunehmen, sondern auch nach außen hin transparent zu agieren - abgesehen natürlich von den Aufstellungen.

5. Er hat mehr Lässigkeit reingebracht: Um sich fit zu halten, spielt Nagelsmann mit seinen Assistenten an der Säbener Straße Padel-Tennis, cruist mit einem Elektro-Longboard um den Trainingsplatz oder hält bei Übungseinheiten im Zusammenspiel mit seinen Profis den Ball hoch.

Hier wie auch für sein gesamtes, bisher erfolgreichen Engagement gilt: Die Fallhöhe ist hoch.

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