„Ein Feiertag!“ für die Basketballer des FC Bayern

Der FC Bayern zieht kampflos in die Runde der besten 16 Teams Europas ein. Hier erklärt Basketball-Boss Rudolf Schels, wie er Präsident Uli Hoeneß informierte und  welche Bedeutung Trainer Svetislav Pesic hat.
| Interview: Matthias Eicher
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Zufriedene Zuschauer im Audi Dome: Präsident Uli Hoeneß und Stellvertreter Rudolf Schels.
Rauchensteiner/Augenklick Zufriedene Zuschauer im Audi Dome: Präsident Uli Hoeneß und Stellvertreter Rudolf Schels.

AZ: Herr Schels, schon vor dem Gruppenspiel gegen Galatasaray am Freitagabend  steht fest: der FC Bayern zieht in die Runde der 16 besten Mannschaften Europas ein. Glückwunsch zum größten Erfolg in der neueren Vereinsgeschichte!

RUDOLF SCHELS: Danke! Es ist ein großer Tag für den FC Bayern Basketball. Ein Feiertag! Eine große Freude für den ganzen Verein und eine Auszeichnung für die Arbeit, die geleistet wurde.

Am Ende hätten Sie gar nicht mehr gegen Galatasaray antreten müssen, weil Siena am Donnerstag verloren hat, Bayern schon qualifiziert war.

Wir waren schon auch froh, unbeschwert ins Spiel gehen zu können. Ich habe Präsident Uli Hoeneß telefonisch am Freitagmorgen informiert. Er hat sich unglaublich gefreut.

Er wusste noch gar nichts von Sienas Schützenhilfe?

Nein, er ist ja mit den Fußballern in Marokko bei der Klub-WM. Er besitzt auch gar kein Smartphone, so dass er sich nicht übers Internet informieren konnte. Aber er hat wohl auch nicht an die Wichtigkeit des Siena-Spiels gedacht. Als ich mit ihm telefoniert habe, war er dann aber so euphorisch, wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt habe.

Was bedeutet der Erfolg für den FC Bayern?

Es ist ein Tag, der jeden euphorisch macht. Wir können dem Münchner Publikum tolle Spiele präsentieren, treffen auf die Creme de la Creme des europäischen Basketballs. Das ist für mich eine große Freude. Das wird auch die Anzahl der Anhänger noch einmal vergrößern. Die Bayern-Basketballer sind eine große Familie geworden. Ich wüsste nichts, was man momentan aussetzen könnte.

Dass die Doppel-Belastung Europa/Bundesliga das Ziel Meisterschaft gefährdet werden könnte zum Beispiel?

Es wird uns belasten, so wie es Bamberg diese Saison erfahren hat. Wir werden nach einem Euroleague-Spiel vielleicht mal in der Bundesliga verlieren. Aber: Jeder wollte es, Trainer oder Spieler, der ganze Verein. Jetzt ist es das Ziel, die Belastung anzunehmen. Die Spiele wie gegen Real Madrid werden eine wertvolle Erfahrung. Wir wollen alles mit Ehrgeiz angehen und in der BBL als Erster in die Playoffs einziehen.

Dass das Bayern verknüpfte Sieger-Gen noch etwas fehlt, um auch enge Spiele für sich zu entscheiden?

Es gab schon Spiele, in denen wir Pech hatten und die Mannschaft dann sehr enttäuscht war. Da ist die letzte Erfahrung noch nicht da. Die holen wir uns gerade.

Um in den Top 16 der Euroleague für die eine oder andere Überraschung sorgen?

Wir wollen mit notwendiger Demut und Respekt da reingehen. Das Ziel ist nicht mehr, uns achtbar zu verkaufen, da ist einfach nur Vorfreude. Jetzt schon davon zu träumen, wie es weitergehen könnte, wäre zuviel des Guten. Siege, besonders daheim, schließen wir selbstverständlich nicht aus.

Welchen Anteil hat Trainer Svetislav Pesic am derzeitigen Erfolg?

Ihn zeichnet aus, kleinste Nachlässigkeiten zu kommentieren. Er lebt den Basketball, ist extrem diszipliniert. Er lebt auch für den FC Bayern. Und erwartet von den Spielern, dass sie genauso hart arbeiten wie er. Er sagte ja: Wenn ihr in der Euroleague spielen wollt, dürft ihr nicht klagen. Und es klagt auch keiner.

Haben Sie beim bisherigen Europa-Abenteuer Feindseligkeiten der gegnerischen Fans gespürt, wie es in der Liga schon der Fall war?

Überhaupt nicht! Wir wurden seitens der Polizei zwar darauf hingewiesen, dass wir für die Spiele wie gegen Piräus etwas vorsorgen müssen, um eventuelle Probleme in den Griff zu kriegen. Die Griechen haben zwar sehr engagierte Anhänger, aber man muss sagen: Sie haben die Stimmung im Audi Dome noch bereichert. Da war keine Aggressivität, sie standen nur voll hinter ihrer Mannschaft. In Südeuropa ist das Publikum manchmal noch emotionaler. Aber wir empfinden das als zusätzliche Motivation. Interview: Matthias Eicher

 

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