Interview

Yasin Ehliz vorm Duell des EHC gegen Mannheim: "Eine Rechnung ist noch offen"

Für den EHC München geht es beim Magenta-Cup gleich gegen den Erzrivalen Mannheim. In der AZ spricht Nationalstürmer Yasin Ehliz über das Duell - und seinen unangenehmsten Gegenspieler.
| Matthias Kerber
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"Wir sind alle megaglücklich, dass wir endlich wieder auf Topniveau Eishockey spielen können", sagt Nationalstürmer Yasin Ehliz (EHC München) vor dem Spiel im Magenta-Cup in Mannheim.
"Wir sind alle megaglücklich, dass wir endlich wieder auf Topniveau Eishockey spielen können", sagt Nationalstürmer Yasin Ehliz (EHC München) vor dem Spiel im Magenta-Cup in Mannheim. © Rauchensteiner/Augenklick

München - AZ-Interview mit Yasin Ehliz: Der Nationalstürmer ist einer der Silberhelden der Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang, in dem Jahr war er auch zum EHC München gewechselt. Mit den Red Bulls startet er am Donnerstag mit dem Duell gegen Erzrivale Mannheim in den MagentaSport-Cup.

AZ: Herr Ehliz, auf Deutschland-Cup folgt MagentaSport-Cup: Heute geht es für Sie und den EHC Red Bull München mit dem Duell gegen Erzrivale Adler Mannheim gleich mit einem echten Highlight los, die Anspannung dürfte riesig sein, oder?
YASIN EHLIZ: Wir sind alle megaglücklich, dass wir endlich wieder auf Topniveau Eishockey spielen können. Es war sehr frustrierend, dass wir so extrem lang unserer Leidenschaft nicht nachgehen konnten. So eine lange Pause hatte ich nie, hatte wahrscheinlich noch keiner von uns. Klar, wir haben mit den Red Bulls viele Testspiele bestritten, aber das kann man nicht vergleichen. Das ist spielerisch etwas anderes, aber das ist auch emotional etwas ganz anderes. Echten Wettkampf, den kann keiner ersetzen. Jetzt gegen Mannheim, da geht es gleich von null auf hundert. München und Mannheim, das sind die Topteams der Liga. Das Duell hat sich in den vergangenen Jahren zu der großen Rivalität im deutschen Eishockey entwickelt. Und ich kann nur sagen, wir haben noch eine Rechnung mit denen offen.

Ehliz über Niederlage gegen Mannheim: "Es tat weh"

Schließlich hat Mannheim den EHC in der Saison 2018/19 nach drei Jahren vom Eishockey-Thron gestoßen.
Es tat weh, dass sie uns geschlagen haben, die Meisterschaft geholt haben. Es war auch noch das allerletzte Spiel in der großartigen Karriere unseren Kapitäns Michael Wolf. Dass er mit dieser Niederlage seine Karriere beenden musste, war bitter für uns alle. Vergangene Saison hätten wir uns gerne revanchiert, es sah auch gut aus - und dann kam Corona.

Und der Abbruch der Saison nach der Hauptrunde, die die Red Bulls als Erster abgeschlossen hatte.
Ja, das war sehr frustrierend für uns alle, aber die Welt hat sich eben verändert, wir alle hoffen, dass wir jetzt schnellstmöglich in die Normalität zurückkehren können. Es gibt keinen Tag, an dem man nicht die Nachrichten checkt und auf die Meldung gewartet hat, dass es mit dem Impfstoff klappt. Die letzten Berichte waren ja zum Glück sehr erfreulich.

Sie waren beim Deutschland-Cup dabei, wie wurde das Hygiene- und Sicherheitskonzept dort umgesetzt?
Wir wurden schon vor der Anreise getestet und gleich nach der Ankunft. Wir haben uns nur im Hotel und der Halle aufgehalten, haben ständig Masken getragen, Abstand gehalten und wirklich keinen Kontakt nach außen gehabt. Das hat eigentlich sehr gut funktioniert.

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Und beim Training in München?
Wir werden alle regelmäßig getestet, wir benutzen mehrere unterschiedliche Kabinen, damit die Kontakte auf das Minimum beschränkt sind. Das macht nicht immer Spaß, das nervt manchmal, aber wenn wir dadurch erreichen, dass wir unserem Sport wieder nachgehen können, ist es jedes Opfer wert. Jetzt sind wir alle erstmals gespannt und schauen darauf, was am 19. November rauskommt.

Da entscheidet die DEL, ob der Liga-Start ein drittes Mal verschoben wird.
Es muss einfach eine Entscheidung her. Die Vereine, die spielen wollen, müssen sich dazu bekennen und die anderen müssen halt klar sagen, dass es bei ihnen nicht geht. Aber es muss jetzt was weiter gehen. Sonst ist das Jahr bald vorbei.

Wie haben Sie die Zeit im Sommer rumgebracht?
Ich war fast ausschließlich bei mir in Bad Tölz, war sehr viel mit dem Mountainbike unterwegs, viel im Freien, in der Natur. Und ich habe viel mit meinem Kumpel Tennis gespielt.

Bahnt sich da etwa eine Zweitkarriere an?
Sicher nicht (lacht). Ich habe jedes Spiel gegen ihn verloren. Ich müsste dringend ein paar Stunden nehmen, um meine Technik zu verbessern.

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Hatten Sie in Ihrem persönlichen Umfeld mit dem Virus zu tun?
Nein, nicht wirklich. Der Kumpel von einem Kumpel wurde positiv getestet, aber er hat wohl keine Symptome.

Zurück zum Sport: Wen würden Sie als Ihren unangenehmsten Gegenspieler in der Liga - beziehungsweise bei Mannheim - ansehen?
Puh, das ist eine sehr schwierige Frage, es gibt sehr viele unangenehme Gegenspieler. Die kleinen, wendigen, bei denen man schlecht rankommt, dann die großen, robusten Spieler, wo man schauen muss, schnellstmöglich aus dem Zweikampf rauszukommen, wo man stets darauf achtet, dass sie einen nicht an der Bande erwischen. Einer, der einem das Leben sehr schwermachen kann, ist Dennis Reul von Mannheim. Aber ich sehe es so, solange es fair zugeht, macht es immer Spaß zu spielen, Zweikämpfe, Rivalitäten gehören unserem Sport eben dazu. Die Emotion spielt eine große Rolle.

Mit der emotionalste Moment Ihrer Karriere war sicher der Gewinn der Silbermedaille bei Olympia 2018 in Pyeongchang.
Absolut, ich habe gerade erst mit meinen Eltern darüber geredet, es fühlt sich so nahe an, aber es ist jetzt schon fast drei Jahre her. Drei Jahre! Wahnsinn. Ich schaue mir aber noch immer gerne Bilder von damals an, ich habe viele Fotos gemacht, meine Eltern, die vor Ort waren, auch. Das sind tolle Erinnerungen.

Zeit für eine "Fotoabend Olympia" mit der Familie. . .
Vielleicht in 20 Jahren (lacht).

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