Interview

Michael Wolf: "Eishockey lässt einen einfach nicht los"

Michael Wolf, der einstige Kapitän des EHC, kehrt in verantwortlicher Position zu den Red Bulls zurück. In der AZ spricht er über die neue Aufgabe, die Form des Teams – und das elterliche Schuhgeschäft in Füssen.
| Matthias Kerber
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Michael Wolf: "Man strebt zwar immer nach Perfektion, aber erreichen tut man sie fast nie." (Archivbild)
Michael Wolf: "Man strebt zwar immer nach Perfektion, aber erreichen tut man sie fast nie." (Archivbild) © GEPA pictures/Andreas Pranter

München - AZ-Interview mit Michael Wolf: Der 40-jährige Ex-Kapitän des EHC Red Bull München ist nun für den Verein im Bereich Managing Sports tätig.

AZ: Willkommen zurück, Herr Wolf, knapp zwei Jahre nachdem Sie ihre illustre Karriere beim EHC Red Bull München als Spieler beendet haben, sind Sie jetzt zurück, arbeiten im Bereich Managing Sports. Haben Sie es ohne Eishockey doch nicht ausgehalten?
MICHAEL WOLF: Natürlich war es so, dass für gut 20 Jahren Eishockey so ziemlich mein Leben war, das lässt einen auch nicht los. Ich war auch in der ganzen Zeit immer im Austausch mit Christian Winkler, der ja jetzt zum Managing Director Sports Red Bull Eishockey aufgestiegen ist. Ich werde Christian unterstützen. Er hat ja viele neue Aufgaben dazu bekommen und er und ich werden gemeinsam versuchen, das, was er vorher allein gemacht hat, zusammen weiterzuführen. Ich bin sehr gespannt, denn ich kenne das Eishockeygeschäft natürlich sehr gut, aber eben von der anderen Seite, der des Spielers. Diese Erfahrungen werden mir sicher helfen, aber natürlich muss - und will - ich noch ganz viel lernen in dieser neuen Funktion. Es ist eine echte Herausforderung - und ich liebe Herausforderungen.

Christian Winkler und der EHC - eine Erfolgsstory

Die Geschichte des Christian Winkler beim EHC ist eine echte Erfolgsstory. Er kam zur Saison 2004/5, als der Verein in der Oberliga spielte, jetzt sind die Red Bulls drei Mal deutscher Meister geworden.
Christian hat im Eishockey ziemlich alles erlebt, was man erleben kann. Höhen und Tiefen. Es gibt nicht viel Dinge, die ihn in Eishockey-Gewerbe noch überraschen können. Von ihm kann man nur lernen und ich bin froh, dass ich die Chance erhalte. Der Erfolg des Vereins ist sicher auch eng mit seinem Namen verbunden.

Das Dream-Team Winkler/Wolf, der Sie ja 2014 nach München gelockt hat, ist also wieder vereint.
So kann man es sagen, wenn man es so sagen will. (lacht)

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Wo sieht sich Michael Wolf in zehn Jahren?
Eine sehr gute Frage, aber eine, die ich aktuell noch nicht beantworten kann. Sicherlich bin ich jemand, der immer ein gutes Stück in die Zukunft plant. Aber das hier ist jetzt eine völlig neue Situation, in die ich mich erst einmal voll hineindenken muss, um darauf eine seriöse Antwort geben zu können. Daher kann ich zur Zehn-Jahres-Frage nur sagen: Dann bin ich 50 und habe sicher einige graue Haare mehr auf dem Kopf. In welcher Position und Funktion, da bräuchte es eine Glaskugel.

Michael Wolf macht sich keine Sorgen um das Team

Sie sprachen Höhen und Tiefen an: Das trifft auch auf den EHC an, da läuft noch nicht alles rund in dieser Saison.
Stimmt. Wobei ich finde, dass wir in den letzten Spielen schon wieder deutlich mehr von unserer Identität gezeigt haben. Aber es war bisher nicht perfekt, keine Frage. Man strebt zwar immer nach Perfektion, aber erreichen tut man sie fast nie. Wir hatten sehr viele Verletzte, gerade in der Verteidigung, da hat man schon gesehen, dass es nicht immer rund läuft. Aber wenn das bereits das Tal war, das alle mal durchlaufen, dann sind wir alle sehr zufrieden, denn dann geht es nur noch bergauf. Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Da mache ich mir keine Sorgen.

Was macht eigentlich das Schuhgeschäft in Füssen, das Sie nach der Karriere von Ihrem Vater übernehmen sollten. Was hat der denn zum neuen Posten gesagt. Der Papa wird ja auch nicht jünger.
Er ist jetzt 67, ja. Die Entscheidung für diese neue Aufgabe war mit der gesamten Familie abgestimmt. So muss es auch sein. Ich werde dem Laden auch nicht komplett den Rücken kehren, sondern meiner Familie beratend zur Seite stehen. Ich denke, das würde jeder in meiner Situation genauso machen. Ich habe es während meiner aktiven Zeit geschafft, dort zu helfen, ich werde auch jetzt niemanden im Stich lassen. Die Aufgabe bei Red Bull München ist eine große Chance, die ich voller Enthusiasmus angehe. Wir werden das so managen, dass alle Beteiligten zufrieden und glücklich sind.

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