Interview

Kahun im AZ-Interview: "Edmonton ist jetzt goldrichtig für mich"

Der frühere EHC-Star Dominik Kahun wechselt in der NHL zu den Edmonton Oilers. Exklusiv in der AZ spricht der Nationalstürmer über den Wechsel, der ihn mit Superstar Leon Draisaitl zusammenbringt.
| Matthias Kerber
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Der 25-jährige Nationalstürmer spielte von 2014 bis 2018 beim EHC Red Bull München, wurde drei Mal Meister. Dann wechselte er in die NHL zu den Chicago Blackhawks. Ab der kommenden Saison läuft er für die Edmonton Oilers auf.
Der 25-jährige Nationalstürmer spielte von 2014 bis 2018 beim EHC Red Bull München, wurde drei Mal Meister. Dann wechselte er in die NHL zu den Chicago Blackhawks. Ab der kommenden Saison läuft er für die Edmonton Oilers auf. © Rauchensteiner/Augenklick

AZ: Herr Kahun, wir gratulieren zum neuen Vertrag in der NHL! Sie wechseln zu den Edmonton Oilers, dem Verein des deutschen Superstars Leon Draisaitl.
DOMINIK KAHUN: Vielen Dank. Ja, ich freue mich sehr, dass ich meinen Traum weiterleben kann. Es waren am Ende einige Vereine in der NHL an mir interessiert, aber mein Agent und ich haben uns dann alles sehr genau angeschaut und uns am Ende für den Verein entschieden, der einfach das größte Interesse bekundet hat - und das waren eben die Edmonton Oilers.

Ich kann definitiv sagen, dass das am jetzigen Punkt meiner Karriere die richtige Entscheidung ist, dass die Oilers jetzt goldrichtig für mich sind. Wenn man sich den Kader anschaut, wie sie aufgestellt sind, dann weiß man, dass die Oilers sicher ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden werden. Ganz klar: Mein Ziel ist es, mit Edmonton am Ende der Saison den Stanley Cup zu gewinnen.

Dominik Kahun freut sich auf Wiedersehen mit Leon Draisaitl

In Edmonton sind Sie mit Ihrem alten Freund und Weggefährten Leon Draisaitl wiedervereint. Hat er Ihnen schon gratuliert?
Wir waren in ständigem Kontakt. Ich habe mich schon vorher bei ihm informiert, und er war auch sicher einer der ersten Menschen, der es erfahren hat, als dann der Vertrag wirklich unterschrieben war. Wir kennen uns ja sehr gut, haben in den Junioren oft zusammengespielt. Er ist von all den Jungs von früher sicher mein bester Freund. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt in einem Verein zusammen spielen.

Kahuns Kollege in Edmonton: Superstar Leon Draisaitl.
Kahuns Kollege in Edmonton: Superstar Leon Draisaitl. © imago images/Icon SMI

Und vielleicht sogar in einer Sturmreihe?
Garantien gibt es natürlich nicht, aber ich habe bei all meinen Vereinen in der NHL meist in der ersten oder zweiten Sturmreihe gespielt, das ist auch in Edmonton mein Ziel - und dass Leon sicher in der ersten Reihe spielt, daran besteht kein Zweifel.

Hätten Sie gedacht, dass Draisaitl in der vergangenen Saison derart explodieren würde? Er war in dieser Corona-Saison der beste Scorer der NHL, wurde sogar als bester Spieler der besten Liga der Welt ausgezeichnet.
Ich kenne sein Talent, sein Potenzial schon sehr lange. Dass es so kommen würde, stand für mich eigentlich immer fest. In meinen Augen war es nur eine Frage der Zeit, bis es passieren würde. Er ist einfach ein herausragender Spieler - und ein herausragender Mensch.

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"Das Gesamtpaket hat mir in Edmonton am Besten zugesagt"

Sie selber sind erst seit 2018 in der NHL, haben aber mit dem Oilers nach den Chicago Blackhawks, den Pittsburgh Penguins und den Buffalo Sabres bereits Ihren vierten Verein. Kommt man sich da manchmal wie die Ware Mensch vor?
Man muss sich an dieses System, dass die Vereine Spieler tauschen, erst gewöhnen. Es ist schon ein komisches Gefühl. Am einen Tag spielst du noch beim einen Verein, dann kriegt man einen Anruf und bekommt mitgeteilt, dass man zu einem anderen Verein muss und dann gleich die Sachen packt. Aber jetzt war es eine andere Situation. Ich habe mich ja entschieden, dass ich zu Edmonton gehen will, Buffalo hätte mich auch gerne gehalten, aber das Gesamtpaket hat mir in Edmonton am Besten zugesagt.

Sie haben für ein Jahr unterschrieben, warum nicht längerfristig?
In der jetzigen Zeit mit den Unsicherheiten, die es aufgrund der Corona-Pandemie einfach gibt, dass wir alle ja nicht so genau wissen, was die Zukunft in der Beziehung bringt, bin ich der Meinung, dass der Einjahresvertrag genau richtig ist.

Der ist jetzt immerhin mit 975 000 Dollar versilbert.
Ja, verhungern werde ich wohl nicht. (lacht)

Kahun dankt seinen Eltern: "Ohne sie wäre das sicher alles nie möglich gewesen"

Die Eltern, die Sie in Ihrer Karriere immer sehr unterstützt haben, sind sicher . . .
. . .sehr, sehr stolz. Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen: oder doch. Ich will an dieser Stelle auch noch mal ein großes Dankeschön an meine Eltern schicken. Sie haben so viel Zeit und Mühen in meine Karriere investiert, das war unglaublich. Ohne sie wäre das sicher alles nie möglich gewesen. Ohne sie könnte ich nicht so meinen Traum leben.

Wer hätte sich je ausmalen können, dass die Helden und Idole, die man als kleiner Kerl hat, mal meine Teamkollegen sein würden? Sidney Crosby, der sicher noch die Nummer eins in der NHL ist, war in Pittsburgh mein Teamkamerad. Es gibt so viele tolle Spieler und Kerle, mit denen ich jetzt schon in einer Mannschaft gespielt habe. Und jetzt mit Draisaitl und Connor McDavid in Edmonton zu spielen, ist der Wahnsinn.

Wie schwer ist es denn für Ihre Freundin, wenn Sie immer wieder zu einem neuen Verein wechseln?
Das ist wirklich nicht leicht. In Chicago war sie noch nicht dabei, aber seitdem ist sie hier. Man macht es sich schön an einem Ort, findet Freunde, und kurze Zeit später heißt es: Wir ziehen weiter. Das ist für sie auch wirklich nicht einfach. Ich habe ja dann gleich die neuen Teamkollegen, für sie ist es da sicher noch schwieriger. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns auch in Edmonton sehr schnell einleben werden.

Die Oilers wurden in der vergangenen Saison von einer furchtbaren Tragödie getroffen: Stürmer Colby Cave starb im Alter von nur 25 Jahren an einer Gehirnblutung.
Das war fürchterlich. So etwas hinterlässt immer tiefe Spuren. In einer Mannschaft, in einem Verein, in jedem einzelnen. Ich kannte Colby nicht gut, wir haben ein paar Mal gegeneinander gespielt, aber sein Schicksal hat mich tief bewegt. Es war auch so, dass er sein allerletztes Tor in der NHL gegen uns geschossen hat, als ich noch im Pittsburgh gespielt habe. Es ist nur traurig. Sehr, sehr traurig.

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