"Haben in fünf von sechs Spielen gepunktet": EHC Red Bull München feiert Derbysieg gegen Augsburg
Der Wiesn-Kehraus hatte auch am Sonntag beim EHC Red Bull München sein Plätzchen. Goaßlschnalzer waren gekommen, begleitet von einem Trio mit Akkordeon und Tuba. Dazu gab ein Trompeter ein paar fananimierende Melodien zum Besten und allerhand Zuschauer waren zünftig in Tracht gekleidet.
Spiel nahm erst im zweiten Drittel Fahrt auf
So wild wie in den Abendstunden auf dem Oktoberfest ging es zunächst aber nicht zu, obwohl doch das erste Derby der Saison gegen Erzrivale Augsburger Panther anstand. Erst im zweiten Drittel nahm das brisante Duell richtig Fahrt auf, wurde vom gemütlicheren historischen Karussell in eines mit höheren Adrenalinfaktor gewechselt – und der EHC ließ dann den Fuß auf dem Gas.
Mit 4:2 setzten sich die Münchner schließlich verdient gegen die Schwaben durch und durften zur passenden Partymusik das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison verbuchen. Am Freitag war ja ein ebenfalls überzeugendes 4:2 bei den Kölner Haien gelungen, bei dem Elis Hede und Brady Ferguson ihre ersten Saisontreffer erzielt hatten und Lucas Thaler sowie Tobias Rieder trafen. "Wir waren geradlinig und haben schlau gespielt. Dadurch kommen wir in den Forecheck und das gehört zu unseren Stärken", hatte Thaler die Leistung am Rhein eingeschätzt.

Carrick erzielt "Granaten-Tor"
9294 Zuschauer erlebten dann gegen die Panther, wie Verteidiger Ryan Murphy (27.) im Powerplay mit einem satten Schlagschuss das 1:0 gelang und später Stürmer Markus Eisenschmid (36.) in Unterzahl mit einem Präzisionshandgelenksschuss den Ausgleich von Alexander Blank (34.) beantwortete. Für beide war es ebenfalls die Saison-Torpremiere – und jeweils entscheidend an der Entstehung beteiligt war Kapitän Patrick Hager.
Die nächste Premiere folgte im Schlussdrittel, als Verteidiger Trevor Carrick (47.) im Powerplay ein laut Hallensprecher "Granaten-Tor" zum 3:1 erzielte. Das 2:3 von Luke Toporowski (56.) im Powerplay ließ den AEV kurz hoffen, doch der zweite Rieder-Treffer (58.) dieses Wochenendes entschied das Derby für den viermaligen deutschen Meister.
Siege waren für die Stimmung wichtig
Das erste Signal hatte EHC-Trainer Oliver David gesetzt, denn nachdem er an den beiden ersten DEL-Wochenenden die Einsätze der Torhüter gleichmäßig zwischen Mathias Niederberger und Antoine Bibeau verteilt hatte, gab er diesmal wie schon am Freitag in Köln dem deutschen Nationaltorhüter den Vorzug. Und das hatte womöglich mit den Ergebnissen zu tun. Während Niederberger seine beiden ersten Starts (Mannheim, Bremerhaven) gewonnen hatte und eben auch den dritten bei den Haien, stand Bibeau bei den beiden Niederlagen (Wolfsburg, Frankfurt) im Tor.
Die beiden glatten Siege dieses Wochenendes waren auch für die Stimmung wichtig, die nach dem schwachen Frankfurt-Auftritt (1:4) gelitten hatte. Wieder früh in der DEL-Saison wertvolle Punkte zu verschenken, diesen Vorwurf wollte sich der Eishockeyclub nicht machen lassen. Köln und Augsburg, gegen die der EHC in der vergangenen Spielzeit sieben von acht Duellen gewonnen hatte, kamen offenbar zur richtigen Zeit.
David: "Wir hatten eigentlich nur ein schwaches Spiel"
Und so gaben die Mitspieler zufrieden ihrem Rückhalt Niederberger einen Klaps, der mit Nachwuchs auf den Arm vor der Fankurve die Laola anstimmte. "Wir haben jetzt in fünf von sechs Spielen gepunktet und hatten eigentlich nur ein schwaches Spiel", stellte David zufrieden fest.
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