Geisterspiele: Die DEL gruselt sich wieder

Verfahrene Lage: Durch die Geisterspiele fehlen vielen Klubs Einnahmen. Die Liga will Hilfsgelder.
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Mann klarer Worte: Patrick Reimer hat Einfluss.
Mann klarer Worte: Patrick Reimer hat Einfluss. © City-Press/ho

Aus Jubel sprang Siegtorschütze Justin Schütz gegen das Plexiglas vor der Nordkurve. Da, wo viele eingefleischte Fans des EHC Red Bull ihren Platz haben. Hätten. Denn statt Brodelstimmung nach dem CHL-Halbfinaleinzug herrscht am Oberwiesenfeld derzeit Geisterkulisse - wegen der Anti-Corona-Maßnahmen.

Spielpause in der DEL? "Es geht um Existenzen von Klubs"

Mehr als die Hälfte der DEL-Klubs ist von Geisterspielen betroffen: die fünf bayerischen und die drei Teams aus Baden-Württemberg. Stefan Ustorf, Sportchef der Nürnberg Ice Tigers, forderte kürzlich die Liga auf, über eine Spielpause nachzudenken. "Es geht um Existenzen von Klubs, um Arbeitsplätze." Man müsse aufpassen, sich nicht damit beschäftigen zu müssen, "vier oder fünf Vereine ganz zu verlieren".

Bitter: Nach AZ-Informationen hat nicht jeder DEL-Klub, entgegen einem Aufsichtsratsbeschluss, Coronaklauseln in die Spielerverträge eingebaut. Damit sollte ein Einnahmeausfall abgefedert werden. Das Pokern könnte bei anhaltender Beschränkung zum bösen Erwachen führen. Zuschauergelder machen in gewöhnlichen Saisons einen beeindruckenden Teil des Etats aus. Einige Teams mit großen Hallen nähmen so "acht, neun Millionen pro Saison" ein, schätzt Gernot Tripcke. Der DEL-Chef befürchtet aber keine Insolvenzen.

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Bittrunden bei Sponsoren und Spielern

Er denkt, dass es zu Bittrunden bei Sponsoren und Spielern kommen könnte. Doch diese haben nach großen Einschnitten in den Vorjahren (im Schnitt rund 20 Prozent und aktuell bei Neuverträgen schon 20 Prozent weniger Lohn) wenig Bereitschaft dazu. Patrick Reimer, einflussreicher DEL-Rekordscorer, erteilte erneutem Gehaltsverzicht schon eine Absage. In der Vorsaison tadelte er, dass die Klubs dann plötzlich Stars nachverpflichtet hatten. Eine verfahrene Lage.

Liga und Klubs hoffen nun, dass die Deckelung der Coronahilfe Sport um knapp 28 Prozent auf 2,3 Millionen Euro pro Klub angehoben wird. Das bisherige Maximum haben - laut Tripcke - alle Klubs ausgeschöpft. Alle außer dem EHC, der als Teil des Red-Bull-Konzerns keinen Anspruch hat.

Einen Saisonabbruch wird es laut Tripcke nicht geben, denn der "wäre wirtschaftlich schlimmer als Geisterspiele, unter der Annahme, dass es staatliche Hilfen gibt".

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