Interview

Frederik Tiffels im AZ-Interview: "Es wird ein echter Schlagabtausch gegen Zug"

Für den EHC steht das Kräftemessen gegen den EV Zug in der Champions League an. In der AZ spricht Neuzugang Frederik Tiffels über das Duell, sein großes Vorbild und wie sich ein Kölner in Tracht fühlt.
| Matthias Kerber
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"Eishockeyspielen ist für mich keine Arbeit", sagt EHC-Neuzugang Frederik Tiffels.
"Eishockeyspielen ist für mich keine Arbeit", sagt EHC-Neuzugang Frederik Tiffels. © EHC Red Bull München / City-Press GmbH

München - AZ-Interview mit Frederik Tiffels: Der 26-jährige Nationalspieler wechselte zu dieser Saison von den Kölner Haien zum EHC München. Am Dienstag empfangen die Red Bulls in der Champions League den EV Zug.

AZ: Herr Tiffels, am Dienstag gilt es für den EHC Red Bull München in der Champions League CHL daheim gegen den Schweizer Topklub EV Zug. Ein Sieg sollte schon her...
FREDERIK TIFFELS: Uns ist vollkommen bewusst, dass wir eine der beiden anstehenden Partien gegen Zug - erst daheim, dann auswärts - auf jeden Fall gewinnen müssen, um weiterzukommen. Am besten gleich bei uns daheim. Das ist auch unser Anspruch, wir wollen das Spiel gewinnen, wir wollen auch die Champions League gewinnen. Ich bin mir sicher, dass es ein echter Schlagabtausch wird. Zug hat eine geile Mannschaft, aber die haben wir auch. Am Ende wird wahrscheinlich gewinnen, wer weniger Fehler macht - ich gehe mal davon aus, dass wir das sein werden.

Wie sehr hat die Möglichkeit, regelmäßig in der Champions League zu spielen, Ihre Entscheidung beeinflusst, zu dieser Saison von den Kölner Haien zum EHC Red Bull München zu wechseln?
Das war ein mitentscheidender Faktor. Die Chance, sich mit den besten Teams in Europa zu messen, unterschiedliche Spielstile, andere Städte sehen zu können, dabei ständig dazu zu lernen, war mir sehr wichtig. Allein die Chance zu haben, die beste Mannschaft in Europa zu sein, bedeutet mir viel.

"Ich war nicht immer der Talentierteste"

Ihr Spiel ist von einer ungeheuren Dynamik geprägt. War das bei Ihnen in anderen Sportarten auch immer so?
Ich denke, dass ich vom reinen Talent her nicht unbedingt immer der Talentierteste war, ich aber immer bereit war, extrem hart für den Erfolg zu arbeiten. Ich war immer sehr gut darin, zu sehen, was die, die besser sind als ich, anders und eben auch besser machen - und das dann für mich anzuwenden. Ich will immer alles geben und alles erreichen. Ich habe diese Leidenschaft in mir.

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Wer waren Ihre Vorbilder als Junge?
Peter Forsberg. Ich war immer großer Schweden-Fan, woher das kam, weiß ich gar nicht. Wahrscheinlich haben die einfach so gut gespielt, dass ich Fan wurde (lacht).

"Das Spielsystem ist für mich perfekt"

Ihre Sturmreihe mit Trevor Parkes und Ben Street funktioniert bisher fantastisch.
Da muss ich die Jungs hervorheben. Parkes beweist seit Jahren, dass er ein fantastischer Torjäger ist, nicht umsonst war er in den vergangenen beiden Spielzeiten Torschützenkönig der Liga. Und Street hat überall bewiesen, was er drauf hat. Allein dadurch, dass ich mit ihnen zusammenspiele, kann ich jeden Tag ein bisschen besser werden.

Das Spielsystem von EHC-Trainer Don Jackson dürfte Ihnen auch sehr entgegenkommen.
Absolut, dieses aggressive, schnelle Spiel, dieses "immer im Gesicht des Gegners" sein, das ist für mich fast perfekt. Auch Don hat eine große Rolle dabei gespielt, warum ich in München unterschrieben habe. Er steht für Erfolg, gibt klare Ziele aus. Und wir als Mannschaft wollen eben Meister werden, die Champions League gewinnen. Diese Einstellung gefällt mir sehr, kommt mir sehr entgegen.

Sie wurden ja auch gerade erst mit der Wiesn-Tracht eingekleidet. Wie war es für Sie, der aus Köln nach München kam, in bayerischer Tracht rumzulaufen?
Ich find' es wirklich schön. Der Maximilian Kastner hatte mir davor schon mal ein Wiesn-Outfit geliehen, damit ich nicht wie der letzte Touri rumlaufen muss. Ich fühle mich wirklich wohl. Früher hat man sich natürlich gedacht, die Bayern machen ihr Ding und wir unseres, aber es sieht echt gut aus. Und ich freue mich schon, wenn wir im kommenden Jahr hoffentlich auch mal alle zusammen aufs Oktoberfest können.

Bairisch? Erstaunlich gut

Wie schaut es mit der Verständigung aus? Wie viel verstehen Sie, wenn Ur-Bayer Konrad Abeltshauser so richtig bairisch loslegt?
Erstaunlich gut. Ich denke, dass er bei mit vielleicht auch noch ein bisschen piano macht und nicht Vollgas gibt. Natürlich verstehe ich nicht alles, wenn er und der Kastner richtig loslegen, aber den Zusammenhang kriege ich immer mit - und wenn nicht, frage ich halt nach (lacht).

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Und wie würden Sie sich eigentlich selbst als Person beschreiben?
Die Frage ist schon fast unangenehm zu beantworten. Ich hoffe, dass ich als freundlicher Mensch rüberkomme, als leidenschaftlicher Mensch, der aber jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit kommt, weil Eishockeyspielen für mich auch keine Arbeit ist. Ich hoffe, dass man mich als jemanden sieht, der jedem anderen immer gern hilft. Das wäre schön, wenn ich so rüberkomme. Ob es so ist, das müssen die Anderen sagen (lacht).

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