Interview

EHC-Star Gogulla: "Wir werden unser wahres Gesicht zeigen"

Philip Gogulla, Stürmerstar des EHC, spricht in der AZ über die bisherige Saison der Münchner, über persönliche Statistiken, Weckrufe zur rechten Zeit - und wie er auf den Hund gekommen ist.
| kby
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Philip Gogulla vom EHC Red Bull München. (Archivbild)
Philip Gogulla vom EHC Red Bull München. (Archivbild) © EHC Red Bull München / City-Press

Der 33-jährige Stürmer Philip Gogulla spielt seit 2019 beim EHC Red Bull München, mit dem er am Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Schwenninger Wild Wings antritt.

AZ: Herr Gogulla, in der vergangenen Partie bei den Adlern Mannheim ist Ihre Serie von sieben Spielen in Folge, in denen Sie für den EHC Red Bull München gepunktet haben, gerissen. Ärgert Sie das?
PHILIP GOGULLA: Weniger als die Tatsache, dass wir zwar ein sehr, sehr gutes Auswärtsspiel gemacht haben, aber uns nicht belohnt haben und keine Tore erzielen konnten. Solche Statistiken sind für einen Stürmer schön, aber zum Eishockey gehört so viel mehr. Wenn man den entscheidenden Schuss geblockt hat, der den Sieg rettet, siehst du das in keiner Spielstatistik. Aber die Trainer, die Mitspieler, die auf die es ankommt - die sehen und wissen es.

EHC mit vier Niederlagen gegen Mannheim: "Wer vier Mal gewinnt, hat das verdient"

Vier Niederlagen gegen Mannheim dürften schmerzen.
Ja, wir haben alle vier Spiele in dieser Saison gegen Mannheim bisher verloren, das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Das kann man nicht mit dem Glück der anderen erklären, das wäre Quatsch. Wer vier Mal gewinnt, hat das verdient. Vielleicht war nicht jeder einzelne Sieg verdient, aber insgesamt muss man akzeptieren, dass Mannheim es bisher gegen uns etwas besser gemacht hat als wir gegen sie.

Bei wie viel Prozent würden Sie den EHC momentan leistungsmäßig einstufen?
Ganz schwer zu sagen. Ich denke, dass wir schon deutlich besser und konstanter spielen als noch vor einigen Wochen. Und Sie können sicher sein: Bei uns ist keiner zufrieden, wenn wir Partien verlieren, die wir eigentlich nicht verlieren dürfen. Es war manchmal eine Achterbahnfahrt, die uns selber nicht gefallen hat. Aber jetzt kommen langsam unsere vielen Verletzten zurück. Ich denke, man wird jetzt das wahre Gesicht sehen, wenn wir mit vier Reihen spielen und Gas geben können. Wenn wir mal ins Rollen kommen, dann kommen wir auch schnell ins Überrollen. Dann gibt es nicht viele Teams, die München schlagen können.

Stürmer Gogulla: "Wenn wir alle perfekt zusammenarbeiten, sind wir schwer zu stoppen"

Kapitän Patrick Hager hatte zwischenzeitlich angeprangert, dass es einige Disziplinlosigkeiten im System gab.
Patrick ist unser Kapitän, ein echter Führungsspieler. Da ist es nur normal, dass er den Finger in die Wunde legt, wenn ihm etwas auffällt, was nicht stimmt. Das System, das wir spielen, macht unglaublich viel Spaß, erfordert aber auch, dass alle perfekt zusammenarbeiten. Wenn wir es tun, sind wir schwer zu stoppen, wenn wir es nicht tun, dann kann es auch für einen selber gefährlich werden. So ein Weckruf zur rechten Zeit schadet nicht. Ich habe selber lange gegen München und dieses System gespielt: Ich weiß, wie schwer es ist, dagegen zu bestehen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, weil die Laufwege anders sind als alles, was man sein Leben lang gelernt hat, aber wenn man es verinnerlicht hat, ist es super.

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Gogulla hat sich schon in München eingewöhnt

Wie sehr haben Sie sich sonst in München eingewöhnt? Sprachlich klingt es noch nicht sehr bairisch!
(lacht) Ich kann jetzt schon unfallfrei Servus sagen. Aber Spaß beiseite: Meine Frau, unser Hund und ich haben uns von Tag eins an hier sehr wohlgefühlt. Von der Lebensqualität her gibt es nicht viele Städte wie München in Deutschland.

Was für einen Hund haben Sie? Und wie sehr hat er Ihnen auch während der Pandemie geholfen?
Es ist ein Australian Shepherd, der Kerl ist jetzt acht. Nicht mehr der Jüngste, aber ich hoffe, wir haben noch ganz viele Jahre zusammen. Es tut mir persönlich sehr gut, mit ihm rauszugehen, den Kopf freizubekommen und seine Freude zu sehen, wenn man sich um ihn kümmert. Ein bisschen ist es, wie mit einem kleinen Kind: Man übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen, und man sollte sich dessen immer bewusst sein. Es ist ja nicht damit getan, dass man sich einen Hund und eine Leine kauft. Ich habe gelesen, dass jetzt wegen Corona der Kauf von Haustieren boomt. Ich hoffe nur, dass sich alle bewusst sind, dass dies eine Entscheidung ist, die langfristige Folgen hat und das nicht, wenn die Leute wieder in Urlaub fahren können, die Tiere ausgesetzt werden, weil sie jetzt plötzlich lästig sind, einen einschränken. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.

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