EHC-Schwung für Sturms Bruins in der NHL: "Es hat sofort geklickt"

Auch wenn es noch ein Jahr dauert: Als das Thema München angesprochen wird, erfasst Marco Sturm sofort ein breites Grinsen. Der einzige deutsche Cheftrainer in der NHL und seine Boston Bruins mit dem gebürtigen Münchner JJ Peterka werden 2027 zwei Punktspiele, zwei richtige NHL-Spiele sozusagen, im SAP Garden austragen – und in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts ist dieser Termin bereits jetzt in aller Munde.
"Die Nachrichten und Anrufe kamen sofort", erzählte der frühere Bundestrainer: "Ich find’s super." Und auch viele Fragen an den gebürtigen Niederbayern kamen sofort. Ob dann gerade Oktoberfest sei oder Christkindlmarkt, wie München als Stadt denn generell so sei? Nur, der genaue Termin steht noch gar nicht fest, wird erst im Verlauf der gerade gestarteten Saison bekannt gegeben.
Boston erwischte gegen New York einen perfekten NHL-Start
Aber Boston ist jedenfalls schon heiß auf Bayern, mindestens so heiß wie sie auf den NHL-Auftakt in der Nacht zum Mittwoch waren, der gegen die New York Rangers (3:0) perfekt glückte. "Hoffentlich hilft uns der gute Start. Nicht nur über den Sieg, sondern auch über die Art und Weise war ich froh", sagte Sturm, als er am Donnerstag um 9 Uhr Ortszeit mit deutschen Medien sprach und sich schon langsam für den Flug zum Auswärtsspiel nach Winnipeg rüstete.

Über die Saisoneröffnung im TD Garden durfte sich auch Peterka tierisch freuen, krönte der Stürmer seine Bruins-Premiere doch gleich mit einem Tor. "Das war ein perfekter Einstand. Ich hoffe, er nimmt das Selbstvertrauen mit, denn wir erwarten uns sehr, sehr viel", sagte Sturm zu Peterkas Sahne-Auftritt, dem auch aufgrund des Zusammenspiels mit dem tschechischen Weltstar David Pastrnak einige weitere folgen könnten.
"Das ist eine gute Combo", urteilte Sturm und berichtete, dass er diese Variante mit dem schwedischen Center Elias Lindholm im letzten Testspiel probierte und schnell davon überzeugt war: "Es hat sofort geklickt."
Die Erwartungshaltung bei Boston ist deutlich gewachsen
Matt McIlvane war von dieser Idee gewiss auch angetan. McIlvane, der einst beim EHC Red Bull München durch die Don-Jackson-Trainerschule ging, dann in Salzburg und San Diego erfolgreich arbeitete und nun an Sturms Seite als Co-Trainer der Bruins fungiert. Wieder an Sturms Seite, denn 2018 führte dieses Duo die deutsche Nationalmannschaft zu Olympia-Silber. "Die Freundschaft und das Vertrauen machen sehr, sehr viel aus", erzählte Sturm über das enge Verhältnis der beiden. Das Timing sei perfekt gewesen, ihn jetzt nach Boston zu holen.

Aber all das kann schnell obsolet sein, wenn die Bruins nicht in der Erfolgsspur bleiben. Vergangene Saison kam die Qualifikation für die Playoffs überraschend, diesmal "sind die Erwartungen höher", so Sturm – und damit auch die Fallhöhe.
Zumal die Atlantic Division, in der Boston spielt, als die stärkste der Liga gilt mit Teams wie Florida, Montréal, Toronto oder Tampa Bay. "Es wird eine Schlacht", sagte Sturm, der sich mit Peterka und McIlvane aber behaupten will. Nicht nur, aber auch wegen der Aussicht auf den München-Ausflug.