Interview

EHC-Kapitän Frank Mauer: "Wer sagt, er ist heiß auf Eishockey, der untertreibt"

Frank Mauer spricht mit AZ über den Turniersieg des EHC und die neue Saison.
| Matthias Kerber
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Spielt seit 2015 für den EHC Red Bull München: Frank Mauer.
Spielt seit 2015 für den EHC Red Bull München: Frank Mauer. © EHC Red Bull München / City-Press GmbH

München - AZ-Interview mit Frank Mauer: Der 32-Jährige spielt seit 2015 beim EHC Red Bull München. Der Nationalstürmer ist einer der Silberhelden der Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang.

AZ: Herr Mauer, Gratulation, zum Turniergewinn beim MagentaSport-Cup und einer grandiosen Bilanz als Kapitän: Sie ersetzten im Finale gegen Bremerhaven den verletzten Patrick Hager und gleich gibt es einen Titel für den EHC Red Bull München
Frank Mauer: Hört sich nicht schlecht an (lacht). Aber Spaß beiseite, es ist nicht nur eine Floskel, wenn wir sagen, dass wir spielen, um zu gewinnen. Es ist egal, ob es die DEL, die Champions League oder der MagentaSport-Cup ist, wir treten an, um zu gewinnen, um den Titel zu holen. Das ist ein Denken, dass wir hier vor einigen Jahren im Verein etabliert haben, und wir arbeiten sehr hart daran, dieses Denken auch mit Leben zu erfüllen und auch gleich an die weiterzugeben, die neu dazu kommen. Wir haben das Selbstvertrauen, dass wir Spiele auch drehen können, auch, wenn es mal zwischenzeitlich gegen uns läuft.

Mauer spricht über das ungewöhnliche Spiel gegen Bremerhaven

So wie im Finale in Bremerhaven. Erst 3:1 geführt, dann 4:5 hinten, dann 7:5 gewonnen.
Es war ein ungewöhnliches Spiel. Wir haben es im ersten Drittel sehr gut gemacht, dann aber einige sehr leichte Tore hergeschenkt. Das soll aber die Leistung der Bremerhavener nicht schmälern, sie sind eine sehr gute Mannschaft und man weiß, wie schnell sie sind. Aber wir haben das Spiel gedreht, und es sind genau solche Partien, die dir das Selbstvertrauen geben, von dem du im Laufe einer Saison profitierst. Du weißt, dass du enge Spiele gewinnen kannst, du weißt, dass nichts verloren ist, nur weil man hinten liegt. Dieses Wissens, diese Denke zeichnet uns wirklich aus. Wir geben nicht auf, wir glauben immer daran, dass wir gewinnen können. Bis zur Schlusssirene.

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EHC: Heiß auf die Saison

Wie sehr freuen Sie sich darauf, dass Ende der Woche die DEL-Saison endlich losgeht?
Ich glaube, jeder, der sagt, dass er heiß auf die Saison ist, untertreibt noch. Es war ein langes Warten zwischen Hoffen und Bangen - teilweise mit mehr Bangen. Dass es jetzt wieder losgeht, ist eine Befreiung. Man sieht an anderen Personen, anderen Berufen, wie sehr es einen mitnimmt, wenn man seinen Job nicht erledigen kann, nicht erledigen darf. An dieser Stelle muss man auch allen Leuten Danke sagen, die Opfer gebracht haben, damit der Spielbetrieb jetzt losgehen kann. Man darf nicht vergessen, dass die Spieler signifikante Gehaltsverzichte akzeptiert haben, dass viele im Umfeld der Spieler und Klubs auf sehr viel verzichten mussten. Sie alle haben erst möglich gemacht, dass wir aufs Eis können. Dafür kann man nur Respekt zollen - und dankbar sein.

Rassismus-Vorwurf beim Testspiel

Die DEL wurde auch von einem Eklat erschüttert: Ingolstadts Daniel Pietta hat beim Testspiel gegen Straubing in Richtung seines schwarzen Gegenspielers Sena Acolatse eine Affen-Geste gemacht und wurde dafür gesperrt.
Ich kenne Daniel sehr lange und gut: Ich weiß, dass er nicht rassistisch denkt, dass dies nicht seiner Gesinnung entspricht. Ich bin mir sicher, dass diese Aktion der Emotion entsprungen ist. Auch das rechtfertigt und entschuldigt sie aber nicht. Für so etwas ist auf dem Eis, aber auch generell in der Gesellschaft kein Platz. Ich bin sicher, dass Daniel selber sehr darunter leidet, denn er ist so nicht. Er wird seine Lektion gelernt haben - für immer. Das ändert aber nichts daran, dass es nie hätte passieren dürfen.

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