Duell mit Olympia: Die DEL spielt, wenn in Peking um Gold gekämpft wird

Die DEL spielt, wenn ihre eigenen Stars in Peking um Gold antreten. Doch ihr ist aus einem harten Grund gar keine andere Wahl mehr geblieben. Weil Europas Ligen murren, diskutiert nun gar der Weltverband.
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Doppelt gebraucht: Patrick Hager (rechts) spielt voraussichtlich für den DEB in Peking, wenn sein EHC Red Bull in der DEL gefordert ist.
Doppelt gebraucht: Patrick Hager (rechts) spielt voraussichtlich für den DEB in Peking, wenn sein EHC Red Bull in der DEL gefordert ist. © imago images/Andreas Gora

München - In diesen Tagen fällt die Entscheidung, ob es mit Ben Streets großem Traum klappt. Und mit den Träumen vieler anderer Spieler der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Es ist der süße Traum vom Olympia-Ticket.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat am Montag sein erweitertes Aufgebot benannt. Zehn der 35 namentlich nicht genannten Spieler werden bis kommenden Dienstag noch gestrichen, dann gibt Bundestrainer Toni Söderholm seinen Kader bekannt. Einige Leistungsträger des EHC Red Bull wie Konrad Abeltshauser und Patrick Hager werden aller Voraussicht nach für Schwarz-Rot-Gold auflaufen, zusammen mit Ligarivalen wie Fabio Wagner vom ERC Ingolstadt.

Olympia-Traum: Ben Street (r.) hofft auf Kanadas Ruf.
Olympia-Traum: Ben Street (r.) hofft auf Kanadas Ruf. © Red Bull München / City-Press GmbH

Die DEL wird bei den Spielen im Februar gut vertreten sein. Auch, da die nordamerikanische Superliga NHL ihre Spieler nicht freigibt, was die Legionäre angeht. Münchens Ben Street darf sich berechtigte Hoffnungen machen, für Kanada aufzulaufen. Ingolstadts David Warsofsky ist im Blickfeld von Team USA. Sein dänischer Teamkollege bei den Panthern, Frederik Storm, hat seine Fahrkarte ohnehin sicher. Und so ziehen sich die Abstellungen durch die Liga.

Keine andere Wahl: DEL muss spielen

Anders als viele Ligen hatte sich die DEL extra für Olympia eine dreiwöchige Pause in den Spielplan geschrieben. Doch seit Mittwoch steht fest: Die Liga spielt dann doch. Sie hat gar keine andere Wahl mehr. Denn wegen Corona-Wellen in einigen Teams sind so viele Spiele verschoben worden, dass es keine vernünftigen Ausweichtermine mehr gab. Darum gilt: Wenn zwei Teams sich auf einen Nachholtermin in der Pause einigen, gibt die Liga nun Grünes Licht.

Der EHC hatte zweimal Corona in der Kabine und muss teilweise jetzt schon vier Partien pro Woche spielen. Ein Höllentempo im intensiven Eishockey, dazu kommen auch noch An- und Abreisen quer durch Deutschland. Starke Tendenz: Der EHC wird von den Nachholterminen in der Olympia-Pause Gebrauch machen. Die Partie bei den Kölner Haien soll zum Beispiel am 18. Februar steigen. Der Tag, an dem auch die Olympia-Halbfinalspiele ausgespielt werden.

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Die DEL ist durch die gekürzte Pause nun in einer ähnlichen Situation wie andere Ligen. Auch in Schweden zum Beispiel gibt es die Vereinbarung zwischen dem Verband, der die Nationalmannschaft organisiert, und der Liga, ihre Spieler auf Anfrage freizugeben. Dort gibt es aber durchaus kritische Stimmen zur Olympia-Abstellung. Der Weltverband IIHF hat wegen europaweitem Murren von Ligen und Klubs am Donnerstag sogar eine Art Krisensitzung angesetzt. Eine Absage des olympischen Eishockeyturniers aber "steht nicht auf der Tagesordnung", sagt Franz Reindl, Mitglied des IIHF-Rats.

Die Klubs konkurrieren mit Olympia, um ihre Stars und Aufmerksamkeit. Sie haben keinen Vorteil, wenn ihnen ihre Stars fehlen, durch eine mögliche Quarantäne bei den Spielen vielleicht sogar noch länger. Wenn sie gegen Teams ohne Olympia-Fahrer antreten, sind sie benachteiligt. Und die Spieler reisen, so steht es im Playbook (Regelwerk) des Megageschäfts Olympia auf "eigenes Risiko" zu den Spielen. In diesen Zeiten nicht ohne. Es gibt auch in der DEL Spieler, die aus persönlichen Gründen wie der Angst vor Corona nicht kommen wollen. Bundestrainer Söderholm sagt aber, dass "99 Prozent" seiner Kandidaten ihre Bereitschaft erklärt haben.

Münchens Street träumt vom dreifachen Gold

Trotz aller Einschränkungen, die in der Blase in Peking zu erwarten sind: Der Traum von Olympia zieht weiterhin. Münchens Mittelstürmer Street sagte zum Beispiel kürzlich der AZ: "Ich hoffe, ich bekomme die Chance, an den Spielen teilzunehmen." Vor wenigen Wochen spielte er für Kanada bei einer Art Vorbereitungsturnier in Moskau. "Es war ein besonderes Erlebnis. Zum ersten Mal spielte ich im Trikot mit dem Ahornblatt. Die Verantwortlichen werden uns Spieler in der Liga beobachten und dann auswählen. Allein, dafür in Betracht gezogen zu werden, ist schon ziemlich cool." Und mit Team Canada, dem Rekord-Olympiasieger, ist immer zu rechnen. Street lebt den Traum von Gold.

Und im Anschluss will er auch mit dem EHC erfolgreich sein. Da kann er zweimal Gold abstauben: als Meister der DEL und in der Champions Hockey League. Es ist der Traum von dreifachem Gold.

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