Deutsche Handballer verpatzen Gruppenfinale: Remis gegen Mazedonien

Erneut ein Krimi, erneut ein 25:25: Die deutschen Handballer haben mit dem zweiten Remis bei der EM gegen Mazedonien den Gruppensieg verpasst und einen Dämpfer auf dem Weg ins angestrebte Halbfinale hinnehmen müssen.
| Nils Bastek und Eric Dobias/dpa
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Deutschlands Maximilian Janke (r) und Uwe Gensheimer in Aktion mit Mazedoniens Filip Mirkulovski.
Monika Skolimowska/dpa Deutschlands Maximilian Janke (r) und Uwe Gensheimer in Aktion mit Mazedoniens Filip Mirkulovski.

Zagreb - Christian Prokop nahm mit versteinerter Miene einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, seine Schützlinge standen mit gesenkten Köpfen auf dem Feld. Nach dem 25:25 (12:11) gegen Mazedonien und dem verpassten EM-Gruppensieg überwog bei Deutschlands Handballern am Mittwoch der Frust. Zwar zog der Europameister ohne Niederlage in die Hauptrunde, darf sich dort im Kampf um den Einzug ins Halbfinale aber keine weiteren Patzer mehr erlauben.

Im abschließenden Gruppenspiel bei der Handball-EM kam Titelverteidiger Deutschland am Mittwochabend wegen schwacher Angriffsleistung nicht über ein Remis hinaus. Neben den überzeugenden Torhütern Andreas Wolff und Silvio Heinevetter zeigte vor allem Steffen Weinhold mit sieben Treffern eine starke Leistung. Ansonsten ließ die DHB-Auswahl vor rund 6.500 Zuschauern in der Arena Zagreb vor allem in der Offensive vieles vermissen.

Zwar war die Stimmung trotz erneuter Überzahl der gegnerischen Fans nicht so hitzig wie im Slowenien-Spiel, überzeugend agierte die DHB-Auswahl aber zunächst auch am Mittwoch nicht. Im Angriff spielte der Europameister ohne Ideen und profitierte bei seinen ersten Treffern zumeist davon, dass kein Torhüter im mazedonischen Gehäuse stand. Immer wieder setzten die Mazedonier im Angriff auf den siebten Feldspieler, machten mit Ball aber zahlreiche Fehler - sodass Tobias Reichmann oder Patrick Wiencek aus der Distanz ins leere Tor warfen.

Ansonsten ließ es Prokops Mannschaft überraschend an Kreativität vermissen. Der Bundestrainer hatte diesmal zwar Steffen Fäth schon früh als Spielmacher eingesetzt. Im Aufbau aber haperte es an Tempo und Variabilität. Dass die Mazedonier nicht schon früh deutlich davonzogen lag vor allem am diesmal überragenden Torhüter Andreas Wolff, der zahlreiche Versuche entschärfte. Und dann wurde auch Rückkehrer Lemke immer stärker.

Keeper und Abwehrboss beeindrucken

Es beeindruckte, wie sich der Keeper und der zurückgekehrte Abwehrboss immer wieder gegenseitig pushten. Nach rund drei Minuten schickte Prokop den 2,10 Meter großen Hünen erstmals auf die Platte, was dem Team im Verlaufe des Spiels eine immer größere Sicherheit gab. Lemke hielt die Defensive zusammen, dirigierte, motivierte - und überzeugte früh mit seinem aggressiven Abwehrspiel. Nach rund 20 Minuten lag die DHB-Auswahl erstmals mit drei Toren (10:7) in Front.

Was der Titelverteidiger aber insgesamt im Angriff ablieferte, blieb schwach. Reichmann, Wiencek und Co. vergaben etliche gute Möglichkeiten auf eine komfortable Pausenführung. Weil die Mazedonier aus dem Rückraum zudem immer wieder viel zu leicht zum Abschluss kamen, blieb es eng.

Womit das DHB-Team fast die gesamte Partie überhaupt nicht zurechtkam, war das unangenehme Spiel des bulligen Kreisläufers Zharko Peshevski. Zudem bekam der Europameister keinerlei Konsequenz in seine Abschlussaktionen. Da aber auch der später für Wolff eingewechselte Heinevetter überzeugte, verlor Prokops Team nicht den Anschluss. Mit einer sensationallen Parade bewahrte der Berliner Keeper elf Sekunden sein Team vor einer Niederlage.

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