Der Cäsar des Boxens: Furys große Show gegen Wilder

In einer gewaltigen Ringschlacht gewinnt Champion Tyson Fury auch den finalen Akt der Box-Trilogie gegen Deontay Wilder, dabei muss er selber zwei Mal zu Boden. "Ich bin der Beste meiner Ära!"
| Matthias Kerber
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"Solche Schläge beenden Karrieren", sagt Tyson Fury nach seinem Knockout-Treffer gegen Deontay Wilder in der 11. Runde.
"Solche Schläge beenden Karrieren", sagt Tyson Fury nach seinem Knockout-Treffer gegen Deontay Wilder in der 11. Runde. © imago images/MB Media Solutions

Wenn Sprüche Taten wären, wären viele Leute Weltmeister, gar Legenden. Aber nur selten folgen gewaltigen Sprüchen noch gewaltigere Taten.

An diesem Samstagabend waren alle die Beleidigungen, die Schandmaul-Auftritte des Schwergewicht-Weltmeisters Tyson "Gypsy King" Fury und von Ex-Champion Deontay Wilder nur die Ouvertüre für die große Show in Las Vegas.

Der finale Akt dieser Box-Trilogie - der erste Kampf endete Remis, der zweite mit einem brutalen Knockout Wilders - war einer der spannendsten und wildesten Fights in der Box-Geschichte. In der dritten Runde schlug der 2,06-Meter-Hüne Fury seinen Kontrahenten erstmals zu Boden, im darauffolgenden Durchgang donnerte die gefürchtete Schlaghand von Wilder Fury auf die Bretter - gleich zwei Mal! Doch der Brite stand beide Male wieder auf.

Drama pur: In der vierten Runde ist Fury zwei Mal am Boden.
Drama pur: In der vierten Runde ist Fury zwei Mal am Boden. © picture alliance/dpa/FR171365 AP

Wilder ab der sechsten Runde stehend K.o.

"Jesus hat mir die Kraft dazu gegeben", sagte der tiefgläubige Fury später. Ab der sechsten Runde war Wilder fast stehend K.o.. Er blutete aus dem Mund, er blutete aus dem Ohr. Immer wieder wurde der Ringarzt hinzugerufen, um sich Wilder anzuschauen, denn der hatte seiner Ecke verboten, das Handtuch zu werfen - egal, was passiert. Wilder, nur noch vom Willen getragen, taumelte, er torkelte, doch er fiel nicht - bis zur zehnten Runde, da erwischte ihn Fury erneut voll.

"Der Ruhm gehört Jesus!", sagt Weltmeister Tyson Fury.
"Der Ruhm gehört Jesus!", sagt Weltmeister Tyson Fury. © imago images/MB Media Solutions

Das Ende? Immer noch nicht. Wilder rettete sich in die Rundenpause. Nur, um im dann elften Durchgang endgültig K.o. zu gehen. Was für ein Kampf.

"Ich bin seit 57 Jahren dabei, und ich muss sagen, dass ich noch nie einen so großartigen Schwergewichtskampf gesehen habe", sagte Promoter-Ikone Bob Arum, der schon bei vielen der Kämpfe von Muhammad Ali mit an Bord war.

Fury: "Der Ruhm dafür gehört allein Jesus"

Fury wurde von den 15.820 Fans gefeiert, dann versammelte er sein Team in der Ecke, sprach inbrünstig ein Gebet. "Ich habe gewonnen, aber der Ruhm dafür gehört allein Jesus. Ich bin der größte Schwergewichtler meiner Ära, ohne Zweifel. Ich habe immer gesagt, ich bin der Beste der Welt, und er ist der Zweitbeste", sagte der 33-Jährige nach dem Hass-Duell, das auch nach diesem Kampf nicht beendet war. "Ich habe ihn voll getroffen, Schläge wie diese beenden Karrieren. Wilder ist Geschichte", sagte Fury, dem nach dem Fight nur kurz nach Versöhnung war. "Ich ging zu ihm hin, um ihm die Hand zu schütteln, und er sagte: 'Nein, ich respektiere dich nicht'", erzählte Fury: "Nun, wer lange genug mit dem Feuer spielt, verbrennt sich eben. Er ist verbrannt. Ist er ein schlechter Verlierer - oder was?"

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Auf jeden Fall ist Fury der strahlende Sieger. Im Kostüm eines römischen Kaisers war er in den Ring marschiert, jetzt ist er der Cäsar des Boxens. Doch was steht für ihn an? Der Mega-Fight gegen Landsmann Anthony Joshua ist geplatzt, nachdem dieser seine WM-Titel an den Ukrainer Oleksandr Usyk verloren hat. Der wiederum muss erstmal das Rematch gegen Joshua bestreiten. Für Fury steht eine Pflichtverteidigung an gegen den Sieger des Ausscheidungskampfes zwischen Otto Wallin und Dillian Whyte. "Ich werde mir erstmal einige Drinks genehmigen, das Leben genießen. Wer auch immer danach mein Gegner ist, wird erfahren, dass der Gypsy King der König der Box-Welt ist", haute Fury den nächsten Spruch raus. Aber er lässt eben seinen Sprüchen Taten in Form von Schlägen folgen. Immer. Das musste schon Wladimir Klitschko 2015 erleben, als Fury ihn entthronte.

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