Brenos Probleme beim ersten Mal

Es war das erste Pflichtspiel für den 18 Jahre alten Brasilianer. Gegen Anderlecht sammelte der Debütant Erfahrungen - aber keine Pluspunkte.
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Ein Ausrutscher bei der Premiere: Breno (am Boden) gegen Anderlechts Oleksandr Yakonenko
Rauchensteiner/AK Ein Ausrutscher bei der Premiere: Breno (am Boden) gegen Anderlechts Oleksandr Yakonenko

Es war das erste Pflichtspiel für den 18 Jahre alten Brasilianer. Gegen Anderlecht sammelte der Debütant Erfahrungen - aber keine Pluspunkte.

Den besten Moment seiner jungen Karriere hatte Breno (18) am Mittwoch vielleicht schon vor dem Anpfiff. Zum ersten Mal stand er mit Bayerns Anfangself unten im Kabinentunnel der Allianz Arena. Blickte ergriffen hoch auf die Gegengerade, auf die Masse Mensch, die sich dort auftürmte. Hörte, wie tausende Bayern-Fans erstmals seinen Namen riefen, als die Aufstellung verlesen wurde.

Es war ja Brenos erstes Mal, sein erstes Pflichtspiel für die Bayern. Gänsehaut-Momente für einen Teenager. Und dann trat auch noch Paul Breitner vors Pro-7-Mikrofon und hielt eine Eloge auf den jungen Brasilianer, wie sie einem Kaka oder Robinho gerecht geworden wäre: „Diesen Burschen“, sagte Breitner also, „durften wir uns nicht von Real Madrid oder von Juventus Turin wegschnappen lassen.“ Zwölf Millionen Euro Ablöse soll der Verteidiger aus Sao Paulo den Bayern wert gewesen sein; der Vertrag läuft bis 2012.

Bestenfalls wuchtig statt sehnig

Als das Spiel dann lief, machte der teure Teenie deutlich, dass die Investition eher langfristig zu bewerten ist. Nicht Real, nicht Juve, sondern das international zweitklassige Anderlecht war für Breno Aufgabe genug. Mitunter mehr als das. Beim 1:1 durch Serhat Akin (20.) ließ sich Breno übertölpeln. In den 90 Sekunden vor der Pause leistete er sich je einen Ballverlust und einen Stellungsfehler, die ein gerissenener Gegner in Tore umgesetzt hätte.

Zudem machte Breno keinen sehr austrainierten Eindruck. Bei 1,87 Meter Körperlänge wird er beim FC Bayern mit 83 Kilo geführt. Am Tag dieser Messung hat es die Waage wohl gut gemeint. Gestern wirkte Breno bestenfalls wuchtig statt sehnig.

Ob Trainer Ottmar Hitzfeld geahnt hatte, dass sein Abwehr-Junior Probleme bekommen würde? Am Tag vor dem Spiel hatte er noch verkündet, Breno sei irgendwann „jeden Euro wert“. Hitzfeld, der am Saisonende geht, weiß, dass er davon nichts mehr haben wird. Am Mittwoch relativierte er: „Breno muss Erfahrungen sammeln. Die Automatismen passen noch nicht.“

Vor den Augen der Eltern

Auch deshalb hatte Hitzfeld dem Debütanten den erfahrensten Partner in der Innenverteidigung zur Seite gestellt: Lucio, Brenos Landsmann, Lehrmeister und Dolmetscher. Lucio köpfte das 1:0 (8.), und Breno fiel ihm als erster Gratulant um den Hals.

Es blieb seine fröhlichste Szene. Brenos Vater Claudio und Mama Maria, die in der Allianz Arena zuschauten, werden ab Donnerstag wieder an den Trainingsplatz an der Säbener Straße kommen müssen, um ihren Sohn beim FC Bayern in Aktion zu erleben.

Breno hat sich nicht reingespielt gestern. Er muss weiter üben, und die Konkurrenz ist übermächtig: Da ist Daniel van Buyten; da ist Martin Demichelis, über den Breitner sagte: „Er spielt die beste Saison seines bisherigen Fußballerlebens.“ Und da ist Lucio. Auch den lobte Breitner: „Er hat sich komplett verändert, ist ruhiger und viel sicherer geworden.“ Mit Lob für Breno wird Breitner künftig vielleicht vorsichtiger umgehen.

Dafür sprang nach Spielende Manager Uli Hoeneß ein: „Man darf nicht vergessen, dass Breno vier Monate nicht gespielt hat. In einigen Zweikämpfen und Laufduellen hat man gesehen, dass er ein toller Spieler ist.“ Bloß noch nicht permanent.

ill

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