Biathlon: Laura Dahlmeier wird von Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig gelobt

Frauen-Biathlontrainer Gerald Hönig spricht vor dem WM-Start mit der AZ über die Ziele des Teams und Favoritin Laura Dahlmeier.
| Simon Stuhlfelner
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Laura Dahlmeier gilt als große deutsche Medaillenhoffnung.
dpa Laura Dahlmeier gilt als große deutsche Medaillenhoffnung.

AZ: Herr Hönig, die Biathlon-WM in Hochfilzen beginnt heute mit der Mixed-Staffel. Wie optimistisch sind Sie vor dem Saisonhöhepunkt?
GERALD HÖNIG: Wir können durchaus zuversichtlich sein. Wir haben bisher eine tolle Saison absolviert. Mit Laura Dahlmeier haben wir eine Spitzenathletin, aber auch mit kompakten Teamleistungen haben wir gute Ergebnisse erzielt. Wir waren in jedem Rennen in der Lage, ums Podest mitzulaufen. Es gibt also allen Grund, optimistisch zu sein.

Gibt es eine Medaillenvorgabe für Ihr Frauenteam?
Wir sagen, wir wollen in allen Rennen um die Podestplätze mitkämpfen. Nach dieser Saison sind wir natürlich in einer Mitfavoritenrolle, da steigt die Erwartungshaltung automatisch. Wie in den vergangenen Jahren stellen wir uns das Ziel, dass wir eine Einzel- und eine Staffelmedaille haben wollen. Wenn dann der Auftakt mit der Mixed-Staffel noch gut klappt, wären die drei Medaillen erreicht, die ich mir wünsche.

"Zählt in jedem Rennen zu den Favoriten"

Laura Dahlmeier hat bisher eine ganz starke Saison hingelegt. Was können wir von ihr erwarten?
Ihre letzte WM mit insgesamt fünf Medaillen war natürlich ein Traum. Das ist kein Selbstläufer, davon sollte man nicht wieder ausgehen. Aber mit ihren starken Laufleistungen, die sie im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal gesteigert hat, und mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten am Schießstand, gepaart mit ihrer mentalen Stärke, zählt sie in jedem Rennen zu den Favoriten.

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Was zeichnet Dahlmeier denn aus?
Was bei Laura beeindruckt, ist ihre Komplexität. Das kann ich nur mit Magdalena Forsberg (sechsmalige Weltmeisterin und sechsmalige Gesamt-Weltcupsiegerin aus Schweden, d. Red.) früher vergleichen. Wie bei ihr alles zusammenpasst und wie sie auch in der Lage ist, diese Fähigkeiten in den entscheidenden Momenten abzurufen und zu bündeln, das habe ich bisher sehr selten bei einer Athletin erlebt.

Hat sie auch Schwächen?
Wir haben im Training zuletzt noch versucht, ihre Schießzeiten, die noch nicht ganz im Spitzenbereich sind, zu verbessern. Da liegen sicherlich nochmal ein paar Sekunden.

"Gute Entscheidung"

Beim Weltcup in Oberhof hat Dahlmeier eine Pause eingelegt. Darüber haben sich manche gewundert.
Wir haben vor Beginn der Saison gesagt, dass wir auf Belastungssituationen flexibel reagieren wollen. Nun war Laura vom Saisonstart weg im Gelben Trikot, was auch immer Termine und Verpflichtungen abseits der Strecke mit sich bringt. Ich glaube nach wie vor, dass Laura mit uns zusammen damals eine sehr gute Entscheidung getroffen hat.

Franziska Preuß hat nach mehreren Infekten, die sie immer wieder zu Pausen gezwungen haben, für die WM absagen müssen. Muss sich ihr Körper erst schrittweise an die hohen Belastungen gewöhnen oder woher kommt diese Krankheitsanfälligkeit?
Die Infektanfälligkeit hatten wir so nicht erwartet. Immer, wenn wir gedacht haben, sie sei gerade wieder so weit, kam ein gesundheitlicher Rückschlag. Die Franzi ist ja keine ganz unerfahrene Athletin mehr. Sie tut alles dafür, gesund zu bleiben, verhält sich sehr bewusst, auch in Sachen Propyhlaxe. Ich glaube auch nicht, dass wir die Belastungen übers Jahr zu hoch angesetzt haben. Wir können ihr keine Vorwürfe machen, machen uns aber auch keine, auch der medizinischen Abteilung nicht.

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Wen muss man, außer dem deutschen Team, auf der Rechnung haben, wenn es um die WM-Medaillen geht?
Das französische Team mit Marie Dorin-Habert und Anais Bescond h sehe ich als stärksten Konkurrenten in der Staffel. Die Tschechinnen haben neben Gabriela Koukalova mit Veronika Vitkova eine weitere Podestläuferin, die Ukraine ist ausgeglichen besetzt. Hinzu kommen gute Einzelkönnerinnen wie Kaisa Mäkäräinen (Finnland) oder Dorothea Wierer (Italien). Es gibt einige, die uns die Medaillen streitig machen wollen. Simon Stuhlfelner

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