Willkommen in der Skickeria

Weltmeisterin Riesch geht vor dem Saisonstart in die Promi-Offensive – sie engagiert Beckenbauers Berater, nörgelt öffentlich über ihre Busenfreundin Vonn und wirbt für Olympia 2018 in München.
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Preisträgerin: Deutschlands Ski-Superstar Maria Riesch.
dpa Preisträgerin: Deutschlands Ski-Superstar Maria Riesch.

Weltmeisterin Riesch geht vor dem Saisonstart in die Promi-Offensive – sie engagiert Beckenbauers Berater, nörgelt öffentlich über ihre Busenfreundin Vonn und wirbt für Olympia 2018 in München.

ST. MORITZ Die Gästeliste war illuster. Fürst Albert von Monaco und Franzi van Almsick, Thomas Gottschalk und die Klitschko-Brüder. Die meisten der Promis waren im Juni in St. Moritz zur Hochzeit von Boris Becker bereits da, als kurz vor der kirchlichen Trauung noch zwei besondere VIPs gemeinsam eintrafen: Franz Beckenbauer und Maria Riesch. Da war klar: Deutschlands beste Skifahrerin ist angekommen im Jet-Set. Willkommen in der Skickeria.

Am Samstag, beim Weltcup-Auftakt in Sölden, startet Maria Riesch in eine neue Saison, in dem sie unterwegs ist zu Olympia-Gold in Vancouver und zum Glamour Girl des Skizirkus.

Partys und VIP-Events haben Riesch schon immer gefallen, doch gerade das Slalom-Gold bei der Weltmeisterschaft im Februar hat noch einmal viel verändert. Denn Riesch sah ihr Gold nicht entsprechend versilbert. „Viele haben mir gesagt, da könnte man noch viel mehr draus machen“, sagt sie. „deswegen habe ich was geändert.“ Und zwar im Management.

Riesch schnappt sich den Vermarkter des Kaisers

Riesch trennte sich von ihrem langjährigen Vermarkter Hans Höser und schnappte sich den Berater des Kaisers. Marcus Höfl, den 35-jährigen Manager, der sich seit 2003 um PR-Auftritte und Werbeverträge von Franz Beckenbauer kümmert, der seit diesem Jahr auch noch Boris Becker betreut. Und nun eben auch Maria Riesch, die gleich nach der Becker-Hochzeit übrigens in den Hubschrauber stieg und zum nächsten Termin jettete. Zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Riesch genießt die vielen Auftritte. Ob sie sie wirklich braucht, ist fraglich. Sicher ist, dass der alpine Ski-Zirkus eine wie die Riesch braucht. Sie, die im September auch in der TV-Show von Carmen Nebel auftrat, in einer Sendung mit Howard Carpendale, José Carreras und André Rieu, die nicht nur auf der Piste zeigt, wo die Musik spielt. Sie könnte nun der Superstar der Branche werden, den diese jetzt so schmerzlich vermisst – nach dem Rücktritt von Hermann Maier und vor der letzten Saison des streitbaren US-Querschädels Bode Miller.

Riesch bringt den Glamour-Faktor in den Ski-Zirkus

Aksel Lund Svindal, der kühle Weltcup-Gesamtsieger aus Norwegen, taugt dazu genauso wenig wie Benni Raich, dessen Beziehung zu Marlies Schild Österreichs Medien zwar alljährlich vor dem Auftakt traditionell als Traumliebe des Winters anpreisen. Doch in Wahrheit ist der spröde und uncharismatische Reich vom Starrummel so weit entfernt wie ein Ötztaler Bergbauerndorf vom Yachthafen von Monte Carlo. Und Felix Neureuther, der sich durchaus als cooler und kantiger Typ verkaufen ließe, fehlen noch die Erfolge. Bleiben also nur die Frauen, wie Riesch und ihre langjährige Freundin Lindsey Vonn aus den USA.

Die Weltcup-Siegerin, mit der Riesch im Frühling in Mexiko den Urlaub verbrachte, bevor es dann doch Ärger gab. Eben wegen Vonn. Denn die fährt jetzt die gleiche Marke wie Riesch. In einem spektakulären Transfer verpflichtete Head die US-Amerikanerin, die bisher auf Rossignol-Brettern stand. Das ließ sich Head viel kosten, was Riesch deswegen mächtig verstimmte. Der Grund: Im Sommer musste sie ihren Servicemann selbst bezahlen, weil die Skifirma dafür kein Geld hatte. Geld, um Vonn zu engagieren, war dagegen schon da. Wozu Riesch nun meinte: „Da habe ich mir erst schon gedacht: Puh, krass, da wird gespart ohne Ende, und dann kaufen die die Lindsey ein. Aber jetzt gibt es keine Ausreden mehr.“ Gleiche Skier, gleiche Waffen.

Rieschs großes Ziel sind natürlich die Olympischen Spiele von Vancouver, im Winter danach die Weltmeisterschaft zu Hause in Garmisch-Partenkirchen. Und langfristig die Winterspiele 2018. Schließlich tritt sie als Botschafterin für die Münchner Bewerbung auf. Möglich, dass auch ihre Erfolge und ihr Auftreten helfen, die Winterspiele nach Oberbayern zu holen. Spätestens dann wäre sie die Frau Beckenbauer des Winters. Die Schneekaiserin.

Florian Kinast

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