Leupolz: "Bei Schweinsteiger schaue ich mir vieles ab"

Melanie Leupolz ist mit den DFB-Frauen bei Olympia in Rio de Janeiro. Im AZ-Interview spricht die Fußballerin des FC Bayern über ihr Idol, ihre Rituale und die Angst vorm Elfmeter.
| Florian Auburger
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München - Die 22-jährige Allgäuerin spielt seit 2014 für den FC Bayern und wurde zweimal deutsche Meisterin. Mit dem Nationalteam nimmt die Europameisterin von 2013 bei Olympia in Rio teil.

AZ: Frau Leupolz, am 3. August starten Sie mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ins Olympische Fußballturnier. Neben Fußball haben Sie aber auch Benzin im Blut. Wann hat diese Leidenschaft angefangen?
MELANIE LEUPOLZ: Fußball ist in meiner Familie gar nicht so populär, da hat keiner Fußball gespielt. Bei uns ist der Motorsport sehr beliebt. Mama und Papa haben beide den Motorradführerschein. Als ich ganz klein war, bin ich schon mit einer kleinen Motocross-Maschine auf der Wiese herum gefetzt. Da lag es nahe, dass ich dann auch den Motorradführerschein mache.

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Sie bewundern Bastian Schweinsteiger. Wieso?
In meiner Kindheit war Frauenfußball noch nicht so populär. Da kannte ich außer Birgit Prinz nicht so viele Spielerinnen. In den Medien waren eher die Männer. Basti ist eben ein super Fußballer, absolut sympathisch. Bei ihm schaue ich mir einige Dinge ab. Ich freue mich jedes Mal, wenn er gewinnt. Aber dennoch habe ich kein richtiges Vorbild, weil ich immer versucht habe, meinen eigenen Weg zu gehen.

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Welchen Stellenwert hat Olympia für Sie?
Einen hohen. Viele Spielerinnen schwärmen so sehr von Olympia und erzählen, wie viel ihnen die Bronze-Medaille (Deutschland holte in den Jahren 2000, 2004 sowie 2008 jeweils Bronze, Anm. d. Red,) bedeutet – so viel wie ein Weltmeistertitel oder sogar mehr. Das kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen. Ich kann es wahrscheinlich erst richtig einordnen, wenn ich an den Olympischen Spielen teilgenommen habe. Aber jeder Sportler schwärmt davon, deswegen freue ich mich und will unbedingt nach Brasilien.

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Sie sind jetzt erst einmal in Sao Paulo und Brasilia untergebracht – also nicht im Olympischen Dorf. Erst zum Finale würden Sie dort sein. Ist es schade, dass der Kontakt zu den anderen Olympioniken fehlt?
Ja, auf jeden Fall. Olympia zeichnet auch aus, dass wir da nicht nur als deutsche Fußballmannschaft auftreten, sondern zusammen mit allen deutschen Sportlern ganz Deutschland als ein Team vertreten. Dieses Gefühl wird uns natürlich ein wenig genommen. Deswegen ist es aber ein weiterer Ansporn, ins Finale zu kommen – damit wir auch im Olympischen Dorf sein können.

 

 

Sie betonen immer wieder: "Wir Frauen wissen, dass wir ein zweites Standbein brauchen." Sind die Gehaltsunterschiede zu Ihren männlichen Kollegen im Fußball unfair?
Natürlich gibt es da große Unterschiede. Aber wenn man uns jetzt mal mit anderen Frauensportarten vergleicht, dann geht es uns richtig gut. Ich finde, man sollte uns nicht immer mit den Männern vergleichen. Wir können von unserem Gehalt ganz gut leben. Wir müssen aber auch jetzt schon an die Zeit nach der Karriere denken. Wir brauchen eben eine Absicherung, damit wir nahtlos ins Berufsleben einsteigen können.

Sie sichern sich ja seit März mit einem Fernstudium ab.
Ja, ich studiere Internationales Management. Das klappt auch zusammen mit Fußball.

Eine Anerkennung beim FCB war in den letzten zwei Jahren die gemeinsame Meisterfeier auf dem Marienplatz mit Ihren männlichen Kollegen.
Das war schön. Wir hatten ja auch allen Grund, zu feiern. Wir haben im Postpalast und auf dem Balkon zusammen gefeiert. Schön war auch, dass die Frauen und die Männer nicht ihr eigenes Ding gemacht haben. Die Profis kamen auf uns zu, haben uns beglückwünscht und viel mit uns gesprochen. Die waren ganz offen und nicht so, wie man sie jetzt als typische Stars eben kennt.

Zurück zu Olympia: Würden Sie bei einem Elfmeterschießen im Finale antreten?
Früher habe ich immer Elfmeter geschossen. Aber dann kam eine Phase, in der ich mich nicht mehr so getraut habe. Im U17-Halbfinale habe ich mal verschossen. Danach habe ich mich zurückgenommen. Aber mittlerweile fühle ich mich wieder sicher. Wenn ich mich gut fühle, dann würde ich antreten.

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