Prozentrechnen mit Pesic: Aus 1 wird 99

Der Coach des FC Bayern Basketball will nun doch in München bleiben – und setzt dabei auch auf Ex-Präsident Uli Hoeneß.
| Julian Buhl
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"Ich möchte auch in der kommenden Saison weiter an der Seitenlinie stehen, ich spüre noch das Feuer in mir", sagt Bayern-Coach Svetislav Pesic.
dpa "Ich möchte auch in der kommenden Saison weiter an der Seitenlinie stehen, ich spüre noch das Feuer in mir", sagt Bayern-Coach Svetislav Pesic.

München - Mittwoch wollen sich die Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern Basketball noch einmal zu ihrem offiziellen Saisonabschluss zusammenfinden – und damit auch das bittere Ende dieser Spielzeit endgültig hinter sich lassen. Coach Svetislav Pesic hatte das schon unmittelbar nach der 65:96-Klatsche in Bamberg, die das 0:3-Halbfinal-Aus besiegelte, getan. „Die Saison ist vorbei, morgen beginnt die neue“, hatte er verkündet.

Die neue! Damit hatte er nach dem Debakel auch bestätigt, was er unmittelbar vor dessen Beginn angekündigt hatte. „Ich möchte auch in der kommenden Saison weiter an der Seitenlinie stehen, ich spüre noch das Feuer in mir“, sagte der 66-Jährige. So wollte, so konnte sich der Erfolgscoach nun wirklich nicht vom FC Bayern Basketball und der deutschen Liga verabschieden.

Dabei hatte er vor Wochen noch verkündet, „zu 99 Prozent“ nach den nun für den FCBB beendeten Playoffs zurücktreten zu wollen. Diese Ankündigung hatte sich plötzlich in Luft aufgelöst. Ganz überraschend kam Pesics Rolle rückwärts freilich nicht. Hatte er doch erst kürzlich mehrfach auf seinen bis 2017 laufenden Vertrag verwiesen und vielsagend wissen lassen: „Der Verein ist Gesetz!“
Dieses „eine Prozent, das ich mir damals offen gehalten habe, war eine Zahl, die ich spontan genannt habe“, sagte er zuletzt der „SZ“.

Pesics Kehrtwende lässt seine Rücktrittsdrohung im Nachhinein wie ein Machtspielchen erscheinen. Gegen die Liga und vor allem deren Unparteiische, denen er wiederholt die Objektivität abgesprochen hatte. („Die Schiedsrichter wollen sich gegen mich und den FC Bayern beweisen“).

Und auch innerhalb des eigenen Vereins hatte Pesic die Muskeln spielen lassen. Via „SZ“ beklagte er, dass er sich „für das ganze Basketball-Projekt mehr Unterstützung und Respekt erhofft“ hätte. „Der Prozentanteil hat sich geändert“, sagte Pesic, der Rechenkünstler nun. Und zwar so, „dass ich zu 99 Prozent weiter richtig angreife“. Aus „solchen Erlebnissen“, wie den Niederlagen gegen Bamberg „lernt man mehr als aus Erfolgen“, findet er. Und überhaupt: „Es gibt keine Probleme, nur Lösungen.“ Man habe beim FCBB „eine sehr gute Basis erreicht. Da lohnt es sich, zu versuchen, noch ein Schritt nach vorne zu machen, auch international“, sagte Pesic. Große Hoffnungen setzt er dabei vor allem auf einen: „Ich glaube, dass Uli Hoeneß uns weiter unterstützen möchte, nach seinen Möglichkeiten und seiner Kraft. Deshalb lohnt es sich, noch einmal den FC Bayern mit Uli Hoeneß zu erleben.“

Trotz der wohl größten Blamage in seiner Amtszeit bei Bayern sagte er: „Es gibt keine Trainerdiskussion. Neue Saison, neue Herausforderung. Die Leute kritisieren nur die Besten.“ Dann grinste er und hatte auch noch eine Kampfansage Richtung Bamberg parat: „Wir sehen uns nächstes Jahr wieder hier. Und dann sehen wir, wer gewinnt.“

 

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