Gegen Bamberg: Bayern reif für den Meister?

Im ersten Heimspiel der Saison empfangen die Basketballer des FC Bayern die Baskets Bamberg. Ein Prestigeduell zwischen den Topfavoriten auf den Titel, das die weitere Saison prägen wird.
| Julian Galinski
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Nihad Djedovic, Yassin Idbihi, Boris Savovic, Bryce Taylor und Heiko Schaffartzik beim Sieg in Bonn (von links).
Rauchensteiner/Augenklick Nihad Djedovic, Yassin Idbihi, Boris Savovic, Bryce Taylor und Heiko Schaffartzik beim Sieg in Bonn (von links).

München - Vor knapp vier Monaten, am 6. Juni 2013, erhielt der FC Bayern von den Baskets Bamberg eine Basketball-Lehrstunde: 66:85 im entscheidenden fünften Halbfinalspiel, Bamberg, der spätere Meister, war weiter – und Bayern draußen. Am 6. Oktober, im ersten Heimspiel der Bayern in der neuen Bundesliga-Saison (17 Uhr, Audi Dome, wenige Restkarten erhältlich), treffen die beiden Mannschaften wieder aufeinander.


Ein Prestigeduell, eine frühe Standortbestimmung – die für die Bayern die weiteren Wochen prägen wird. Entweder sind sie am Sonntagabend diejenigen, die es dem Meister gezeigt haben, die mit ihren neuen Spielern alles richtig gemacht haben. Oder eben diejenigen, die immer noch der besten Mannschaft im deutschen Basketball hinterherhecheln. „Es wäre viel besser, wenn wir dieses Spiel gewinnen”, sagt Trainer Svetislav Pesic. „Natürlich ist es ein wichtiges Spiel. Ich will die Bedeutung nicht herunterreden”, sagt sein Bamberger Kollege Chris Fleming.
Was hat sich seit dem Halbfinal-Aus getan, bei den beiden Top-Favoriten der Liga?

DIE STARS: „Komplettrenovierung” nennt Präsident Uli Hoeneß das, was die Bayern im Sommer betrieben: Neun Zugänge, allesamt mindestens gehobene Bundesliga-Klasse, nach dem Motto: Großes Potential, großes Risiko. Denn die Mannschaft braucht noch Zeit, auf dem Parkett zusammenzufinden. „Wir müssen uns weiterentwickeln”, sagt Pesic. „Gerade in der Verteidigung wartet viel Arbeit uns. Das wird nicht einfach und kann dauern.” Die Bamberger hingegen haben das Rückgrat ihrer Meister-Mannschaft mit Spielern wie Casey Jacobsen, Anton Gavel und Sharrod Ford behalten – ein klarer Vorteil am Sonntag!


DIE PERSPEKTIVE: Den Bayern stehen, aufgrund des Prestiges ihrer Marke, finanzielle Möglichkeiten offen wie keinem anderen Verein der Liga. Wenn die Bayern (Etat zwischen 11 und 12 Millionen Euro) Spieler verpflichten wollen, dann kriegen sie diese für gewöhnlich auch – siehe Liga-MVP John Bryant oder Nachverpflichtung Boris Savovic, den sie den Bambergern vor der Nase wegschnappten. Mit einem Kern aus Spielern „zwischen 22 und 25 Jahren” will Pesic eine Bayern-Ära im Basketball begründen. „Ich habe den Spielern gesagt: Das ist deine Mannschaft. Das ist deine Familie. Jetzt musst du Verantwortung übernehmen.”


Kurz gesagt: Die Bayern wollen dort hin, wo Bamberg seit Jahren ist. Die nutzen ihr (am Ende doch limitiertes) Budget (ca. 10 Millionen) mit cleveren Verpflichtungen und hoher Identifikation aus. Gerade jetzt, mit dem reichen Rivalen aus dem südlichen Freistaat. „Bamberg hat Kontinuität, Erfahrung und Qualität”, sagt Pesic. „Kontinuität müssen wir in München noch schaffen.”

DIE FORM: Die Bamberger gewannen zum Auftakt mit 86:70 beim Mitteldeutschen BC, einem Team eher aus der Unterklasse der Liga – keine Überraschung also. „Sie konnten dort viel ausprobieren”, sagt Pesic. Die Bayern hingegen hatten beim 87:82 in Bonn ziemlich zu kämpfen. Pesic bemängelte zwar die Verteidigung seiner Mannschaft („So gewinnt man vielleicht einzelne Spiele, aber keine Meisterschaften”), sah aber auch, wie stabil seine Spieler unter Druck auftraten. Vor allem Yassin Idbihi, der die Partie im vierten Viertel fast alleine drehte: „Er war unser Matchwinner”, sagt Pesic.


Er verspricht jedenfalls, dass die Bayern am Sonntag im aller Wahrscheinlichkeit ausverkauften Audi Dome mindestens so beherzt wie gegen Bonn zu Werke gehen werden: „Wir gehen mit Selbstvertrauen und Enthusiasmus ins Spiel.” 

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