Wieder großes Monster-Spektakel für kleines Geld? Das sind die Kino-Highlights der Woche
Das größte und gewaltigste Ungeheuer der Kinogeschichte, eingepfercht in einem Zehn-Millionen-Dollar-Film? In der Theorie kann das eigentlich nicht funktionieren. In der Praxis ging es aber doch, mit großem Erfolg an den Kinokassen, erstklassigen Kritiken und sogar einem Oscar in der Kategorie "Beste visuelle Effekte": "Godzilla Minus One" zeigte 2023 eindrucksvoll, dass man auch mit kleinen Mitteln großes Monsterkino machen kann. Jetzt wird die Erfolgsgeschichte mit "Godzilla Minus Zero" fortgesetzt.
Außerdem neu in dieser Woche: Mit "Kommissar Jennerwein - Hochsaison" findet nach den "Eberhoferkrimis" eine weitere bayerische Bestsellerreihe den Weg auf die Kinoleinwand, und in "Ein Talent fürs Morden" spielt Helen Mirren die berühmte Krimiautorin Patricia Highsmith.
Godzilla Minus Zero
Das Budget werde diesmal größer sein, verriet Regisseur und Autor Takashi Yamazaki vorab. Aber wohl nicht riesengroß: Hinter "Godzilla Minus Zero" steht erneut das japanische Filmstudio Toho, das sich durch seine "Godzilla"-Filme (seit 1954) zwar einen legendären Ruf erarbeitet hat, aber nicht über Mittel verfügt, die mit denen großer Hollywood-Produktionen vergleichbar wären. Yamazaki wird wieder eigene pfiffige Wege finden müssen, um seinen monströsen Kaijū-Protagonisten möglichst eindrucksvoll in Szene zu setzen.
"Godzilla Minus One" erzählte eine neue Version der klassischen Geschichte, also wie Japan kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von einem mutierten Ungeheuer aus der Tiefe des Meeres heimgesucht wird. Die Schäden sind unermesslich, doch letztlich wird das Monster besiegt. "Godzilla Minus Zero" setzt die Erzählung zwei Jahre später fort - mit neuen Bestien und noch mehr Zerstörung.
Japan, 1949. Das Land befindet sich nach dem Krieg und der zurückliegenden Attacke durch Godzilla im Wiederaufbau (die menschliche Hauptrolle im Film spielt wieder Ryūnosuke Kamiki als ehemaliger Kamikaze-Pilot Kōichi Shikishima). Das Monster liegt irgendwo auf dem Grund der Sagami-Bucht. Da taucht plötzlich ein neuer Kaijū auf und greift die Stadt Matsumoto an - ein drachenähnliches Ungetüm, das bald im ganzen Land Angst und Schrecken verbreitet. Ein Gigant, der nur durch einen anderen Giganten bezwungen werden kann ...
So erhebt sich Godzilla bald doch wieder für einen epischen japanischen Kampf der Titanen. Auf der anderen Seite der Welt wird indes auch schon wieder an einem neuen amerikanischen Monster-Spektakel gearbeitet. "Godzilla x Kong: Supernova" soll im Frühjahr 2027 in den Kinos starten. Die Produktionskosten für diesen Film dürften dann wieder bei mindestens 150 Millionen Dollar liegen.
Kommissar Jennerwein - Hochsaison
Eine Million Menschen sahen "Steckerlfischfiasko" (seit August im Kino) in den ersten zwei Wochen - laut Verleih der erfolgreichste Start, den je ein "Eberhoferkrimi" hingelegt hat, und das immerhin 13 Jahre nach Beginn nach Reihe. Zehn Filme sind es inzwischen, und das Publikum kann scheinbar immer noch nicht genug bekommen von den skurrilen Geschichten nach Vorlage der Bücher von Rita Falk. Ließe sich so ein Erfolg vielleicht auch mit einer anderen bayerischen Bestsellerreihe feiern? Heimatkrimis mit Witz und Lokalkolorit gibt es jenseits von Niederkaltenkirchen ja durchaus noch einige mehr - die vom "Kommissar Jennerwein" etwa, der jetzt auch mal den Weg auf die große Leinwand findet.
Natürlich spricht zum Start von "Kommissar Jennerwein - Hochsaison" niemand davon, dass daraus gleich eine zehnteilige Kinoreihe werden soll. Aber möglich wäre es. Immerhin 16 "Alpenkrimis" rund um seinen Kommissar Hubertus Jennerwein hat der bayerische Kabarettist und Autor Jörg Maurer seit 2009 veröffentlicht. Der allererste, "Föhnlage", wurde 2011 sogar schon für den Bayerischen Rundfunk verfilmt (mit Martin Feifel in der Hauptrolle). Als Vorlage für den neuen Kinofilm, bei dem anstelle des BR nun RTL im Hintergrund mitwirkt, dient der zweite Roman "Hochsaison" von 2010. Den Jennerwein gibt diesmal Florian Brückner.
Als vorweihnachtlich-malerische Kulisse dient Garmisch-Partenkirchen, der Geburtsort von Jennerwein-Erfinder Jörg Maurer. Ein Skispringer wird erschossen, augenscheinlich im Flug über die Schanze. Hubertus Jennerwein übernimmt den reichlich kuriosen Fall, der bald immer größere Kreise zieht und bis in die Politik hinein für große Unruhe sorgt. Das Studio wirbt mit "viel schwarzem Humor" für diesen (ersten?) "Jennerwein"-Kinofilm, in dem neben Florian Brückner unter anderem Sarah Thonig, Frederic Linkemann und Helmfried von Lüttichau ("Hubert & Staller") mitwirken. Regie führte Hannu Salonen ("Oktoberfest 1900", "Adams Acht"), beim Drehbuch schrieb unter anderem Florian Brückners Bruder Maximilian mit.
Ein Talent fürs Morden
Was geht in Menschen vor, die sich abseits von Norm und Moral bewegen? Wie wird aus dem ganz normalen Typen von nebenan ein Mörder? Solche Fragen stellte sich die US-amerikanische Autorin Patricia Highsmith in ihren Psycho-Krimis immer wieder. Nicht wenige ihrer Werke wurden prominent verfilmt, "Der talentierte Mr. Ripley" etwa und "Zwei Fremde im Zug". Highsmith erlangte so einige Bekanntheit, blieb hinter ihren Bestsellern aber naturgemäß immer im Hintergrund. Jetzt allerdings, 31 Jahre nach ihrem Tod, wird die Literatin selbst zur Hauptfigur in einer eigentümlichen Hommage, die fragt: Was treibt eine Autorin an, die sich immerzu mit so grausigen Themen wie Mord und Totschlag befasst?
Autorin schreibt Buch, Buch wird Film - so funktioniert es in "Ein Talent fürs Morden" ausnahmsweise nicht. Die Idee zu diesem ebenso düsteren wie undurchsichtigen Film basiert auf dem Theaterstück "Switzerland" (2014) von Joanna Murray-Smith, die nun auch das Drehbuch für die Kino-Adaption erarbeitete. Regie führte kein Geringerer als der niederländische Filmemacher und Starfotograf Anton Corbijn. Und in der Hauptrolle glänzt Oscargewinnerin Helen Mirren, die als Patricia Highsmith höchstselbst auftritt.
Die Geschichte spielt im Jahr 1995, dem Todesjahr von Patricia Highsmith. Die Autorin hat längst die Nase voll vom Ruhm und von den Menschen und lebt zurückgezogen in einem Chalet in den Schweizer Alpen. Als plötzlich Edward Ridgeway (Alden Ehrenreich) vor ihrer Türe steht, entsandt von Highsmiths Verlag in New York, hört die Autorin ihn nur widerwillig an: Patricia Highsmith soll einen letzten Krimi rund um ihren berühmten Romanhelden Tom Ripley schreiben. Sie lehnt zunächst ab, macht Ridgeway dann aber ein Angebot: Sie schreibt das Buch, wenn er ihr dabei hilft, den perfekten Mord auszutüfteln. Ein abgründiges Gedankenspiel, so scheint es zunächst, aber daraus wird in diesem Thriller bald viel mehr.
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