"Verniedlichung von Femiziden": Hella von Sinnen greift Dieter Nuhr an

Nach Dieter Nuhrs umstrittenen Aussagen zu Femiziden kritisiert Hella von Sinnen ihn deutlich. Die Entertainerin stellt infrage, ob der Kabarettist seinen Platz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen behalten werde.
(paf/spot) |
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Hella von Sinnen positioniert sich in der Debatte um Dieter Nuhr.
Hella von Sinnen positioniert sich in der Debatte um Dieter Nuhr. © imago/BREUEL-BILD

Dieter Nuhrs (65) Aussagen über Femizide haben eine große Debatte ausgelöst. Hella von Sinnen (67) kritisiert den Kabarettisten nun ebenfalls scharf und zweifelt an dessen Zukunft im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "Jedes Jahr werden an die 350 Frauen von ihren Männern ermordet - und er sagt das? Was ist das für eine unfassbare Unverschämtheit von Nuhr?", sagte sie im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Schauspielerin und Komikerin sprach von einer "Verniedlichung von Femiziden und Verleugnung dieses Frauenhasses". Weiter erklärte sie: "Ich finde das wirklich unglaublich. Ich bin gespannt, ob Herr Nuhr seinen Job bei der ARD behält."

Nuhr weist Vorwürfe zurück, rbb argumentiert mit Kunstfreiheit

Die Kritik bezieht sich auf Dieter Nuhrs Aussagen in der Sonderausgabe "Nuhr im Ersten XXL" vom 18. Juni. In der Sendung sagte er, dass alle der "300 bis 350" jährlichen Frauenmorde selbstverständlich zu viele seien. Doch die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland unter den vielen Männern "in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt".

Nach den Vorwürfen, er habe sich über Frauenmorde lustig gemacht und Opfern eine Mitschuld gegeben, wies Nuhr die Kritik zurück. "Habe ich nicht", schrieb der 65-Jährige auf Facebook. "Kein Witz über Femizide, nirgends. Habe ich noch nie gemacht. Werde ich nicht tun." Nuhr betonte, ihm sei es vielmehr darum gegangen, eine aus seiner Sicht pauschale Verurteilung von Männern zu kritisieren.

Seit 2014 präsentiert Nuhr das Kabarettformat "Nuhr im Ersten", das aus der Sendung "Satire Gipfel" hervorging. Der für die Sendung zuständige Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) erklärte in einem Statement, dass die Kritik nachvollziehbar sei. "In Satireformaten gilt es jedoch auch die künstlerische Freiheit zu achten", führte er gleichzeitig an. Vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit dürfe er "provozierend und zugespitzt formulieren".

Hella von Sinnen über Sexismus-Vorwürfe um Thomas Gottschalk

Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" äußerte sich Hella von Sinnen auch zur Debatte um Thomas Gottschalk. Der frühere "Wetten, dass..?"-Moderator stand wiederholt wegen Vorwürfen eines unangemessenen Umgangs mit Frauen in der Kritik. Gottschalk habe "nur spielen" wollen und sei sich seiner Wirkung als "gutaussehender charming Boy" bewusst gewesen, sagte von Sinnen. Dass vor allem ihn Sexismus-Vorwürfe in der TV-Landschaft der 1980er- und 1990er-Jahre trafen, machte sie an seinem Promistatus fest. "Thomas Gottschalk war der Beliebteste. Und wir alle haben es ihm nachgesehen." Frauenfeindlichkeit oder Sexismus unterstelle sie ihm nicht.

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  • Wolff am 16.07.2026 12:26 Uhr / Bewertung:

    Aber der Eindruck, man dürfe in diesem Land nicht mehr nicht mehr alles sagen, ist natürlich völlig falsch und unberechtigt...

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  • Therapeut am 16.07.2026 13:57 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Wolff

    Selbstverständlich darf man alles sagen, solange man niemanden beleidigt oder verunglimpft.
    Auch Nuhr darf das.
    Man darf in unserem Land aber auch kritisieren, oder eine gegenteilige Meinung äußern.

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