Trennungs-Dilemma bei Thomas Müller und Lisa: "Gleichgewicht bricht tief ein"

Es begann wie im Märchen, doch nun wurden Thomas und Lisa Müller von der Realität eingeholt: Das Münchner Promi-Paar hat seine Trennung bekannt gegeben. Vor welchen Herausforderungen stehen die beiden nach 17 Jahren Ehe? In der AZ spricht eine Paar-Therapeutin über die Folgen, aber auch die Chancen, die aus einem Liebes-Aus entstehen können.
von  Sven Geißelhardt
Lisa und Thomas Müller sind als Paar gescheitert.
Lisa und Thomas Müller sind als Paar gescheitert. © BrauerPhotos/G.Nitschke

Am Mittwochabend (3. Juni) haben Thomas Müller und seine Ehefrau Lisa über ihren gemeinsamen Medienanwalt ihre Trennung offiziell bestätigt. Nach den Schlagzeilen der vergangenen Monate kommt das Ehe-Aus wenig überraschend. Dennoch dürfte sich nun einiges für die beiden Profi-Sportler verändern – immerhin haben sie ihr halbes Leben miteinander verbracht.

Worauf man sich in einer derartigen Situation einstellen sollte, welche Rückschläge drohen und was man bei der künftigen Partnerwahl beachten sollte – die AZ hat darüber mit einer Münchner Paartherapeutin gesprochen.

Kurz nach Trennung: Lisa Müller feiert Auftritt in Berlin

Bereits am Abend der Trennungsverkündung präsentierte sich Lisa Müller auf einer Veranstaltung in Berlin und posierte gut gelaunt für die Fotografen. Am Donnerstag (4. Juni) nahm sie als Dressurreiterin auf Schloss Wocklum beim Turnier "Longines Balve Optimum" teil. Noch-Ehemann Thomas Müller meldete sich bei seinen Fans einen Tag bevor das Liebes-Aus publik wurde. In seinem Newsletter schwärmte er von der Fußball-WM, die in wenigen Tagen in Nordamerika startet – von Liebeskummer fehlte jede Spur. Sind die Müllers mental längst weitergezogen?

Lisa Müller feierte am 3. Juni in Berlin "The Power List – Germany's Top 50".
Lisa Müller feierte am 3. Juni in Berlin "The Power List – Germany's Top 50". © imago/Gartner

Liebes-Aus nach 17 Ehejahren: "Emotionales Gleichgewicht bricht tief ein"

17 gemeinsame Ehejahre einfach abzuhaken dürfte für Thomas und Lisa Müller nicht einfach sein – das weiß auch Paartherapeutin Hannah Gensch. "17 Jahre bedeuten, dass Thomas und Lisa fast ihr gesamtes erwachsenes Leben miteinander geteilt und sich buchstäblich aneinander herangebildet haben", erklärt die Beziehungsexpertin der AZ. "Das Gehirn ist in so einem langen Zeitraum neurobiologisch vollkommen auf den Partner als die primäre 'sichere Basis' programmiert. Fällt diese Basis weg, reagiert das Nervensystem wie bei einem physischen Entzug – das gesamte hormonelle und emotionale Gleichgewicht bricht erst einmal tief ein."

Paartherapeutin Hannah Gensch.
Paartherapeutin Hannah Gensch. © Jasmin Breidenbach

Herausforderung für Thomas und Lisa Müller

Neu-Singles, die aus einer jahrelangen Beziehung kommen, müssen sich an das Alleinsein erst wieder gewöhnen. Hannah Gensch erläutert, was auf das Ex-Paar Müller zukommen könnte: "In den ersten Wochen erleben Betroffene meist eine lähmende emotionale Taubheit, gefolgt von einer extremen Achterbahnfahrt aus existenzieller Einsamkeit, Angst vor der Zukunft und plötzlichen Momenten von fast beängstigender Freiheit." Die Trauer um gemeinsame Erinnerungen und zerbrochene Zukunftsträume kann für getrennte Paare "seelische Schwerstarbeit" sein.

Ex-Paare wie Lisa und Thomas Müller stehen nach einem Liebes-Aus vor einer großen Herausforderung. Hannah Gensch zufolge besteht die Gefahr, in zwei Extreme zu verfallen: "Entweder in den sofortigen, radikalen Kontaktabbruch aus purem Selbstschutz – was den Trauerprozess oft traumatisch unnatürlich beschleunigt – oder in ein ungesundes, emotionales Aneinanderklammern in Momenten der Einsamkeit, weil der Ex-Partner immer noch der vertrauteste Trostspender ist." In diesem Fall sei es für Betroffene wichtig, in eine systemische Verantwortungsübernahme zu gehen und realistisch zu schauen, welchen Anteil man selbst an dieser Situation trägt.

Freundschaft nach Trennung? Das sagt die Münchner Paartherapeutin

Und was kommt danach? Können aus Ex-Partnern wieder Freunde werden? Die Paartherapeutin sieht dafür bei Thomas und Lisa Müller gute Chancen. "Das gemeinsame Fundament aus Respekt und Vertrautheit ist ja nach 17 Jahren nicht wertlos, nur weil die romantische Liebe erloschen ist", betont Gensch im AZ-Interview. Dafür brauche es allerdings eine klare Grenze, denn ein "fließender Übergang von der Ehe-Betten-Ebene in eine platonische Freundschaft funktioniert fast nie".

Für eine künftige Freundschaft sei dem Liebes-Profi zufolge Distanz wichtig: "Damit eine gesunde Freundschaft entstehen kann, muss das Liebespaar erst einmal vollständig verabschiedet und betrauert werden. Das erfordert nach meiner Erfahrung eine Phase der strikten räumlichen und kommunikativen Distanz von mehreren Monaten. Erst wenn das 'Wir' als Paar ganz aufgelöst und verheilt ist, können sich Thomas und Lisa auf Augenhöhe als die zwei Menschen wieder begegnen, die sich im Kern ihres Wesens ja immer noch unendlich viel bedeuten."

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