Toni Erdmann räumt beim Deustchen Filmpreis ab - So glamourös war der rote Teppich

Wer macht das Rennen bei der Lola-Gala? Rund 2000 Promis fiebern in Berlin mit den Kandidaten des Deutschen Filmpreises 2017. Auf dem roten Teppich wird es vor der Verleihung ziemlich glamourös.
| dpa
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Palina Rojinski
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Karoline Herfurth
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Barbara Meier und ihr Freund Klemens Hallmann
Jens Kalaene/dpa 33 Barbara Meier und ihr Freund Klemens Hallmann
Sandra Hüller wird für die "Beste weibliche Hauptrolle" (Toni Erdmann) gekürt.
Jörg Carstensen/dpa 33 Sandra Hüller wird für die "Beste weibliche Hauptrolle" (Toni Erdmann) gekürt.
Maren Ade gewinnt den Preis fürs "Beste Drehbuch" (Toni Erdmann).
Jörg Carstensen/dpa 33 Maren Ade gewinnt den Preis fürs "Beste Drehbuch" (Toni Erdmann).
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Regisseur Andreas Dresen (r) überreicht den Ehrenpreis an Schnittmeisterin Monika Schindler.
Jörg Carstensen/dpa 33 Regisseur Andreas Dresen (r) überreicht den Ehrenpreis an Schnittmeisterin Monika Schindler.
Laudator Bastian Pastewka
Jörg Carstensen/dpa 33 Laudator Bastian Pastewka
Katja Riemann und Tochter
Jens Kalaene/dpa 33 Katja Riemann und Tochter
Aylin Tezel
Jens Kalaene/dpa 33 Aylin Tezel
Heiner Lauterbach und Frau Viktoria
Jens Kalaene/dpa 33 Heiner Lauterbach und Frau Viktoria
Bundesjustizminister Heiko Maas und Natalie Wörner
Jens Kalaene/dpa 33 Bundesjustizminister Heiko Maas und Natalie Wörner
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Lisa Martinek
Jens Kalaene/dpa 33 Lisa Martinek
Valerie Niehaus
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Schauspielerin Anna Fischer
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Alice Dwyer
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Clemens Schick
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Monika Schindler
Jens Kalaene/dpa 33 Monika Schindler
Saralisa Volm
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Wer macht das Rennen bei der Lola-Gala? Rund 2.000 Promis fieberten in Berlin mit den Kandidaten des Deutschen Filmpreises 2017. Auf dem roten Teppich wurde es vor der Verleihung entsprechend glamourös.

Berlin - Am Ende ist es ein haushoher Sieg für Maren Ade und ihren "Toni Erdmann". Die inzwischen in aller Welt spektakulär erfolgreiche, oscarnominierte Tragikomödie der 40-jährigen Regisseurin wird in ihrem Heimatland mit dem wichtigsten Filmpreis geehrt. Gleich sechs Lolas holte das Vater-Tochter-Drama am Freitagabend bei der Verleihung des 67. Deutschen Filmpreises in Berlin.

Neben dem Hauptpreis für den besten Spielfilm gewann Ade mit dem Vater-Tochter-Drama fünf weitere Trophäen: Die Hauptdarsteller Sandra Hüller als toughe Managerin und Peter Simonischek als ihr Alt-68er-Vater nahmen Lolas für die beste schauspielerische Leistung entgegen.

Auch in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schnitt gewann die Geschichte über die strenge Tochter und den skurrilen Papa, der sich samt Kunstgebiss gerne mal als fiktiver Querulant Toni Erdmann verkleidet.

Die mit acht Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangene Holocaustforscher-Komödie "Die Blumen von gestern" (Regie: Chris Kraus) mit einem starken Lars Eidinger gewann am Ende überraschend keine einzige Auszeichnung.

Ein Abend der Frauen

In der Königsklasse hatten die Frauen einen starken Auftritt: Die Silber-Lola in der Spielfilm-Sparte ging an das Abtreibungsdrama "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached, die Bronze-Lola holte Nicolette Krebitz mit ihrem Wolfs-Film "Wild".

Als beste Nebendarsteller wurden Fritzi Haberlandt für "Nebel im August" und der Österreicher Georg Friedrich für "Wild" geehrt. "Was für ein Jahr!", rief Friedrich, der im Februar bei der Berlinale für "Helle Nächte" bereits den Darsteller-Bären bekommen hatte.

Der Film "Toni Erdmann", der seinen Siegeszug im vergangenen Jahr in Cannes startete, wurde inzwischen in mehr als 150 Länder weltweit verkauft. In den deutschsprachigen Ländern sahen eine Million Menschen den Film im Kino. Obwohl er beim Filmfest in Cannes trotz Favoritenrolle ebenso leer ausging wie bei der Oscar-Verleihung, heimste Ades Film international bereits zahlreiche Preise ein - darunter auch den Europäischen Filmpreis.

"Ich hoffe, dass der Erfolg von "Toni" eine Ermutigung ist, noch mehr an das Kino zu glauben", sagte Ade mit Blick auf das Autorenkino. "Ich hatte alle Freiheiten bei dem Projekt, vieles auszuprobieren." Dies wünsche sie auch anderen Filmemachern. Und: "Lasst uns solche Wettbewerbe auch nicht zu ernst nehmen."

Hüller, die im Film von ihrem sich unmöglich benehmenden Vater besucht wird, meinte lachend an ihren eigenen Vater gerichtet: "Mein lieber Papa, ich wäre niemals sauer, wenn du mich irgendwo überraschend besuchen würdest."

Politische Appelle auf der Bühne

Politische Töne schlug bei der Gala im Palais am Funkturm die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Schauspielerin Iris Berben, an. Sie rief die Filmschaffenden auf, Haltung zu zeigen. "Wir haben etwas zu verteidigen", sagte Berben. Es gehe um Demokratie, ein gemeinsames Europa und "unsere Freiheit". Rechtspopulisten dürften keinen Platz bekommen.

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wurde deutlich: Wo sich Hass und Hetze gegen Andersdenkende wie ein Virus verbreiteten, könne Filmkunst "Köpfe und Herzen gegen dieses Virus immunisieren".

Überwältigt von der Auszeichnung für ihr Lebenswerk war die 79-jährige Schnittmeisterin Monika Schindler ("Freier Fall", "Nachtgestalten"). "Leute, Leute, bitte setzt euch hin", rief sie in den Saal, wo sich die Zuschauer zum Applaus erhoben hatten.

Bei der von Schauspielerin Jasmin Tabatabai moderierten Gala verkniffen sich die meisten Präsentatoren laue Witzchen und zogen damit wohl auch die Lehre aus anderen, teils missglückten TV-Preisverleihungen.

Auf dem roten Teppich gab es einige Farbtupfer: Natalia Wörner kam ganz in Grün, Palina Rojinski in Hellblau und Julia Jentsch in Lila. Anna Maria Mühe zog die Blicke mit einem blau-weißen, in der Mitte luftigen Abendkleid auf sich - und Schauspielerin Ruby O. Fee mit einer sehr, sehr durchsichtigen Rückansicht.

Die Hingucker beim Schaulaufen

Von Til Schweiger bis Senta Berger war fast die komplette deutschsprachige Filmprominenz bei der Show im Palais am Funkturm dabei. Farbtupfer auf dem roten Teppich gab es einige: Natalia Wörner kam in Grün, Palina Rojinski in Hellblau und Julia Jentsch in Lila. Anna Maria Mühe zog die Blicke mit einem blau-weißen, in der Mitte luftigen Abendkleid auf sich.

Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai wurde von der Deutschen Filmakademie als Moderatorin der Lola gewonnen, die als deutsches Pendant zum amerikanischen Oscar gilt. Über die Lola-Gewinner entscheiden die knapp 1.900 Akademie-Mitglieder. Der Filmpreis ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro Preisgeldern der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Das ZDF strahlt die Lola zeitversetzt ab 22.50 Uhr aus.

Wer bei der Lola-Verleihung kein Glück hatte, der sollte bei der anschließenden Party eine zweite Chance bekommen: Die Spielbank Berlin hatte Spieltische aufgestellt, wo für den guten Zweck das Glück herausgefordert werden konnte - der Erlös soll an "Jugend rettet" gehen, eine Organisation, die Geld zur Seenotrettung auf dem Mittelmeer sammelt.

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